Spannende Juniorwahl durchgeführt

Das Projekt „Juniorwahl” wurde in Seeen erfolgreich durchgeführt.

Schulprojekt am Seesener Jacobson-Gymnasium / 23 Prozent für die CDU / 18 Prozent für die SPD

Nach der Bundestagswahl und dem vorhandenen Ergebnis sieht die Regierungsbildung ziemlich schwierig aus, die einzige reale Möglichkeit für eine regierende Koalition wären die sogenannte Große Koalition sowie die Jamaika-Koalition, die passend zu den Farben der Landesflagge von Jamaika aus Union, FDP und Grünen bestehen würde.
Bei der von uns am Jacobson-Gymnasium Seesen getätigten Juniorwahl sieht es prozentual zwar bei manchen Parteien deutlich anders aus, dennoch würde die Jamaika-Koalition rein rechnerisch auch zustande kommen können. Aber die Große Koalition hätte bezogen auf unsere Juniorwahl eine Prozentzahl von 41,7 Prozent erreicht und wäre damit bekanntlich nicht in der Lage, eine Regierung zu bilden.
Doch was genau ist die Juniorwahl eigentlich? Die Schülerinnen und Schüler an insgesamt 3.490 Schulen haben gewählt. Am JGS hat der Politik-Leistungskurs des 11. Jahrgangs das Projekt organisiert, welches vom 18. bis zum 22. September, also in der Vorwoche der Bundestagswahl, lief. Zur Auswahl standen die gleichen Kandidaten im Wahlkreis sowie die gleichen Parteien wie bei der echten Wahl, und wir funktionierten einen Klassenraum in ein ,,Wahllokal“ um. Wahlberechtigt waren alle Schülerinnen und Schüler der 9. bis 12. Klasse.
Die Juniorwahl ist ein Projekt zur politischen Bildung an Schulen. Nach einer unterrichtlichen Vorbereitung bildet ein real simulierter Wahlakt parallel zu Landtagswahlen, Bundestagswahlen und Europawahlen den Projekthöhepunkt; die Schülerinnen und Schüler setzen sich so intensiv mit dem Thema „Demokratie und Wahlen“ auseinander. Das handlungsorientierte Konzept der Juniorwahl fördert dabei nachweislich das politische Interesse und die Partizipationsbereitschaft von Jugendlichen. Seit 1999 wird die Juniorwahl vom gemeinnützigen und überparteilichen Verein Kumulus e.V. durchgeführt. Das Projekt umfasst alle Schulformen – ausgenommen Grundschulen – und zählt inzwischen zu den größten Schulprojekten in der Bundesrepublik Deutschland. Ziele der Juniorwahl sind die Förderung eines fundierten Meinungsbildungsprozesses in Form einer demokratischen Willensbildung, die Vorbereitung auf die Partizipation innerhalb des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland sowie die Überwindung von Politikverdrossenheit unter Jugendlichen.
Mit insgesamt 240 Wahlberechtigten und 230 gültigen Stimmen erreichte das Jacobson-Gymnasium eine Wahlbeteiligung von 95,8 Prozent. Unsere Endergebnisse ergaben Folgendes: Die CDU erhielt 23,0 Prozent, für die SPD entschieden sich 18,7 Prozent, 16,1 Prozent stimmten für die Grünen, die Linke erhielt 3,9 Prozent, die FDP erzielte 13,0 Prozent, 7,8 Prozent entschieden sich für die AfD, die Piraten bekamen 3,9 Prozent, die Tierschutzpartei erzielte 7,4 Prozent, 2,6 Prozent wählten Die Partei und die V-Partei bekam 2,2 Prozent. In Bezug auf die Wahlergebnisse der GRÜNEN sowie der Tierschutzpartei kann man sagen, dass den Schülern eine umweltbewusste Politik sehr wichtig ist.
Die Endergebnisse stimmten teilweise mit den Ergebnissen der von uns erstellten Hochrechnung auf Grundlage einer freiwilligen Umfrage unter 67 Teilnehmern überein: die CDU mit insgesamt 1 Prozent Unterschied und die SPD mit nur 0.7 Prozent Unterschied. Diese Umfrage zu den Wahlen ergab auch noch weitere interessante Ergebnisse. So scheint zum Beispiel die Geschlechtszugehörigkeit das Interesse für Politik merklich zu beeinflussen. Die männlichen Teilnehmer zeigten sich mehr an Politik interessiert, als die weiblichen, bei denen nur zwei Drittel meinen, an Politik interessiert zu sein.
Insgesamt hat uns das Schulprojekt gut gefallen. Sowohl die Teilnahme an der Wahl, als auch die Mithilfe bei der Organisation waren sehr interessant für uns. Besonderer Dank gilt dem Eltern- und Freundeskreis des Jacobson-Gymnasiums Seesen, der durch eine großzügige Spende die Teilnahme erst ermöglicht hat.

Text: Melina Ternedde, Bianca Blode, Greta Lücke, Joost Bakker, David Schädler, Luis Alberti, Eric Alberti, Frederic Müller