So kommt die tägliche Süße auf den Tisch

Die Zuckerrübe – Anbau und Ernte unseres Süßungsmittel

Zucker im Kaffee oder Tee am Morgen, der süße Brotaufstrich oder der leckere Snack zwischendurch – alles selbstverständlich.

Aber wie entsteht diese Versüßung des Alltags eigentlich? In diesen Wochen findet die Rübenernte in Deutschland statt. Zuckerrüben bilden in Deutschland die Grundlage für die Erzeugung von Zucker.
Schwere Rübenroder rollen derzeit über die Landstraßen. Sie sind auf dem Weg, die Rüben aus der Erde zu holen. Große Maschinen können die freie Fahrt auf den Landstraßen auch einmal behindern. Auch Transport- Lastkraftwagen können die Verkehrsteilnehmer auf die Probe stellen. Mitunter verlieren die Maschinen auch etwas Erde von ihrer Arbeit auf den Feldern – bei herbstlichem Wetter durchaus gefährlich für den nachfolgenden Verkehr. Deshalb Vorsicht!
Aber: Hier beginnt die Herstellung unser täglichen Portion Süße im Alltag. Zu Beginn des Verarbeitungsprozesses ist zunächst einmal Dreck und Lärm angesagt – auch für den Verbraucher. Auf gut 250 000 Hektar Fläche werden Zuckerrüben in Deutschland angebaut. Daraus entstehen rund 2,9 Millionen Tonnen Zucker. Die Deutschen verbrauchen rund 30 Kilogramm im Jahr dieses reinen Naturprodukts. Bei der Herstellung in der Fabrik wird der in der Rübe vorhandene Zucker von den übrigen Pflanzenbestandteilen lediglich getrennt und anschließend auskristallisiert. Die sogenannte Saccharose wird weder chemisch verändert noch enthält sie andere Stoffe.
Unter guten Wachstumsbedingungen entwickeln sich in rund 180 Tagen Rüben mit einem Gewicht von 1,0 bis 1,5 Kilogramm. Sie werden ausschließlich in Fruchtfolgen, also nie in Monokultur angebaut. Die Zuckerrübe ist eine Pflanze, die keine Getreideschädlinge oder Getreidekrankheiten überträgt. Damit reduziert sich mit ihrem Anbau der Bedarf an Pflanzenschutzmitteln. Außerdem können die Rüben aufgrund ihrer tiefen Wurzeln Nährstoffe von Früchten aufnehmen, die im Vorjahr auf diesem Acker angebaut wurden. Sie hinterlassen wegen ihrer bis in den Spätherbst hinein andauernden Nährstoffaufnahme kaum Restmengen an Nitrat am Boden.

Landwirt Henning Weiberg aus Mechtshausen, Beiratsmitglied des Maschinenrings Ambergau-Börde-Vorharz e.V., antwortet auf die Frage, warum er Rüben anbaut: „Die Zuckerrübe stellt recht hohe Ansprüche an den Boden, andererseits benötigen Zuckerrüben zur Bildung von einem Kilogramm Trockenmasse wesentlich weniger Wasser als viele andere in Mitteleuropa angebaute Kulturpflanzen. Da Zuckerrüben erst im Frühjahr ausgesät werden, können im Herbst vor der Aussaat der Zuckerrüben Zwischenfrüchte ausgesät werden. Diese verbessern die Bodenstruktur, fördern das Bodenleben, vermindern den Eintrag von Nährstoffen in das Grundwasser und unterdrücken die Entwicklung unerwünschter Wild- und Kulturpflanzen”.