Siegelring der Stadt für Irene Pülm

Bürgermeister Erik Homann überreicht hier der verdienten Kommunalpolitikerin Irene Pülm aus Rhüden den Siegelring der Stadt Seesen.

Verleihung in Ratssitzung / Schützenplatz: Interessierte Investoren stellen Projekte am 3. Juli im VA vor

Den Wappenteller der Stadt Seesen hat Irene Pülm in Anerkennung ihrer Verdienste bereits im Jahr 2010 verliehen bekommen. Im Rahmen der öffentlichen Sitzung des Rates der Stadt am Mittwochabend im Saal des Bürgerhauses überreichte ihr Bürgermeister Erik Homann nun den goldenen Siegelring und damit die nächsthöhere Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat.

Verliehen wird der Siegelring allgemein für besondere Verdienste um die Stadt Seesen und in diesem Fall außerdem in Verbindung mit einer mindestens 25-jährigen Mitgliedschaft im Rat oder den Ortsräten.
Erik Homann ließ in seiner Laudatio noch einmal die wichtigsten Stationen des politischen Wirkens der Rhüdenerin Revue passieren. So war sie von 1986 bis 1991 und nach einer kurzen Pause von 1994 bis 2013 als Mandatsträgerin im Ortsrat Rhüden aktiv, davon als stellvertretende Ortsbürgermeisterin von 1996 bis 2001 und als Ortsbürgermeisterin von 2001 bis 2013. Während dieser letzten zwölf Jahre übte Irene Pülm zudem ein Mandat im Rat der Stadt Seesen aus und saß im Verwaltungsausschuss.
Viel Zeit habe sie während all dieser Jahre aufgebracht und Termine umfassend wahrgenommen. „Auf dich war immer Verlass, ohne Wenn und Aber“, so der Verwaltungschef an die Adresse der zu Ehrenden. Die kommunalpolitische Arbeit habe sie gelebt und geliebt – und dabei die Familie oft allein lassen müssen. Was Irene Pülm ausgezeichnet habe, dass sei zum einen das herzliche und freundschaftliche Verhältnis über Parteigrenzen hinweg gewesen. Zum anderen habe sie ihre Positionen stets mit Rückgrat und Fairness vertreten. „Und geradlinig wie du bist, hast du aus Dingen, die dich gekränkt haben, die Konsequenzen gezogen“, so Erik Homann mit Blick auf den Dezember vergangenen Jahres, als Irene Pülm von sämtlichen Ämtern zurückgetreten war.
Die Geehrte selbst dankte für die Auszeichnung. „Ich habe es nicht bereut, so viele Jahre kommunalpolitisch tätig gewesen zu sein. Es war eine gute Zeit; und so, wie es jetzt ist, ist es auch gut“, sagte Irene Pülm, die anschließend noch Blumen und Glückwünsche aus den Reihen der einzelnen Ratsfraktionen entgegennehmen konnte.
Im weiteren Verlauf der Ratssitzung wurde Karl-Heinz Weidanz (Bündnis 90/Die Grünen) als neues Ratsmitglied verpflichtet. Er rückt für Claudia Stolzenburg nach, die ihr Mandat niedergelegt hatte. Außerdem wurde Manfred Sydekum zum stellvertretenden Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Herrhausen ernannt und bis 31. März 2015 in das Ehrenbeamtenverhältnis berufen.
Zu befinden hatten die Mandatsträger über eine Änderung des Bebauungsplanes „Beim Mühlenteich“ im Stadtteil Herrhausen. Dieser betrifft den Bereich westlich der Nordhäuser Straße (B 242) und südlich der Kreisstraße K 58. Damit soll künftig auch außerhalb der festgesetzten Baugrenzen die Errichtung von Garagen, Carports und sonstigen Nebenanlagen grundsätzlich ermöglicht werden. Wie es in der Begründung hieß, seien bisher vor allem die Nutzungsmöglichkeiten der Grundstücke im Bereich des Wohnbaugebietes Schwalbenweg / Meisenweg / Amselweg zum Teil stark eingeschränkt gewesen.
Mit der Gegenstimme von Karl-Heinz Weidanz (Grüne) sprach sich der Rat mehrheitlich für eine teilweise Aufhebung des Bebauungsplanes „Untere Dehnestraße“ in der Kernstadt aus. Von einer ursprünglich geplanten vollständigen Aufhebung sah man ab, um den Belangen von Anwohnern und Gewerbe Rechnung zu tragen. Somit wird nur der nördliche Teil des Plangebietes (nördlich der Dehnestraße) ersatzlos aufgehoben, während für den südlichen Teil (südlich der Dehnestraße) der bestehende Bebauungsplan beibehalten wird.
Des Weiteren galt es noch über die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen zu befinden. So tragen die Anlieger der Straße „Zum Papenbusch“ (L 526) in Ildehausen – auf dem Abschnitt zwischen den Einmündungen „An der Worth“ und „Am Kirchenbrink“ – im Zuge der Herstellung der neuen Gehweganlage einen Anteil von 37 Prozent.
Deutlich differenzierter fällt die Rechnung für die Anlieger der Zimmerstraße in Seesen auf dem Abschnitt Jägerstraße bis Schildaustraße aus. Ihr Anteil am beitragsfähigen Aufwand beträgt für Fahrbahnen, Streifen und Mauern 22 Prozent, für Randsteine, Borde und Grünanlagen 37 Prozent, für Beleuchtungseinrichtungen und Rinnen 30 Prozent sowie für Parkflächen 44 Prozent. Sie werden aber nicht für die Erneuerung der Gehweganlage, des Bahnböschungszaunes oder des Brückenbauwerks zur Kasse gebeten. Rudolf Götz (CDU) erinnerte in diesem Zusammenhang noch einmal an die in den neunziger Jahren eingeführte Straßenausbaubeitragssatzung, die naturgemäß nicht sehr beliebt sei. Einerseits entspreche es dem Wunsch aller Bürger, Straßen in einen vernünftigen Zustand zu versetzen. Andererseits hätten sich gerade mit Blick auf die Zimmerstraße im Zuge der Diskussion mit Anliegern, Verwaltung und Rat auch Schwachstellen herauskristallisiert. Die Satzung nun wieder in Frage zu stellen, würde aber auch heißen, über eine höhere Grundsteuerbelastung für alle Einwohner nachdenken zu müssen. „Es ist nun einmal wie es ist“, resümierte Götz.

