SPD beschäftigt sich erneut mit dem Thema Ganztagsschule

Der neue SPD-Fraktionsvorstand: Norbert Stephan, Michaela Meyer, Dietrich Krause und Uwe Klöppner und Michael Conzen.

Bürgermeister Erik Homann Gast bei Fraktionssitzung der Sozialdemokraten / Betreuung bis 15.30 Uhr geplant

Seesen (bo). Zu ihrer Fraktionssitzung am letzten Montag konnten die Sozialdemokraten auch Seesens neuen Bürgermeister Erik Homann begrüßen. Erster Besprechungspunkt war die Sichtung des Materials, welches für die Planungen der Nachmittagsbetreuung an den Seesener Grundschulen dienen soll. Die SPD setzt sich seit vielen Jahren für bessere Bildungschancen und Betreuungsangebote ein. „Die Umsetzung dieser Ziele möchten wir natürlich auch in Seesen erreichen und die SPD-Fraktion hat sich für den bedarfsgerechten Ausbau ausgesprochen“, unterstrich Fraktionsvorsitzender Dietrich Krause gleich zu Beginn der Sitzung. Pädagogische, integrations- und sozialpolitische Gründe sprächen deutlich dafür.
Es sei zu begrüßen, dass inzwischen auch die CDU auf Bundes- und Landesebene sich immer weiter den Vorschlägen der Sozialdemokraten angleichen. Allerdings – und hier stelle sich die Fragen nach der Vereinbarkeit von Forderung und Verantwortung – verlange die Niedersächsische Landesregierung für die Genehmigung von Ganztagsschulen von den Schulträgern (für die Grundschulen der Stadt Seesen) die Übernahme aller Kosten für bauliche, sächliche und weitere Aufwendungen in erheblicher Höhe. Und die Schulen müssen sich damit einverstanden erklären, keine zusätzlichen Lehrerstunden für die „Nachmittagsbeschulung“ zu verlangen. Das Land selbst stellt den Schulen lediglich ein kleines Jahresbudget, beispielsweise für die Unterstützung der Kooperationsangebote am Nachmittag, zur Verfügung.
Was ist also in Seesen leistbar? Nach den jetzt von den Grundschulen vorgelegten Planungen geht man dort von einer freiwilligen Nachmittagsbetreuung bis 15.30 Uhr an drei Tagen in der Woche aus. An diesen Tagen sollen für die Schülerinnen und Schüler ein Mittagessen angeboten und im Anschluss daran verschiedene Betreuungsangebote offeriert werden. Für die Übernahme dieser Betreuungsangebote sollen Kooperationspartner aus Vereinen, Verbänden und andere gewonnen werden. Wer die erheblichen organisatorischen Aufgaben übernehmen kann, ist noch zwischen den Schulleitungen und dem Schulträger zu klären. Gleiches gilt für die Fragen, wer für die Bereitstellung und Kostenübernahme für zusätzliche Fahrten in der Schülerbeförderung aufkommen soll und wie eine bedarfsgerechte Betreuung nach 15.30 Uhr (zum Beispiel für bisherige Hortbesucher) gesichert wird.
Die SPD-Fraktion diskutierte ausführlich die zu berücksichtigen Aspekte und würdigte in diesem Zusammenhang die bereits von den Schulleitungen geleisteten Vorarbeiten und Planungen. Dietrich Krause: „Wenn sich die Grundschulen mit ihren Gremien dafür aussprechen, zunächst auf der geschilderten Minimalbasis eine „Ganztagsschule light“ einzuführen, werden wir sie auch hierbei unterstützen.“ Allerdings gehe der Anspruch der SPD weiter. Die Forderungen an das Land, weitere Pädagogenstunden und Finanzen bereitzustellen, bleiben nach wie vor bestehen. Nur wenn diese Forderungen erfüllt würden, könne man von einer wirklichen Ganztagsschule sprechen, die Eltern, Schülerinnen und Schülern und den Pädagogen eine verlässliche und wirkungsvolle Basis biete.