Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

Als Happy End – wie sollte es auch anders sein - heiraten Schneewittchen und Prinz Paul.
 
Schneewittchens böse Stiefmutter Drusilla (Gaby Töpperwien). Sie wollte ihren Sohn Bernd auf den Thron sehen und nicht Schneewittchen.
 
Der Spiegel Lars (Uwe Klöppner) begeistert nicht nur Königin Drusilla, auch die Kinder im Publikum lieben ihn, denn er bewegt sich und spricht.

„Schneewittchen und die 7 Zwerge - in geheimer Mission“ begeistern in Seesen.

Am vergangenen Wochenende präsentierte die Junge Bühne Seesen ihr diesjähriges Kinderstück „Schneewittchen und die 7 Zwerge in geheimer Mission“ frei nach den Brüdern Grimm von Christa Margret Rieken. Für die kindsgerechte Inszenierung zeichnete Petra Gründler verantwortlich. Mehr als 1000 Zuschauer zogen die Laiendarsteller in ihren Bann.

Seit Monaten liefen die Proben auf Hochtouren, Kostüme wurden zusammengestellt, Kulissen für das Bühnenbild gebaut und Musikstücke gelernt – alles nur mit dem Ziel, das junge Theaterpublikum in die berühmte Welt von Schneewittchen und den sieben Zwergen Eintauchen zu lassen. Wohl kaum jemand im Publikum kannte die Geschichte von Schneewittchen und den sieben Zwergen nicht, doch diese Zwerge führten ein Doppelleben. Ganz in 007-Agenten-Manier, tauschten Sie ihre roten Zipfelmützen gegen Sonnenbrillen, für ihre geheime Mission, aus. Die Märchenwelt war in Gefahr und Königin Mathilde (Inge Dannemann) schickte ihre sieben Zwerge Erich (Renate Warnecke), Floppy (Daniela Wons), Fritz (Jeanette Haars), den gefräßigen Dickie (Fenja Oelhoff), Hinz (Antje Peckhaus), Kunz (Nele Töpperwien) und Karlchen (Ursula Antl), um Königin Drusillas „Geheimwaffe“ auszuspionieren. Für Drusilla (Gaby Töpperwien), eine schrill kreischende böse Königin, die Schneewittchen (Manuela Löffler) aus dem Weg räumen will, hatten die Kinder so gar nichts übrig. Aber alles der Reihe nach!

Schneewittchens böse Stiefmutter Drusilla, wollte ihren Sohn auf dem Thron sehen. Bernd (Roman Lamprecht) soll das Königreich regieren, nicht Schneewittchen. Nach dem Tode des Königs (Rolf Dannemann) war der Weg dafür frei. Auf dem Dachboden findet Bernd einen alten Spiegel. Dieser Spiegel ist das einzige Andenken an Schneewittchens Mutter. Warum aber wollte Schneewittchens Mutter, dass nur ihre Tochter den Spiegel bekommen sollte? Schnell fand Drusilla heraus, dass sie mit diesem Spiegel die Mächtigste im Königreich werden kann. So beschloss sie den Spiegel für sich zu behalten und Schneewittchen sollte nie davon erfahren. Der Spiegel begeistert aber nicht nur Königin Drusilla, auch die Kinder im Publikum lieben ihn, denn er bewegt sich und spricht. Der Zauberspiegel Lars (Uwe Klöppner) beantwortet Fragen und spricht immer nur die Wahrheit. „Wollt ihr mich das wirklich fragen, kann ich nur die Wahrheit sagen!“ Die Fragen müssen sich reimen und auch die Antworten liefert der Zauberspiegel im Reim. Der Spiegel wird zu Drusillas „Geheimwaffe“, denn mit Lars ist sie stets über alles informiert und kann damit ihre Macht vergrößern. Doch Lars muss Drusillas Frage nach der Schönsten im Land, zu Gunsten Schneewittchens beantworten. Das gefällt Drusilla gar nicht. „Schneewittchen muss weg!“ Das Publikum mag Schneewittchen. Ihre Blicke wandern immer mit ihr mit. Schneewittchen ist süß und frech und möchte auf keinen Fall einen Prinzen heiraten, die sind ihr „viel zu langweilig“. Sie will viel lieber einen Jäger, deshalb hält sie sich am liebsten im Wald auf. Bernd darf nicht mit in den Wald, er muss Hausaufgaben machen. Bernd ist nicht der hellste Kopf, das merken auch die Kinder schnell. Aber Bernd weiß, dass der Spiegel immer die Wahrheit sagt und das macht sich für seine Rechenaufgaben sicher gut. Aber die Mathefrage muss sich reimen? „Lieber Spiegel, ich frage dir, wie viel ist 5 x 4?" Bevor Lars die richtige Antwort liefert, haben die Kinder natürlich die Aufgabe schon gelöst. Den Kindern macht es hörbar Spaß. Sie machen mit, wo es nur geht und zwingen die Akteure immer wieder zum Improvisieren. Königin Mathildes Sohn, Prinz Paul (Jörg Scheibel), spielt lieber Tennis, als Prinz zu sein. Er soll, als Jäger verkleidet, Drusillas Geheimnis auf die Spur kommen. Statt einem Pferd soll Paul ein Fahrrad nehmen, das wäre unauffälliger. Bei Drusilla angekommen, gibt Drusilla ihm den Auftrag Schneewittchen aufzuspüren und zu töten, denn nur dann ist sie die „Schönste im ganzen Land“. Prinz Paul trickst Drusilla mit Schneewittchens Ring aus, der beweisen soll, dass er Schneewittchen beseitigt hat. Doch Lars, der Spiegel – der immer die Wahrheit spricht – deckt den Schwindel auf.

