S.O.S-Tierhilfe benötigt selbst Hilfe

Gertrud Wintel will weiter für die S.O.S.-Tierhilfe aktiv sein. Dafür aber braucht sie ein neues Lager für ihre Flohmarktutensilien.
 
Nicht nur Krimskrams, sondern auch durchaus wertvolle Puppen und mehr, gehören zum Flohmarktbestand. Am 5. September soll gesondert ein Ausverkauf durchgeführt werden.

Gertrud Wintel sucht neue Lagermöglichkeiten für ihre Flohmarkt-Utensilien

Gertrud Wintel hat ein echtes Problem. Die engagierte Seesener Tierschützerin betreibt seit Jahren einen Flohmarktstand auf dem Schützenplatz – zugunsten der S.O.S.-Tierhilfe Seesen. Um die vielen Flohmarktutensilien zu lagern, hat die 76-Jährige dankenswerterweise die Räumlichkeiten der ehemaligen Firma Ladycake in der Triftstraße nutzen können. Auf rund 100 Quadratmetern befindet sich das große Flohmarktlager. Doch damit ist es nun vorbei. Die früher Produktionsstätte von Ladycake gehört heute der Firma b.i.g.-Sicherheit GmbH mit Sitz in der Emil-Melchau-Straße. Und deren Projektleiter hat Gertrud Wintel nun bedauerlicherweise mitteilen müssen, dass sie bis Ende September ihre Flohmarktsachen nicht mehr hier lagern kann. „Aus Brandschutzgründen, wie man mir mitgeteilt hat“, so die Tierschützerin.
Damit steht Gertrud Wintel vor einem großem Problem, schließlich hat sie in den vergangenen Jahren zahlreiche Flohmarktartikel gesammelt. Hier stapeln sich massenhaft Bücher, Geschirr, Besteck, Gläser, Spielzeug, Tonträger, Puppen und jede Menge Kleidungsstücke, um nur einiges zu nennen.
Für die S.O.S.-Tierhilfe ist Gertrud Wintel wohl ein echtes Geschenk. Sie nimmt Tiere bei sich auf, die in anderen Familien nicht mehr erwünscht sind und gibt ihnen meist vorübergehend ein Zuhause. Sie werden mit viel Hingabe aufgepäppelt und ärztlich versorgt, bevor sie wieder in ein liebevolles Zuhause vermittelt werden. Um stets genügend Futter im Haus zu haben, ist Gertrud Wintel regelmäßig auf dem Seesener Flohmarkt vertreten. Auch in Einbeck oder Bad Salzdetfurth bietet sie ihre Waren auf Trödelmärkten an, um Geld für ihre Lieben zu verdienen. Hier bietet sie alles brauchbare aus Haushaltsauflösungen und Spenden an, um von dem eingenommenen Geld Futter für ihre „Sorgenkinder“ kaufen zu können.
Wenn es den Flohmarkt nicht mehr gibt, dann gibt es auch kein Geld mehr für die S.O.S-Tierhilfe. Und das wäre für Gertrud Wintel mehr als der sprichwörtliche Katzenjammer, es wäre schlichtweg eine echte Katastrophe. Uneigennützig setzt sie sich seit nunmehr 35 Jahren für alle Vierbeiner ein, die in Not geraten sind. Aber vielleicht ist ja doch noch nicht aller Tage Abend. Wer eine kleine Lagerhalle zur Verfügung stehen hat und diese nicht benötigt, kann einen großen Beitrag zur Unterstützung der S.O.S.-Tierhilfe leisten. Natürlich sollte sich die Lagermöglichkeit bestenfalls in Seesen selbst befinden und ausreichend Platz bieten. Natürlich kann es auch sein, dass es mit dem neuen Lagerraum nichts wird. Aus diesem Grund ist vorsorglich ein großer Ausverkauf vor Ort geplant. Am Freitag, 5. September, in der Zeit von 9 bis 18 Uhr wird Gertrud Wintel in der Triftstraße einen großen Ausverkauf starten. Und soviel vorweg: Schnäppchenjäger kommen garantiert auf ihre Kosten, schließlich hat sich in den vergangen Jahren ein echter Schatz an nützlichen und vielleicht auch unnützen Dingen angesammelt. Sogar Brautkleider und teure Mäntel hat Gertrud Wintel vorrätig. Dazu jede Menge Spielzeug, unbenutzte Mikrowellen und und und...
Wer etwas erwirbt, tut gleichzeitig ein gutes Werk für die von Gertrud Wintel betreuten Katzen und Hunde. Diese bekommen seit Jahren die volle Unterstützung der S.O.S.-Tierhilfe. Nun ist auch Gertrud Wintel einmal auf Hilfe angewiesen. Wer über Lagerräume verfügt, kann sich sehr gern unter der Telefonnummer (05381) 2627 mit der Tierschützerin aus Leidenschaft in Verbindung setzen. Sie ist auch bereit, ein wenig von ihren Einnahmen abzuzwacken, um mit einer Miete dafür zu sorgen, dass sie ihren Flohmarkt weiter betreiben kann. Bleibt zu hoffen, dass alsbald das Telefon im Hause Wintel klingelt, und der Anrufer mit der frohen Botschaft meldet: „Frau Wintel, ich hätte da eine passende Halle für Sie frei...“