Soll jetzt beim Bauhof gespart werden?

Von Bürgermeister Erik Homann ließen sich die Sozialdemokraten aus erster Hand über die akutelle Haushaltssituation informieren.

SPD kritisiert Überlegungen der Stadtverwaltung / 500.000 Euro Ausfall müssen geschultert werden

Zur Fraktionssitzung der SPD hatte die Vorsitzende Andrea Melone auch Bürgermeister Erik Homann sowie Wolfgang Jakobi und Wauge von der Stadtverwaltung eingeladen.

Die in „Schieflage“ geratene Haushaltssituation sollte erörtert werden. Eberhard Wauge konnte den Sozialdemokraten sehr anschaulich darstellen, wie sich die Haushaltssituation im Laufe eines Jahr verändert und wie es gelingen kann, diesen Veränderungen zu begegnen. Wolfgang Jakobi erläuterte die Schwankungen der Gewerbesteuer in den letzten Jahren.
„Es ist wichtig und verantwortungsvoll, sich in dieser Angelegenheit aus erster Hand informieren zu lassen“, so Fraktionsvorsitzende Andrea Melone. „Wenn es durch unvorhersehbare Ausgaben zu Haushaltsdefiziten kommt, muss es uns gelingen, verträgliche Lösungen zu entwickeln“. „Bereits vor der Sommerpause sollte der Haushaltsausschuss tagen, um kurzfristig über aktuelle Haushaltszahlen informiert zu werden. Konzepte mit finanziellen Auswirkungen auf deren Vereinbarkeit mit den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln sollten zeitnah erarbeitet werden“, betonte der Vorsitzende des Haushaltsausschusses Jochen Pedroß (SPD).
Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde seitens der Stadtverwaltung bekannt gegeben, dass über Einsparungen im Personalwesen nachgedacht wird. Den Willen, sich von Saisonarbeitern im Bereich des Bauhofes zu trennen beziehungsweise diese nicht wieder einzustellen, steht die SPD jedoch sehr kritisch gegenüber. Jeder wirtschaftliche Großbetrieb versuche Gewinne durch Personalabbau und Outsourcing zu optimieren, jedoch sei dies ein Schritt in die falsche Richtung.
Die bereits jetzt zum Teil mangelhafte Betreuung der Grünflächen in den Dörfern und im Stadtgebiet lässt hier keine weitere Einsparung zu.
Auch wenn es der Stadtverwaltung zu glücken scheint, die Defizite so verträglich wie möglich im Haushalt zu platzieren, bleibt die Aussage des Kämmerers eine Summe von rund 500.000 Euro zu schultern.
Um auch nachhaltig gut aufgestellt zu sein, könne man nicht nur durch Sparen diese Situation verändern. Auch andere Wege müssen eingeschlagen werden. Die Attraktivität der Stadt als Gewerbeort, aber auch als Wohnort muss positiv beworben werden. Schlüssige Konzepte müssen erarbeitet werden, um eine Optimierung der vorhandenen Personalstrukturen zu erreichen.
Die politischen Organe und die Stadtverwaltung müssen gemeinsam das Ziel verfolgen, mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln den Wirtschaftsstandort Seesen attraktiv zu machen und die Lebensqualität aufrecht zu erhalten.
Mit dieser Haltung könne aus Sicht der SPD jede Bürgerin und jeder Bürger einen Beitrag leisten und die Entwicklung hier in Seesen und in den Ortsteilen positiv begleiten. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gestärkt aus dieser Situation hervorgehen, wenn wir uns gemeinsam dieser Aufgabe stellen“, so Fraktionsvorsitzende Andrea Melone.
Am Montag, 20. April, trifft sich die SPD-Stadtratsfraktion erneut, und zwar um 18 Uhr im „Bergstübchen“ in Ildehausen. Unter anderem stehen „Die Entwicklung der Innenstadt“ und die Vorbereitung anstehender Sitzungen auf der Tagesordnung.