Steiler Anstieg – bedenklicher Einbruch

Der teilnehmerstärkste Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" endet am 12. Juni

Acht Tage standen die Städte Braunschweig und Wolfenbüttel im Zentrum des bundesdeutschen musikalischen Interesses, denn hier fand vom 5. bis 12. Juni der 51. Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" statt.

2.500 Musikerinnen und Musiker aus den 16 Bundesländern und 34 Deutschen Schulen im europäischen Ausland hatten sich für den traditionsreichen und renommiertesten Musikwettbewerb Deutschlands über vorausgehende Landeswettbewerbe qualifiziert und spielten in mehr als 1.300 Wertungsspielen an 22 Orten der beiden Gastgeberstädte in 17 Instrumental- und Vokalkategorien um Punkte und Bundespreise. Am Ende des 51. Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ hatten die 20 Jurygremien entschieden: 412 Teilnehmer erhielten einen 1. Bundespreis, 661 Mal wurde ein 2. Bundespreis vergeben, 736 Teilnehmer wurden mit einem 3. Bun- despreis ausgezeichnet.
Nicht nur das gastgebende Bundesland Niedersachsen und die beiden Gastgeberstädte freuten sich über diesen teilnehmerstarken Bundeswettbewerb. Auch die Veranstalter selbst zeigten sich von der Menge, aber auch von der Qualität der musikalischen Leistungen in den Wertungsspielen und auf den Konzertbühnen be- eindruckt.

Hohe Teilnehmerzahlen

Für Professor Reinhart von Gutzeit, den Vorsitzenden von "Jugend musiziert" lag die Rekordzahl an Teilnahmen einerseits in den in diesem Jahr angebotenen Ensemble-Kategorien begründet. Sie nahmen im Vergleich zu früheren Jahren an Umfang und Anzahl stetig zu. Zudem gewannen einzelne Kategorien wie „Klavier solo“ jedes Jahr mehr an Attraktivität und verzeichneten einen steilen Teilnehmerzuwachs. Insbesondere bei den 13- bis -14-jährigen Pianisten war das Niveau sensationell hoch.
„Aber“, so von Gutzeit, „es lohnt sich doch genauer hinzusehen, denn die Kurve der Teilnehmerzahlen zeigt in den hohen Altersgruppen deutlich nach unten. Die massive Beanspruchung durch den Schulalltag und die achtjährige Gymnasialzeit erschweren es Jugendlichen ihr eigenes Profil zu entwickeln. Das gilt nicht allein für die Musik, sondern auch für andere musische Bereiche. In der Altersgruppe der 18- und 19-Jährigen spüren wir diese Belastung besonders deutlich an einer niedrigeren Leistungsdichte.“

Der Reichtum kultureller Vielfalt

Da die Staatsbürgerschaft bei „Jugend musiziert“ keine Rolle spielt, nehmen auch viele Jugendliche teil, die ihre ersten musikalischen Schritte in anderen Ländern unternommen hatten. Bei „Jugend musiziert“ sind sie stärker vertreten als im Bevölkerungsdurchschnitt, vollständig integriert und herausragende Musiker, die auch in diesem Jahr überdurchschnittlich oft mit Bundespreisen ausgezeichnet wurden.