Sirenenalarm schreckt die Bürger auf

Nur kurze Zeit nach der Alarmierung rückten bereits die ersten Kräfte der Seesener Ortsfeuerwehr an.
 
Dichter Rauch quoll aus den Fenstern und erschwerte die Sicht für die Atemschutzträger.

Fünf Wehren proben den Ernstfall unter realitätsnahen Bedingungen.

Von Antonio Mateo, Seesen

Gegen 18.35 Uhr heulten am Montag in Seesen und einigen Stadtteilen die Sirenen. Gemeldet wurde ein Gebäudefeuer im Baubetriebshof der Stadt Seesen. Zwischen Sehusa Wasserwelt und Baubetriebshof versammelten sich bereits erste Schaulustige, die das Treiben der anrückenden Feuerwehr und DRK auf der Mühlenkampstraße verfolgten. Ortsbrandmeister Wolfgang Sachse hatte diese Alarmübung ausgearbeitet und bewusst das Gebäude abseits der Innenstadt ausgewählt. Rund 100 Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren aus Seesen, Kirchberg, Ildehausen, Herrhausen und Münchehof, sowie das Deutsche Rote Kreuz aus Seesen und Münchehof eilten am frühen Montagabend zum Baubetriebshof. Die Feuerwehr sorgte für die Absperrung der Straßen zum Einsatzort.

Natürlich ist die Unterscheidung zwischen „Ernstfall oder Übung“, für viele Anwohner kaum möglich, entsprechend fiel bei einigen Anwohnern und Nachbarn die Sorge um eigenes Hab und Gut aus. Neben der Brandbekämpfung stand die Menschenrettung von sieben Personen an, die natürlich Vorrang hatte.

Doch was war passiert?

Im Gebäude an der Mühlenkampstraße hatten sich fünf Jugendliche verabredet um den Nachmittag gemeinsam zu verbringen. Für einen aus der Gruppe schien der Treff mit den gemeinsamen Freunden nicht „spannend“ genug zu sein. Anders ist es nicht zu erklären, warum der Jugendliche sich eine Selbstbauanleitung für „Molotov-Cocktails“ aus dem Internet geladen hatte und selbst ausprobierte. Dass das Spiel mit dem Feuer in einer Feuerkatastrophe endete, wollte er natürlich nicht. Er ging ans Fenster, öffnete dieses um den „Brandsatz“ in den Garten zu werfen, doch ohne es zu bemerken „fing dabei die Gardine Feuer und dann ging alles ganz schnell“, erklärt der Jugendliche mit zittriger Stimme gegenüber dem „Beobachter“. Er selbst setzte den Notruf ab, nachdem er schnell die Wohnung noch verlassen konnte. Seine Freunde und zwei Erwachsene hielten sich noch im Gebäude auf.

Das Feuer verbreitete sich schnell von der Gardine auf das Mobiliar und Decke. Der Weg für die Personen im Gebäude über das Treppenhaus war voller Rauch und unpassierbar. Nur ein Fenster zur Straße blieb als einziger Rettungsweg zugänglich. Der erste Einsatz-Trupp unter schwerem Atemschutz war zu diesem Zeitpunkt bereits zu den Jugendlichen im Haus unterwegs und das Drehleiterfahrzeug der Seesener Wehr in Position gebracht. Insgesamt fünf Jugendliche und zwei Erwachsene, darunter der Leiter des Baubetriebshofes Torsten Vollbrecht wurden über die Drehleiter gerettet. Alle Personen konnten leicht verletzt in Sicherheit gebracht werden. Nach erfolgreicher Rettung wurden die Verletzten vom DRK an der Sammelstelle untersucht und versorgt.

Ziel dieser Übung war es, dass Zusammenspiel der einzelnen Wehren vom „Zug Süd der Stadt Seesen“ für den Ernstfall zu testen. Da für die Menschenrettung die Atemschutzträger nicht ausreichten, wurde der Zug Süd mit den Wehren aus Kirchberg, Ildehausen, Herrhausen und Münchehof gegen 18.50 Uhr nachalarmiert. Damit standen ausreichend Atemschutzträger zur Rettung der Personen und Brandbekämpfung zur Verfügung. Vorrang hatte natürlich die Menschenrettung, das Gebäude selbst fiel den Flammen zum Opfer. Nach gut eineinhalb Stunden hatten die Kräfte der Feuerwehren auch das Feuer unter Kontrolle. Zum Glück war alles nur eine Übung und keiner kam zu Schaden. Aus Sicht der „Zeitung“ vor Ort lief alles schnell und flüssig ab, alle Schritte schienen wohl durchdacht und auch die im Gebäude befindlichen Personen wurden zeitnah aus dem 1.Obergeschoss gerettet.

Ob es die zahlreichen Beobachter und Verantwortlichen wie unter Anderen Rhüdens Ortsbrandmeister Timo Hurlemann, Seesens Ortsbrandmeister Wolfgang Sachse und Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke auch so gesehen haben, wurde in der Abschlussbesprechung in der Seesener Feuerwache bei einer heißen Erbsensuppe unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert. Nach uns vorliegenden Information waren die Verantwortlichen aber im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit der Arbeit aller am Einsatz beteiligten Kräfte. Die Einsatzleitung hatte Seesens stellvertretender Ortsbrandmeister Franz - Peter Knopp inne.