Seesens Wirtschaft zeigt sich vielfältig

Am Stand der Braunschweigischen Landessparkasse.
 
Das Konzept der Messeplaner ging auf. Breitere Gänge und ein abwechslungsreiches Unterhaltungsangebot sorgten bei Besuchern und Ausstellern für gute Laune.

Sechste Gewerbeausstellung: Rund 10.000 Besucher und ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm

Die sechste Seesener Gewerbeausstellung ist vorbei und auf dem Gelände des Schulzentrums erinnert fast nichts mehr an das große Spektakel, das dort von Freitag bis Sonntag über die Bühne ging.

Wie der „Beobachter“ bereits in seiner Montagausgabe berichtete, zogen Veranstalter und Aussteller ein sehr positives Fazit von der Gewerbemesse.
Insgesamt wurden über das gesamte Wochenende rund 10.000 Besucher gezählt. Damit knüpft die Messe an den Erfolg vor drei Jahren an.

Gewerbeschau glänzte mit reibungslosem Ablauf

Thorsten Scheerer, der als Wirtschaftsförderer die Hauptverantwortung für den reibungslosen Ablauf der Messe trägt, zeigte sich vor allem darüber erfreut, dass die getroffenen Veränderungen den gewünschten Effekt erzielten. So wurden die Gänge zwischen den Messeständen bewusst breiter gehalten, damit es in den Hallen nicht zu einem derartigen Gedränge kommt wie es noch bei der fünften Auflage im Jahr 2012 der Fall war. Das hatte zwar auch zur Folge, dass es in den Messehallen mitunter so wirkte, als seien deutlich weniger Besucher vor Ort, doch die positiven Effekte überwogen laut Aussage von Scheerer: „Durch die breiteren Gänge konnten wir eine deutliche Entspannung herbeiführen. Dabei konnten wir auch beobachten, dass wenn sich die Besucher nicht so durch die Ausstellung schieben auch viel eher Gespräche mit den Ausstellern zustande kommen.“
Als erfolgreich bezeichnete Scheerer im Gespräch mit dieser Zeitung auch die Mischung aus Messe- und Unterhaltungsprogramm. „Nach einem Gang durch die Ausstellungshallen konnten sich die Besucher im Gebäude der Aula unterhalten lassen oder bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen entspannen. Wir haben bewusst einen solchen Ort geschaffen, wo unsere Gäste auch einmal abschalten können“, erläutert Scheerer die Idee hinter dem Konzept.
Einen guten Riecher hatte das Organisationsteam offenbar auch bei der Auswahl des Bühnenprogramms. Unumstrittener Höhepunkt war dabei die große Modenschau am Sonntagnachmittag, die Hunderte Besucher in die Aula lockte. Dort präsentierten Seesener Modehändler die angesagtesten Modetrends für Frühling und Sommer. So konnte der geneigte Besucher unter anderem erfahren, dass Kleider mit floralem Muster in diesem Jahr der absolute Renner sind und Männer durchaus mal den Griff zum weißen Hemd wagen sollten. Beeindruckend war in diesem Zusammenhang auch die Professionalität der Amateur-Modells, die allesamt eine sehr gute Figur auf dem Laufsteg machten.

Veranstaltungsprogramm trifft den Geschmack

Wahre Begeisterungsstürme produzierten aber auch die Auftritte der Seesener Zumba-Gruppe. Zunächst sorgten die Kinder beim Publikum für Stimmung bevor die Erwachsenen zu aktuellen Rhythmen munter über die Bühne hopsten.
Am Samstagmittag zeigten die „Akros“ und „Headies“ des MTV Seesen ihr Können bevor im Anschluss der Männgergangverein Kirchberg mit Handwerkerliedern den passenden musikalischen Beitrag zur Gewerbeausstellung lieferten.
Seesens Bürgermeister Erik Homann erklärte, dass die Gewerbeausstellung auch als eine Art Werbung für das Handwerk und die Selbstständigkeit im Allgemeinen zu werten sei. Zwar würden heute viele eine feste und somit sichere Anstellung bei einem Großkonzern wie etwa Volkswagen anstreben, doch würde auch die Anstellung respektive die Gründung beispielsweise eines Handwerkbetriebes gute Karrieremöglichkeiten bieten.
Dass das Handwerk in Seesen tatsächlich sehr gut und offensichtlich auch erfolgreich aufgestellt ist, zeigte sich vor allem bei einem Rundgang durch die Halle III. Dort hatten zahlreiche Betriebe, von der Tischlerei über Gartenbau, Elektrotechnik, Sanitär und Heizung, Polsterei, Malergeschäft und Dachdeckerei ihre Stände aufgebaut. Dabei machte vor allem die Vielzahl der verschiedenen Betriebe und Fachrichtungen Eindruck.
Auch eine Umfrage unter den Nutzern der Beobachter-Facebook-Seite zeigt, dass viele Besucher der Messe von eben dieser Vielfalt überrascht waren. So schreibt beispielsweise Janina Jessica Tschierse: „Es war echt toll zu sehen, wie viele Betriebe es eigentlich in Seesen gibt, die man noch nie gesehen hat. Es war echt interessant.“ Und auch Petra Henze war von der Gewerbeausstellung überzeugt: „Toll gemacht. War interessant.“
Weniger erfreulich verlief die Gewerbeausstellung für die Redaktion unserer Zeitung. An allen drei Tagen luden die Redakteure im Zuge ihrer Sprechstunde „Redaktion vor Ort“ zu Gesprächen ein. Leider wurde von diesem Angebot nur wenig bis gar kein Gebrauch gemacht. Offensichtlich war das Interesse einfach nicht gegeben.
Über mangelnden Zuspruch konnten sich am Wochenende vor allem die Essenstände nicht beklagen. So herrschte nicht nur am Stand von Klaus Berghöfers Edeka-Center Hochbetrieb, sondern auch der örtliche Rewe-Markt konnte mit seinem vitaminreichen Angebot punkten. Und auch am Waffelverkaufswagen von Arko war zu jeder Zeit eine Menge los.
Und wie der „Beobachter“ bereits berichtete, war am Sonntagnachmittag auch die Seesener Feuerwehr gefragt. Sie mussten eine Ölspur entfernen, die sich über zwei Parkplätze erstreckte. Wie Einsatzleiter Franz Knopp bei strömenden Regen erklärte, sei dem Audi einer älteren Dame Hydraulik-Öl ausgelaufen, so dass ihr Fahrzeug am Ende manövrierunfähig war und abgeschleppt werden musste.
Weitere Zwischenfälle gab es bei der sechsten Auflage der Gewerbeausstellung jedoch nicht zu beklagen, weshalb einer Neuauflage in drei Jahren nichts entgegenstehen dürfte.