SPD-Fraktionsvorsitzende kritisiert Homann

Im Markthaus ist es deutlich ruhiger geworden, weil der „Durchgangsverkehr“ weniger geworden ist. Das spüren auch und vor allem die Geschäfte. Die SPD kritisiert, dass sich hier nichts bewegt.

Andrea Melone: „Das Markthaus schafft sich ab und die Stadtverwaltung sieht zu“

Mit ungewöhnlich scharfen Tönen meldet sich die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Melone in dieser Woche zu Wort. Im Anschluss an die Fraktionssitzung ihrer Partei Anfang dieser Woche erklärte sie mit Blick auf die derzeitige Situation in der Seesener Innenstadt: „Das Markthaus schafft sich ab und die Stadtverwaltung sieht zu.“

Hintergrund der Kritik der Fraktionsvorsitzenden ist der Umstand, dass durch das marode Parkhaus der Standort immer weiter an Attraktivität für die Geschäftstreibenden der Innenstadt verliere. Die SPD kritisiert unverhohlen, dass nach den Verhandlungen mit den Betreibern des Gesamtkomplexes Markthaus Ende Januar weitere Handlungsschritte vorgelegt und verhandelt werden sollten, was allerdings offenbar nicht geschehen ist.

Andrea Melone: „Jetzt liegt es am Bürgermeister, seinen Bürgerinnen und Bürgern die Situation zu erklären und entschieden seine Bedingungen aus dem sogenannten „letter of intent“ einzufordern. Die im Markthaus arbeitenden Menschen und die dort ansässigen Geschäfte bereichern unser Leben hier in Seesen. Sie sind wichtig für unsere alltäglichen Bedürfnisse und stets in ihrem Handeln bemüht. Den Betreibern des Markt­­hauses sollte jetzt klar gemacht werden, dass wir als Stadt ein besonderes Interesse an einem intakten Parkhaus und einem attraktiven, mit Geschäften und Menschen belebten Markthaus haben.“

Sehr positiv sehen die Sozialdemokraten indes der Sanierung der Marktstraße entgegen. Besonderes Interesse galt während der Fraktionssitzung dabei den Kanalarbeiten. Um den Bauablauf zeitlich zu optimieren, soll bei dieser Maßnahme die Kanalsanierung in offener Bauweise im Vorfeld der Straßensanierung erfolgen. Vorwiegend im Bereich der Hausanschlüsse wird diese punktuelle Sanierung erfolgen. Durch diese vorgezogene Bauausführung könne eine optimale Grundlage für die Straßensanierung geschaffen werden. Die SPD Fraktion begrüßt dieses Vorgehen, verspreche es doch in der Umsetzung ein zügiges Handeln.

Im weiteren Verlauf der Sitzung der Sozialdemokraten wurde berichtet, dass die Sozialdemokraten weiterhin hinter dem Konzept des Stadtmarketings stehen. Sie forden den Verwaltungsausschuss indes auf, ein Personalentwicklungskonzept vorzulegen. Somit konnten sie der vorliegenden Drucksache nur eingeschränkt zustimmen.

Andrea Melone: „Es scheint, als ob viele Ideen durch das Rathaus wirren und nicht zu Papier finden“. Es gelte, Ausgaben zu vermeiden, die ohne schlüssiges Konzept eine Nachhaltigkeit ausschließen. Bereits im Oktober letzten Jahres wurde ein zukunftsweisendes Konzept durch Bürgermeister Erik Homann vorgelegt. Dass dieses innerhalb kürzester Zeit verworfen wurde, ist für die Seesener Sozialdemokraten nicht nachvoll­ziehbar – hatte es doch auf große Zustimmung getroffen. Hier besteht offenbar Klärungsbedarf.