Mit vergiftetem Apfel „aus biologischem Anbau“ macht sich Drusilla mit Sohn Bernd auf den Weg Schneewittchen selbst zu töten. Anders als in der Geschichte, erwischt es statt Schneewittchen, jedoch den immer hungrigen Zwerg Dickie. Schneewittchen wird von Königin Drusilla gefangen genommen. Der Jäger, alias Prinz Paul, rettet Dicke das Leben. Es gibt jetzt nur noch einen Menschen, der ihnen helfen kann, Schneewittchen zu befreien und den Spuk zu beenden - Königin Mathilde. Im Beisein des Dieners (Dieter Lemke), den die Zwerg-Agenten „Schleimer" nennen, berichten die Zwerge Mathilde von den Geschehnissen. Mit vereinten Kräften, landet schließlich die böse Königin Drusilla für immer und ewig im Spiegel und Lars - nach 400 Jahre Spiegel - in der Freiheit. Dieser nimmt sich gleich, zur Freude des Publikums, eine Auszeit und macht Ferien. Die Geschichte blieb immer spannend und nahm am Ende den so wichtigen glücklichen Verlauf. Als Happy End – wie sollte es auch anders sein - heiraten Schneewittchen und Prinz Paul. Die restlos begeisterten Kinder und Erwachsene beklatschten und bejubelten die Akteure auf der Bühne und waren sichtlich erleichtert, dass Schneewittchen ihre Liebe gefunden hat. Viele Kinder holten sich nach der Aufführung noch Autogramme bei ihren Lieblingen. Drusilla gab die wenigsten Autogramme! In drei Vorführungen boten die JBS`ler abwechslungsreiches Theater für Kinder, gespickt mit musikalischen Einlagen. Auffällig waren auch die liebevoll gestalteten Flyer, Prospekte und Werbeplakate für das Kinderstück, die der Feder von HAWK Studentin Anna-Lena Antl entstammen.

Musikalische Begleitung: Andreas Tappe, Nico Haars, Cosima Peckhaus, Tabea Bertram, Thea Husar und Lara Bewig.

Hinter den Kulissen und nicht im Text oben aufgeführt: Andreas Gründler, Sascha Garbe, Andreas Reinke, Thore Reincke, Friedhelm Grotjahn, Tanja Bertram, Tania Husar, Jessica Dollichon, Uwe Zwick, Petra Gründler, Andrea Wilhelm-Opel und Salon Koch.

Die Junge Bühne Seesen nutze am Wochenende zusätzlich die Öffentlichkeit, um sich für muskelkranke Kinder zu engagieren, die wenig Kraft und „keine Lobby“ haben. Eigens ausgelegte Flyer und aufgestellte Spendendosen sammelten für diesen guten Zweck. Mehr Informationen dazu finden Sie im Internet unter www.muskelstiftung.de. Auch nach den Veranstaltungen darf gespendet und damit geholfen werden.