Sie kennen doch die Weihnachtsgeschichte?

Rund 50 Beteiligte vor und hinter der Bühne machten das Weihnachtsstück zu einem vollen Erfolg. (Foto: Stroschein)

Weihnachtsstück „Die Bank“ in der Christvesper auf die Bühne gebracht

Viel könnte eine solche Parkbank erzählen, von dem, was um sie herum passiert, von der sich im Jahreslauf wandelnden Natur und den Menschen, die vorbeigehen oder kurz auf ihr rasten. Und in den Tagen vor dem Weihnachtsfest sind hier ganz besondere Geschichten zu vernehmen; Geschichten beispielsweise wie die, die in der Christvesper am Heiligen Abend in der St. Andreas-Kirche von den Kirchenentdeckern und dem KU-Team mit Freunden in dem Weihnachtsstück „Die Bank“ zu Gehör und auf die Bühne gebracht wurden.
Da diskutieren jugendliche Mädchen über den Sinn des Schenkens und Erwartungen des Beschenktwerdens („Eltern und Großeltern schenken! Wir bekommen!“), ein paar fußballspielende Jungs wollen nach einigem Hin und Her kurzfristig doch noch beim Weihnachtsbasteln mitmachen („Ich schenke ja gerne zu Weihnachten... aber ich weiß immer nicht, was.“), ein vom Einkaufstrubel erschöpftes Ehepaar prüft seine Taschen und Tüten auf Vollständigkeit und macht sich Gedanken über eine gerechte Verteilung der Gaben auf seine Kinder („Erinnerst Du dich an das Theater letztes Jahr?“). Und schließlich kommen ein älterer Mann (Herr Ammadeo) eine ältere Frau (Frau Lampe) miteinander darüber ins Gespräch, wie sehr Weihnachten heute noch ein Familienfest sein kann („Es ist schön, wenn die Familie dabei ist. Aber das ist doch nicht das Wichtigste.“).
Hinter all diesen Parkbank-Szenen, die aus der Feder von Pfarrer Tim-Florian Meyer stammen und unter seiner Regie eingeübt wurden, steht die zentrale Frage: Was macht Weihnachten im Kern aus?
Oder anders gefragt, in den Worten von Herrn Ammadeo in Richtung Frau Lampe: „Sie kennen doch die Weihnachtsgeschichte?“ So wechselt die Szenerie unter musikalischer Begleitung an Keyboard, Bratsche, Ukulele und Flöten sowie Gemeindegesang über den Volkszählungsappell des kaiserlichen Boten nach Bethlehem zu Maria und Josef im Stall, zu den Hirten auf dem Felde und einem wohlklingenden, sphärisch im Dunkel der Nacht leuchtenden Engels­chor, der die frohe Botschaft von der Menschwerdung Gottes in einem kleinen Kind verkündet: Der Heiland ist euch heute geboren! – Blieb als Schlusswort dieses gelungenen, von rund fünfzig Beteiligten vor und hinter der Bühne dargebotenen Weihnachtsstückes die Bemerkung von Frau Lampe: „Darüber muss ich jetzt erst einmal nachdenken!“