SPD/FDP-ZG: „Sehen in der Ausforschung keinen Nutzen“

Seesen/Goslar (bo). Mit Blick auf einen Beitrag der Seesener Tageszeitung „Beobachter“ über Fragen nach der Schul- und Ausbildung der Eltern bei der Einschulungsuntersuchung von Kindern, hat die Zählgemeinschaft aus SPD und FDP im Kreistag den Sachverhalt geprüft und festgestellt, dass der Landkreis sich an einem Projekt des Landes Niedersachsen beteiligt, das die Daten für eine Studie zur Kindergesundheit zusammenfügt. „Dieser Fragenkatalog stellt zwar nicht die Frage nach Hartz IV, und die Beantwortung ist freiwillig “, so Kreisagsabgeordnete Petra Emmerich-Kopatsch in einer Pressemitteilung, „dennoch sehen wir den Nutzen dieser „Ausforschung“ nicht.“ Einstimmig habe die Zählgemeinschaft aus SPD und FPD den folgenden Antrag einstimmig zum nächsten Kreistag auf den Weg gebracht: „Diskriminierung und Vorurteilen keine Chance geben, Kinder vorurteilsfrei begutachten. Aufgrund der Presseberichterstattung im Seesener „Beobachter“ zur Einschulungsuntersuchung bitten wir den Landkreis, zukünftig auf die Frage nach dem Beruf der Eltern, auch wenn diese freiwillig beantwortet werden kann, gänzlich zu verzichten. Weder ist diese Frage relevant für den geistigen und körperlichen Entwicklungsstand des Kindes, noch trägt sie dazu bei, dass Kinder vorurteilsfrei in positiver wie negativer Hinsicht die Schullaufbahn beginnen können. Ebenso wäre es wünschenswert, diese Frage auch aus den Einschulungsunterlagen der Schulen zu entfernen. Jedes Kind soll sich frei entfalten können und nach seinen ureigensten Fähigkeiten und Kenntnissen beurteilt werden. Fragen nach der sozialen Herkunft könnten unter Umständen den objektiven Blick der Pädagogen beeinträchtigen und das Kind unnötig belasten.“