Mehrere Angebote zum Erwerb des Schützenplatzes

Der abschließende offizielle Tagesordnungspunkt betraf eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Dabei ging es um ein Angebot des Unternehmens Procom Invest GmbH & Co. KG zum Ankauf des Schützenplatzes zwecks Realisierung eines Verbrauchermarktes. Wie das Referat für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing in diesem Zusammenhang wissen ließ, lägen der Stadt derzeit mehrere Angebote zum Erwerb des verkehrsgünstig und innenstadtnah gelegenen Schützenplatzes vor. Im Rahmen einer Sondersitzung des Verwaltungsausschusses, die auch für alle Mitglieder des Stadtrates offen ist, werden am Donnerstag, 3. Juli, insgesamt drei Projektentwicklungsgesellschaften ihr Angebot und Nutzungskonzept vorstellen. Gleichzeitig soll dort dann auch Vertretern des Markthauses Seesen Gelegenheit gegeben werden, ihre Bedenken gegen die Ansiedlung eines weiteren Verbrauchermarktes auf dem Schützenplatz zu begründen. Die Präsentation der potentiellen Investoren allein wird natürlich keine Entscheidungsgrundlage sein. Dafür bedürfe es laut Stadt vor allem der Ergebnisse eines Verträglichkeitsgutachtens, das die Auswirkungen auf Innenstadt und Einzelhandel überprüft.