Solarkataster für die Kommunen zum Nulltarif

Befliegung soll noch im Winter beginnen / Interessante Daten für Photovoltaik- und Solar-Anlagen

Die Erstellung des Solarpotenzial-Katasters kostet die Kommunen voraussichtlich keinen Cent. Diese erfreuliche Nachricht überbrachte Jens Palandt, Erster Verbandsrat des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB), den Politikern des Planungs-Ausschusses. Bei der ersten Planung dieses – in der Größe und der Anzahl der mitwirkenden Kommunen – bundesweit einmaligen Katasters über die gesamte Fläche des Großraumverbandes waren die Mitarbeiter des ZGB noch von Kosten in Höhe von bis zu 360.000 Euro ausgegangen, die von den beteiligten Städten, Gemeinden und Landkreisen anteilsmäßig finanziert werden müssen. Rund 85.000 Euro übernimmt davon der ZGB selbst. Die Allianz für die Region beteiligt sich mit 75.000 Euro und die Erstellung des eigentlichen Katasters sponsert das Unternehmen E.ON Avacon darüber hinaus mit 50.000 Euro.
Für die Städte und (Samt-)Gemeinden hatte es zunächst geheißen, dass auf sie Kosten zugekommen wären, die sich nach ihren jeweiligen Einwohnerzahlen berechnen.
Inzwischen steht fest: Die Kos­ten sind deutlich niedriger. Die Befliegung und damit die Datenerfassung schlägt nur noch mit rund 180.000 Euro zu Buche, erläutert Palandt. Für den Baustein „Erstellung Solarkataster“ entstünden nur noch Kosten in Höhe von rund 50.000 Euro. Zusammen also rund 230.000 Euro.
„Damit kann das Solarkataster den beteiligten Städten und Kommunen voraussichtlich kostenfrei zur Verfügung gestellt werden“, sagt ein erfreuter Erster Verbandsrat. Vor diesem Hintergrund soll auch in den beiden bisher am regionsübergreifenden Projekt nicht beteiligten Kommunen Gemeinde Lehre und Samtgemeinde Oberharz noch einmal für die Mitwirkung geworben werden.
Die Befliegung soll im Winter beginnen und bis spätestens Anfang April – vegetationsarme Zeit –beendet sein. In diesem ersten Schritt werden die Daten über die Beschaffenheit von Gelände und Dachflächen gesammelt. Aus diesen und weiteren Daten wird dann ein regionsübergreifendes Kataster erstellt.
Sowohl die Befliegung als auch die Erstellung des Katasters sind inzwischen vom ZGB beauftragt. Eine Inbetriebnahme des Katas­ters sieht Palandt sukzessive im Laufe des Jahres 2013.
Die Nutzung steht nicht nur jedem einzelnen Bürger zur Verfügung , der im Internet genau erkennen kann, ob sich auf seinem Haus beispielsweise ein Photovoltaik- oder Solar-Anlage rentiert. Auch die Städte und Kommunen und der ZGB selbst können die Daten für vielfältige Anwendungen nutzen. Für den ZGB bietet das Kataster optimale Nutzungsmöglichkeiten, zum Beispiel auf dem Gebiet der Windenenergie, einem Thema, das der ZGB zurzeit bekanntlich mit Hochdruck vorantreibt.