Stadtverwaltung bezieht Stellung

Nach massiver Abholzung an der Schildau: Forstbetriebsgemeinschaft begründet Vorgehensweise

Die Durchforstung der Waldbereiche an der Schildau entlang der unteren Talstraße von der Zimmerstraße bis zur Braunschweiger Straße wurde von der Forstbetriebsgemeinschaft Harz-Leine im Auftrag der Stadt Seesen durchgeführt.

Aufgrund der Nachfragen und teils wegen der heftigen Kritik an der Maßnahme aus der Bevölkerung hat Bauamtsleiter Alexander Nickel die Forstbetriebsgemeinschaft Harz-Leine um Stellungnahme zu Art und Umfang der Durchforstungsmaßnahme gebeten. Von der Forstbetriebsgemeinschaft wurde bestätigt, dass zum einen aus waldbaulicher Sicht sowie zum anderen aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht die Durchforstung in dem vorgenommenen Umfang notwendig gewesen sei. „Die Forstbetriebsgemeinschaft, die von der Stadt Seesen unterstützend zur Beratung in forstwirtschaftlichen Fragen herangezogen wird, hätte damit die Einschätzung des eigenen Personals der Stadt Seesen bestätigt“, erklärte Alexander Nickel.
Die Gründe, warum einzelne Bäume im Rahmen der Auslesedurchforstung zur Fällung ausgewählt wurden, seien vielschichtig. Alexander Nickel: „Grundsätzlich empfehlen Fachleute aus forstwirtschaftlicher Sicht in regelmäßigen Zeitabständen eine Auslesedurchforstung durchzuführen, da sich zu viele Bäume auf engstem Raum gegenseitig behindern. Ein zu dichter Gehölzbestand führt dazu, dass die Bäume insgesamt zu wenig Licht erhalten und große Teile des Baumbestandes morsch werden.“
Um dem Wald eine Entwicklungsperspektive zu geben, ist es daher von Zeit zu Zeit notwendig, entsprechende Durchforstungsmaßnahmen vorzunehmen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, einen stabilen, mehrschichtigen, standortgerechten Wald zu bekommen.
Darüber hinaus sei es erforderlich, aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht eine größere Anzahl Bäume zu entfernen. Es handelte sich hierbei um kranke, morsche, vergreiste, schiefstehende oder angebrochene Bäume, Bäume mit größerem Totholzanteil, Bäume mit Pilz- oder Insektenbefall, sowie Bäume mit freiliegenden Wurzeln. Bäume mit freiliegenden Wurzeln bergen die Gefahr, dass bei einem künftigen Starkregenereignis die Wurzeln noch weiter ausgewaschen werden und die Standsicherheit dann nicht mehr gegeben ist, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Seesen. Saubere Schnittflächen würden dabei nur wenig über die tatsächliche Standsicherheit der Bäume aussagen. Bäume können umsturzgefährdet sein, weil sie ihr maximales Lebensalter erreicht haben, bereits vergreiste Bäume weisen häufig Schnittflächen ohne erkennbare Schäden auf. Trockene Kronen oder Stammschäden oberhalb der Schnittflächen sind ebenfalls nicht an den Schnittflächen zu erkennen.
Alexander Nickel abschließend: „Die Durchforstungsarbeiten wurden mittels eines Harvesters durchgeführt, da hierdurch eine zügige und wirtschaftliche Durchforstung möglich ist.“
Darüber hinaus sei durch den Harvester eine kontrolliertere und insofern bestandsschonendere Fällung möglich, als bei manuellen Verfahren. „Selbstverständlich werden im Bereich größerer freier Flächen Nachpflanzungen vorgenommen!“