Seesenerin (42) kommt mit einem blauen Auge davon

Das Verfahren wegen Betruges wurde vorläufig eingestellt

Seesen (jt). Eine 42-jährige Hausfrau und Mutter von sechs Kindern musste sich am Mittwoch wegen dem Vorwurf des Betruges vor dem Seesener Amtsgericht verantworten. Die Seesenerin wurde von ihrem Sohn begleitet. Dieser sah den Verhandlungssaal nicht zum ersten Mal. Er wurde im vergangenen Jahr wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis in gleich 58 Fällen verurteilt. Weil er dadurch 354 Punkte in Flensburg gesammelt hatte, ging seine Geschichte damals durch die Medien.
Die Mutter hingegen blieb bislang straffrei. Sie hatte am 21. Oktober 2010 ihre Zahnprothese bei einem Zahnarzt aus Seesen reparieren lassen. Die Rechnung in Höhe von 66,47 Euro konnte sie aber laut eigener Aussage nicht bezahlen. Sie habe die Papiere bei einem Umzug verloren und den zu zahlenden Betrag deswegen nicht überweisen können.
Den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Braunschweig, wonach die Angeklagte eine Geldstrafe in Höhe von 450 Euro zahlen sollte, hatte Richter Frank Rüger jedoch nicht erlassen. Da die Angeklagte von Hartz IV lebt und noch nicht vorbestraft ist, wurde das Verfahren vorläufig eingestellt. Die Zahnarztrechnung hat sie innerhalb von vier Monaten zu begleichen. Ihr Sohn versprach darauf zu achten, dass sie den vollständigen Betrag bezahlt.