Stadtrat verabschiedet ein neues Einzelhandelskonzept

Öffnung für alle Sortimente im Verlauf der Frankfurter Straße / Förderung der Innenstadt soll weiterhin Priorität haben

Der Rat der Stadt Seesen hat während seiner Zusammenkunft am Mittwochabend ein neues Einzelhandelskonzept verabschiedet. Inhaltich wichtigster Punkt dürfte dabei sein, dass zukünftig innerhalb der Einzelhandelslagen „Frankfurter Straße“ und „Braunschweiger Straße“ künftig alle Sortimente zugelassen werden. Das war bislang nicht der Fall.
In diesem Bereich können sich künftig also auch Betriebe ansiedeln, die aufgrund ihrer Größe oder anderer Faktoren keine geeigneten Flächenangebote in der Innenstadt finden. In der Gesamtbewertung solle der Einkaufsstandort Seesen dadurch aufgewertet und Leerstände im Außenbereich beseitigt werden, hieß es. Bei einer Gegenstimme von Sven Ladwig (Bündnis 90 /Die Grünen) wurde das neue Einzelhandelskonzept 2012 vom Stadtrat beschlossen.
Auslöser für die „Umorientierung in die Außenlagen“ war auch der Umstand, dass Geschäfte – wie beispielsweise imFall von Jenas Fritz – ansonsten auf den Standort Seesen komplett verzichtet hätten. Auf Grundlage des strukturierten Einzelhandels haben zwischenzeitlich an nahezu allen Standorten Entwicklungen stattgefunden. Gleichzeitigee Änderungen der Rechstsprechung im Hinblick auf die Begenzung von Sortimenten hätten eine Aktualisierung des ehemaligenEinzelhandelskonzept erfordet.
In Seesen selbst gibt es aktuell drei wesentliche Einzelhandelslagen. Neben der Innenstadt gibt es den Bereich in der Frankfurter Straße mit E-Neuakuf, Netto, kik und Tacco sowie den Einzelhandel an der Braunschweiger Straße mit toom Baumarkt, Rewe,Aldo. Lidl, Zoo & Co. und Deichmann.
Wie es in dem neuenEinzelhandelskonzept heißt, soll die Ansiedlung von Geschäften in der Innenstadt auch weiterhin Prioriät genießen. Mit dem Hagebaumarkt, dem Marktkauf,Schwager Mode und Sport sowie einer Vielzahl diffenzierter Angebote soll der City-Schwerpunkt weiter gefördert werden. Durch die Aufnahme in die städtebauliche Förderung des Landkreises bestehen zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten. Die Stadt Seesen hat im Übrigen darauf verzichtet, imRahmen der Erstellung des neuen Einzelhandelskonzept ein externes Gutachten erstellen zu lassen. Diese Analyse sei kostenaufwändig und würde nur wenig neue Erkenntnisse liefern, betonte beispielsweise CDU-Fraktionsvorsitzender Rudolf Götz in seinemStatement am Mittwochabend. So sah es auch Andreas Oberbeck von der FDP.
Kritik an dieser Vorgehensweise kam von SvenLadwig aus Bornhausen. Er monierte außerdem, dass das Konzept den Forderungen eines einzigen Geschäftes hinterherlauf und meinte dabei offensichtlich die Causa „Jeans Fritz“. Gegen die Stimme Ladwigs wurde das neue Einzelhandelskonzept letztlich mit großer Mehrheit beschlossen.