Seesener Geschichte wird lebendig

Siegerehrung im Jahr 1953 mit Helmut Regenhardt (Mitte), der sich seinerzeit den 1. Platz sicherte.

Wolf-Dieter Ternedde referiert am 31. Oktober über „Die Seesener Seifenkistenrennen 1951 bis 1955“ im Bürgerhaus

Am Donnerstag, 31. Oktober, findet um 19 Uhr ein Vortrag über das Thema „Die Seesener Seifenkistenrennen 1951 – 1955“ statt. Im Rahmen der Harzklub-Vorträge zeigt Wolf-Dieter Ternedde aus Seesen im Bürgerhaus, 2. OG, in einer Power-Point-Präsentation Bilder dieser Rennen und berichtet über die Ergebnisse seiner Recherchen.

In einem Zeitraum von fast zwei Jahren hat Wolf-Dieter Ternedde ehemalige Fahrer in Seesen und im gesamten Bundesgebiet aufgetan und von ihnen wertvolle Informationen und circa 140 Bilder erhalten. Ferner werden vor dem Saal einige Seifenkisten aus jener Zeit ausgestellt.
Die vier Rennen, die zwischen 1951 und 1955 in der Dehne ausgetragen wurden, gehören zweifelsohne zu den größten Sportereignissen, die je in Seesen stattfanden. Mit oft mehr als 2000 Besuchern hatten diese Rennen, die weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung fanden, eine überregionale Bedeutung.
Die Organisation lag in den Händen des VfL Seesen und hier bei dem Spielausschuss-Vorsitzenden Alfred Riese. Die Seifenkisten wurden von der Industrie, dem Handel, den Vereinen und den Handwerksbetrieben aus Seesen gesponsert.
Es starteten bis zu 45 Jungen aus Seesen, die zwischen elf und 15 Jahre alt waren. Dazu gesellten sich circa 30 „Gastfahrer" aus den umliegenden Landkreisen. Dies alles unterstrich die Wichtigkeit und Einzigartigkeit dieser Sportereignisse. Auch der ehemalige Radiosender NWDR, der Vorläufer der jetzigen Sender WDR und NDR, berichtete über die Rennen und ein Reporter interviewte vor Ort Fahrer und Personen der Rennleitung.
Wolf-Dieter Ternedde berichtet nicht nur über diese Rennen, sondern gibt auch Einblicke in die Entstehung der sogenannten Kinderautomobile zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland und streift die Entwicklung der „Soap boxes“, also der Seifenkisten, in den USA Mitte der 1930er Jahre. Die Soldaten aus Amerika waren es dann auch, die den Seifenkistensport nach dem Zweiten Weltkrieg nach Westdeutschland zurückbrachten.
Die Teilnehmer des Vortrages werden viele Bilder aus den 1950er Jahren sehen, auf denen sie sich zum Teil selbst oder Freunde und Bekannte aus der damaligen Zeit erkennen werden.