SPD fordert umgehende Einberufung des Schulausschusses

Sozialdemokraten zu Besuch in der GS Münchehof / Kritik am Modell „light“ / Krause: „Kennen keine Zahlen!“

Seesen (bo). Drei der vier Grundschulen im Stadtgebiet Seesen möchten zum Schuljahr 2012/13 „Ganztagsschulen“ werden. Bis auf die Grundschule in Rhüden haben sich die Gremien der anderen Schulen dafür ausgesprochen und die entsprechenden Anträge gestellt. Jetzt wartet man auf die Genehmigungsbescheide durch die Landesschulbehörde.
Die SPD-Ratsfraktion besuchte am Montag die Grundschule Münchehof, die sich mit ihren Planungen für die Umsetzung des Projektes bereits seit längerer Zeit beschäftigt. Schulleiterin Nadine Kristen und ihre Stellvertreterin, Frauke Mandel, stellten der SPD-Fraktion ihre Pläne vor. Direkt vor Ort konnten sich die Fraktionsmitglieder vom Ausstattungsstand der Schule und die für eine Umsetzung des „Ganztagsschulangebotes“ erforderlichen Maßnahmen überzeugen.
„Die SPD freut sich über das Engagement der Schule und wird sie bei ihrem Vorhaben bestmöglich unterstützen“, unterstrichen Fraktionsvorsitzender Dietrich Krause und Ortsbürgermeister Jochen Pedroß. Leider müsse jedoch auch an dieser Stelle festgestellt werden, dass das jetzt geplante Modell lediglich eine „Ganztagsschule light“ (Betreuung an drei Nachmittagen pro Woche bis 15.30 Uhr) werden könne, weil die Niedersächsische Landesregierung zwar recht hohe Anforderungen an die Ausstattung der Ganztagsschule stelle, selbst aber kaum dazu beitrage.
Bekanntlich fordere die Landesregierung für die Genehmigung der Ganztagsschulen von den Schulträgern (für die Grundschulen die Stadt Seesen) die Übernahme aller Kos­ten für bauliche, sächliche und weitere Aufwendungen in erheblicher Höhe. Und die Schulen müssen sich damit einverstanden erklären, keine zusätzlichen Lehrerstunden für die „Nachmittagsbeschulung“ zu verlangen. Das Land selbst stellt den Schulen lediglich ein kleines Jahresbudget, beispielsweise für die Unterstützung der Kooperationsangebote am Nachmittag, zur Verfügung. Diese Zusatzmittel für die Nachmittagsbetreuung seien lediglich der „Tropfen auf den heißen Stein“. Gleichwohl werde die SPD alle Bemühungen der Grundschulen unterstützen, ein Einstiegsangebot zur Ganztagsschule anzubieten.
Die Besichtigung der Klassenräume zeigte, dass in der Grundschule Münchehof die Grundausstattung im Bereich der Möblierung Lücken aufweist und bereits für den „normalen“ Unterricht ein gewisser Nachholbedarf besteht. Festgemacht wurde dies unter anderem am Fehlen notwendiger abschließbarer Schränke für das im Unterricht benötigte und in der Schule verbleibende Eigentum von Lehrern und Schülern.
Auch die Notwendigkeit für die Anschaffung von Vitrinenschränken für den Bestand der öffentlichen Bücherei Münchehof, die in der Grundschule untergebracht ist, wurde gesehen. Die SPD-Fraktion werde sich dafür einsetzen, dass diese Gegenstände schnellstmöglich angeschafft werden. Die darüber hinaus im Haushaltsplan der Stadt einzustellenden Mittel müssten so bemessen werden, dass der Start der „Ganztagsbeschulung“ erfolgreich sein kann. Die bislang von der Ratsmehrheit genannten 20.000 Euro je Schule seien da augenscheinlich unzureichend.
Die SPD-Fraktion fordert, dass der Schulausschuss, der bislang leider nicht in die aktuellen Planungen eingebunden worden sei, umgehend einberufen wird, um sich mit diesem Thema zu befassen. Dietrich Krause abschließend: „Leider kennen wir noch keine Zahlen für den städtischen Haushalt im nächsten und in den Folgejahren.
Es scheine allerdings so zu sein, so Krause weiter, dass die Haushaltssituation nicht einfach wird. Insofern sei zu schauen, in welchen Schritten die Umsetzung erreicht werden kann. Klar sei für die SPD auch, dass die Verwaltung entsprechende Umsetzungsalternativen hinsichtlich der Finanzierung in den nächsten Jahren entwickeln muss.
Krause: „Gleiches gilt im Übrigen für die Unterstützung der Schulen bei der Organisation der Nachmittagsangebote.“