Spineboard-Ausbildung bei Feuerwehr

Aktive der Feuerwehren aus Seesen und Rhüden wurden im Umgang mit dem Spineboard geschult.
 
Auch dieses Gerät zum Beheizen von Pkw-Innenräumen und Lkw-Fahrer­kabinen wurde ausprobiert.

Aktive aus Seesen und Rhüden in Sachen Technisch-medizinischer Rettung auf neuestem Stand

Der vergangene Samstag stand für 20 Aktive der Feuerwehren Seesen und Rhüden ganz im Zeichen der Ausbildung. Immer öfter werden die Feuerwehren zur Unterstützung des Rettungsdienstes alarmiert, aber auch bei der Rettung von Personen aus misslichen Lagen ist die Feuerwehr immer mit von der Partie. Um sich mit den neusten Standards messen zu können, muss eine intensive Ausbildung garantiert werden. Nicht nur die Ausbildung ist ein wichtiges Thema, sondern auch neue und moderne Hilfsmittel bei der Rettung spielen eine wichtige Rolle. War früher die Krankentrage gang und gäbe, so sind heute Schleifkorbtragen und Spineboard, also ein Rettungsbrett angesagt. So halten auch moderne Rettungshilfsmittel im Stadtgebiet Seesen Einzug. Derzeit verfügen schon vier Ortsfeuerwehren im Stadtbereich über eine Schleifkorbtrage, die durch Spendengelder von den Ortsfeuerwehren selbst angeschafft wurden. Im Stadtgebiet sind Seesen und Rhüden die beiden Ortsfeuerwehren, die mittels ihrer Zusatzausrüstung (Rettungssatz) die schweren Technisch-medizinischen Einsätze übernehmen. Aus diesem Grund wurde die Ausrüstung der beiden Feuerwehren noch einmal optimiert und neben der vorhandenen Schleifkorbtrage noch je ein Spineboard selbst angeschafft, um bei der Technisch-medizinischen Rettung auf dem neuesten Stand zu sein.
Das Spineboard ist ein Hilfsmittel zur Rettung verunfallter Personen, bei denen eine Verletzung der Wirbelsäule nicht auszuschließen ist. Das Spineboard besteht aus Hartplastik, dass je nach Hersteller bis zu 1000 Kilogramm Tragfähigkeit besitzt und meistens komplett röntgendurchlässig ist. Wegen seiner Schwimmfähigkeit wird es auch bei der Wasserrettung eingesetzt.
Ähnlich wie bei der Schaufeltrage wird das Spineboard unter den Patienten geschoben oder dieser darauf gehoben. Des Weiteren kann der Patient mit mehreren Helfern achsengerecht gedreht werden, damit das Spineboard hinter seinem Rücken positioniert werden kann. Danach werden das Spineboard und der Patient wieder in Rü-ckenlage gebracht. Anschließend muss er mit einem Kopffixierset und einem mehrteiligen Gurtsatz beziehungsweise mit einem Patientenfixiersystem (auch „Spinne“ genannt) fixiert werden und ist zum Transport bereit.
Eine weitere Anwendung ist das schonende Retten aus Pkw. Nach Entfernen des Autodaches wird das Board zwischen Patienten und Sitz geschoben und der Patient dann mit mehreren Helfern achsengerecht auf das Brett gezogen. Liegt dieser in ganzer Länge auf dem Board, wird es wieder in die Horizontale gebracht und der Patient kann aus dem Fahrzeug gehoben werden. Auch bieten sich Spineboards auf Grund der zahlreichen Griffmöglichkeiten zur Rettung von Personen aus unwegsamen Gelände an.
Genau diese Möglichkeiten wurden in einer vierstündigen Ausbildung vermittelt und erprobt. Ein Lehrmeister für diese Ausbildung wurde schnell gefunden. Uwe Schmidt, seines Zeichens Rettungsassistent, wies zusammen mit Stefan Eggerling und Tanja Richter (Rettungssanitäterin) in das „Einmaleins“ des Spineboard sowie in das richtige Anlegen eines Stifneck (Halswirbelsäulenschiene) ein.
Alle Möglichkeiten, einen Verunfallten schonend zu retten sowie zu transportieren wurden durchgespielt, sodass alle am Ende ein Gespür für die Einsatzmöglichkeiten und die Handhabung dieses Rettungsbrettes mit nach Hause nehmen konnten.
Es wurde noch eine Neuerung an diesem Tag ausprobiert und getestet – ein Gerät zum Beheizen von Innenräumen bei Pkw- und Lkw-Fahrerkabinen. Die abgegebene Wärme des Gerätes soll das Auskühlen von verunfallten und eingeklemmten Personen bei kalten Außentemperaturen minimieren.
Aber auch das Beheizen von Zelten sowie Räumen ist damit möglich. So können auch in Zukunft die Atemschutzgeräteträger vor und nach dem Einsatz von einer beheizten Unterkunft profitieren. Auch dieses Gerät wurde von der Feuerwehr selbst angeschafft.