Städtepartnerschaft zwischen Seesen und Montecorvino feierlich erneuert

Herzlich wurden die Seesener in Montecorvino empfangen. Die vor zehn Jahren begonnene Städtepartnerschaft wurde im Rahmen des Besuches erneut besiegelt und soll künftig mit neuen Elan beflügelt werden.
 
Die Seesener Delegation mit von links Jörg Bredthauer, Wolfgang Jakobi, Erik Homann, Mario Melone, Dr. Hans-Joachim Voß, Jürgen Ebert und Gerlinde Bredthauer.

Delegation der Stadt und Vertreter des Partnerschaftsvereins weilte im Süden Italiens

Eine Delegation der Stadt Seesen zusammen mit einer Delegation des Partnerschaftsvereins Seesen-Montecorvino Rovella machte sich auf den Weg in die Partnerstadt im Süden Italiens, um die vor zehn Jahren begonnene Städtepartnerschaft erneut zu besiegeln und mit dem Versprechen diese mit neuen Elan zu beflügeln.

Die Abreise wurde von Bürgermeister Erik Homann sowie dem Partnerschaftsvereinsvorsitzenden Dr. Hans-Joachim Voß angeführt. Nachdem in Göttingen der ICE nach Frankfurt bestiegen wurde, konnte man von dort den Flieger nach Italien nehmen, um in Neapel bei schönsten Spätherbstwetter zu landen.
In Montecorvino wurde die Delegation, der neben den Vorgenannten auch noch Wolfgang Jakobi, Jürgen Ebert und Andrea Melone für die Stadt Seesen angehörten nach dem Einchecken im Hotel vom Bürgermeister Montecorvinos, Egidio Rossomando, zu einem gemeinsamen Abendessen in Montecorvino eingeladen.
Dort fanden auch die ersten Gespräche zwischen den kommunalen Spitzen statt, die sich bei diesem Besuch das erste Mal kennengelernt haben, da Bürgermeister Homann sich, bei dem Besuch der Italienischen Delegation im Juni in Seesen, bekanntlich im Familienurlaub in Italien befand.
Zur feierlichen Besiegelung der Erneuerung „Städtepartnerschaft in Montecorvino“ wurde der Rathausplatz mit der italienischen, der deutschen und der europäischen Flagge geschmückt.
Nachdem der Bürgermeister von Montecorvino noch einmal die Bedeutung der Städtepartnerschaften für ein vereintes Europa und für die Völkerverständigung im allgemeinen hervorhob, bezog sich auch Erik Homann in seiner Rede noch einmal auf, dass die Partnerschaft bereits vor über 50 Jahren mit der Einwanderung der damaligen „Gastarbeiter“ begonnen hatte, von denen derzeit eine Menge aus dem kleinen Ort in Kampanien nach Seesen gingen, um dort ihre Zukunft zu gestalten, und deren Familien heute zum Teil in der dritten Generation noch immer in Seesen leben und arbeiten.
„Nur mit dem Unterschied, dass aus den Gastarbeitern Freunde und Mitbürger geworden sind, die zum Leben und Wohlstand in Seesen heute noch immer beitragen”, so Homann. Auch der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Dr. Hans-Joachim Voß, ließ es sich nicht nehmen, einige Worte zu sagen. Er verglich die Erneuerung der Städtepartnerschaft mit der Uhr auf dem Rathaus von Montecorvino, die über Jahre nicht funktionsfähig war und als einer der ersten Amtshandlungen von Bürgermeister Rossomando erneuert wurde. Seitdem zeigt sue wieder die richtige Uhrzeit an. Dr. Voß erhofft sich nun, dass sich für die Städtepartnerschaft ebenfalls eine neue und damit erfolgreiche Zeit ergibt.
Nach dem Singen der beiden Nationalhymnen sowie der Europäischen Hymne ging es in das Amtszimmer des Bürgermeisters – hier wurde die offizielle Urkunde der Erneuerung der Städtepartnerschaft im Rahmen eines feierlichen Aktes von den beiden Stadtoberhäuptern unterschrieben. Es wurde auch noch einmal darauf hingewiesen, dass diese Unterzeichnung nur der Anstoß zu einer gemeinsamen Zukunft sein kann, der mit Leben in der Hauptsache durch die Bevölkerungen beider Städte vorangetrieben und vertieft werden kann. Dieses erhoffen sich die beiden Stadtoberen durch ihre Partnerschaftsvereine in Seesen sowie deren Pendant der PRO Loco in Montecorvino Rovella.
Am Abend war die Seesener Delegation zu einem Konzertabend einer aus Montecorvino stammenden Pink Floyd-Revival-Band. Diese spielte im komplett gefüllten Auditorium in Montecorvino eine Homage an diese legendäre Rockband in einer tollen Qualität und Darbietung, der auch sämtliche Assessoren aus Montecorvino beiwohnten.
Im Anschluss an diese Veranstaltung fand – bei lokaler Musik aus Montecorvino – noch ein Abschluss mit einem gemeinsamen Beisammensein statt. Hier wurde auch noch das Tanzbein geschwungen, und die Delegation aus Seesen war von der Darbietung der Musikgruppe aus Montecorvino derart begeistert, dass man diese Gruppe gleich zu einem Event in Seesen einlud, die hierzu auch ihre Zusage gegeben hat. Hierüber wird der Partnerschaftsverein in kürze berichten.
Am vorletzten Tag war ein wenig „Sightseeing“ angesagt. Nach einer Führung im ehemaligen Konservatorium St. Sofia durch den Stadtarchivar Nunzio di Rienzo, deren Sanierung gerade vollendet war, ging es am Nachmittag ein wenig in das neue Outlet Center in der Nähe von Montecorvino.
Leider bestimmte hier der aufkommende Regen ein wenig die kurze Aufenthaltsdauer, jedoch beschloss die Gruppe, sich auf den Weg an die Amalfiküste zu machen. Hier erlebte man den italienischen Verkehr ganz pur, so dass selbst Bürgermeister Homann, ansonsten ja auch ein Italienkenner, komplett überwältigt war, wie beispielsweise zwei Reisebusse unter Mithilfe der Bevölkerung auf einer zirka vier Meter breiten Fahrbahn aneinander vorbeikommen konnten, ohne das dort ein Blechschaden entsteht.
Am Abend war man nun noch einmal zu Gast bei einer Einladung des Bürgermeisters von Montecorvino. Diesmal konnte man einer lyrischen Musikveranstaltung beiwohnen, bei der junge Nachwuchskünstler aus Montecorvino einen tollen Opernabend in der Kirche der Capuchini gestaltet haben. Dieses Konzert hatte schon ein wenig den Charakter der Konzerte, die der Partnerschaftsverein Seesen-Montecorvino bereits seit einigen Jahren der Seesener Bevölkerung darbietet, jedoch wurde dieser wunderbare Abend ausschließlich mit jungen Künstlern aus Montecorvino beziehungsweise aus der Region gestaltet, deren Stimmen bereits Beachtliches zu leisten in der Lage sind.
Der Abreisetag war schließlich schnell, sehr schnell, gekommen, und es hieß Abschied zu nehmen von der kleinen italienischen Stadt in Kapanien. Die Delegation der Stadt Seesen war sich einig, dass man in der Partnerschaft auf einem guten Weg ist, der unbedingt weiter zu verfolgen sei, um auch der kommenden Generation die Möglichkeit des Austausches und der Kommunikation unter verschiedenen Nationalitäten zu geben. Dieses gelte es zu fördern und voran zu treiben.