Seesener haben ein Herz für blinde Menschen

Die neunjährige Moandida (rechts) spielt mit ihrer Mutter Grace (links). Das Mädchen ist auf dem linken Auge seit ihrer Geburt blind. Auf dem rechten Auge hatte sie Grauen Star. Nach einer Operation kann sie wieder sehen.

197 Erblindeten in Entwicklungsländern konnte geholfen werden

Spendenfreudig und hilfsbereit zeigen sich die Einwohner von Seesen, wenn es darum geht, blinden Menschen in Entwicklungsländern zu helfen. Wie die Christoffel-Blindenmission (CBM) mitteilt, erhielt sie im vergangenen Jahr von 68 Seesener Bürgern insgesamt 5912 Euro an Spenden.

Umgerechnet in Operationen am Grauen Star kann mit dem Geld durchschnittlich 197 Menschen in Asien, Afrika oder Lateinamerika geholfen werden. Die Hälfte der weltweit 39 Millionen blinden Menschen leidet am Grauen Star. Nach einer kleinen Operation können die Betroffenen wieder sehen. Sie dauert in der Regel nicht länger als eine Viertelstunde. CBM-Direktor Dr. Rainer Brockhaus bedankte sich: „Durch die Unterstützung unserer Spender sind unsere Projekte erst möglich. Ihre Hilfe verändert Leben!“
So wie bei Moandida aus Malawi: Das neunjährige Mädchen war auf einem Auge bereits als Kleinkind blind. Dann ließ auch die Sehkraft auf dem zweiten Auge nach. Zuletzt konnte Moandida gar nichts mehr sehen. Das machte ihrer Mutter Grace große Sorgen, weil die Neunjährige zuletzt auch nicht mehr zur Schule gehen konnte. Ein blindes Mädchen aus einer armen Familie hat in Malawi sehr schlechte Zukunftsaussichten. Auch in den umliegenden Gesundheitsstationen gab es keine Hilfe. Zum Glück besuchte ein Mitarbeiter des CBM-Projektpartners Malawi Council for the Handicapped (MACOHA) das Dorf von Moandida und erkannte sofort: Das ist Grauer Star.
Die Erleichterung der Mutter war groß, als sie erfuhr, dass die Krankheit heilbar ist. Am Tag darauf wurde Moandida im Krankenhaus operiert und zwei Tage später konnte die Neunjährige wieder sehen. Ein kurzer Eingriff, der ihr Leben nachhaltig verbessert hat.
Die Kosten einer Operation betragen in den Projekten der CBM im Durchschnitt nur 30 Euro, bei Kindern wegen der benötigten Vollnarkose rund 125 Euro. Doch das sind Beträge, die sich trotzdem viele nicht leisten können. Die Situation in Entwicklungsländern ist noch immer dramatisch. In Deutschland werden Patienten in der Regel operiert, bevor sie erblinden. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas fehlt es aber neben dem Geld auch an Krankenhäusern und Augenärzten. Statistisch gesehen muss in Afrika ein Augenarzt eine Million Menschen versorgen.
Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern.