Steinway Matineé übertrifft alle Erwartungen

Ein bemerkenswertes Konzert gaben Claudia Schaare und Tatjana Tiesenhausen im Städtischen Museum.

Claudia Schaare und Tatjana Tiesenhausen brillieren am Steinway Grand Piano von 1864

Wirklich kein Platz mehr war am Sonntag bei der Steinway Matineé im Städtischen Museum zu bekommen. Museumsleiter Friedrich Orendt versuchte zwar noch mit eilig herbeigeschafften Stühlen und Hockern das Platzproblem ein wenig in den Griff zu bekommen, am Ende mussten jedoch einige Zuhörer in den Türrahmen und den Vorräumen zum großen Saal der Steinway-Ausstellung verweilen, um dem bemerkenswerten Klavierkonzert von Tatjana Tiesenhausen und Claudia Schaare zu lauschen.
Die beiden Musikerinnen nahmen nach der kurzen Einführung von Renata Jahns, Vorsitzende des Freundeskreises Städtische Museum, auf dem Ausstellungspodest am „Steinway Grand Piano“ aus dem Jahr 1864 Platz.
Mit dem „Rondo in F“ von Johann Christian Bach eröffneten Schaare und Tiesenhausen das Konzert. Mit vier Händen entlockten die beiden Pianistinnen diesem wunderbaren Instrument die schönsten Klängen und hatten das Publikum schon nach Sekundenbruchteilen vollständig hinter sich.
Kein Wunder also, dass der Applaus, den die Klavierspielerinnen nach den jeweiligen Stücken bekamen, kaum abreißen wollte.
Neben dem Auftaktstück brachten Schaare und Tiesenhausen noch Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Johannes Brahms, Sergej Rachmaninow, Antonin Dvorak, Gabriel Fauré und Nikolai Mordasow.
Besonders die Serenade aus Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ in einer Bearbeitung von E. Bachmann kam bei den 83 Zuhörern hervorragend an. Es war herrlich mit ansehen zu dürfen, wie die vier Hände über die Klaviatur flogen. Ins Gehege kamen sie sich dabei aber nicht, was nicht an ein Wunder grenzte, sondern ihren großen Fertigkeiten geschuldet ist. Am Ende überraschte es niemanden, dass die beiden Musikerinnen mit langanhaltendem Applaus um eine Zugabe gebeten wurden. Natürlich kamen sie dieser Bitte nach.
Nachdem die letzten Töne an diesem Vormittag verklungen waren versammelten sich Zuhörer und Künstler noch für einen kleinen prickelnden Umtrunk im Foyer des Museums. Rückblickend auf diesen wunderbaren musikalischen Vormittag darf nur ein Fazit gezogen werden: Wiederholung dringend erwünscht.