Steinway-Park verdient mehr Pflege

Bei der Veranstaltungsreihe „Redaktion vor Ort“ stellte sich am Donnerstag Redakteur Maximilian Strache den Fragen der Leser. Mit dabei war auch wieder Günter Voß, der es sich auch bei der vierten Sprechstunde nicht nehmen ließ, vorbeizuschauen. (Foto: Kiehne)

„Redaktion vor Ort“: Erneut kommen vielfältige Themen zur Sprache

Ein vielfältiges Themenspektrum kam auch bei der bereits vierten Auflage der „Beobachter“-Veranstaltungsreihe „Redaktion vor Ort“ im Café „Sieben Türme“ zur Sprache. Insgesamt nahmen rund sieben Leser die Möglichkeit wahr, ihnen wichtige Punkte zur Sprache zu bringen.

So regte der Leser Dietmar Strohschein an, den Steinway-Park im Zuge einer großangelegten Bürgerinitiative aufzuhübschen. So schwebt dem verrenteten Ingenieur vor, die Parkanlage mit Rhododendren attraktiver zu gestalten und Seesens „grüner Lunge“ wieder zu dem Status zu verhelfen, der ihr gebührt.
In diesem Zusammenhang vertritt Strohschein die Auffassung, dass eine solche Aktion auch ohne große finanzielle Mittel gestemmt werden könnte, sofern sich genug Freiwillige bereit erklären, mit anzupacken. Die Organisation würde Strohschein gerne in den Händen der Stadtverwaltung sehen, da die Bürger auch einen Ansprechpartner bräuchten, der den „Hut auf hat“ wie es der Gartenfreund Strohschein formulierte. Zudem glaubt der ehemalige Ingenieur mit einer solchen Maßnahme auch an den Gemeinschaftssinn der Seesener appellieren zu können. „Ich bin mir sicher, dass der Steinway-Park vielen Bürgern am Herzen liegt, und deshalb auch viele bereit sind, an einer solchen Aktion teilzunehmen, denn die Seesener sind in keinem Fall faule Menschen“, so Dietmar Strohschein.
Leserin Rita Krege brannte ein ganz anderes Thema als die Aufhübschung des Steinway-Parks unter den Nägeln. Als Bewohnerin der Hochstraße ist die resolute Dame inzwischen seit mehreren Monaten „unerträglich lautem Baulärm ausgesetzt“, wie sie eindrucksvoll schilderte. In ihrer Nachbarschaft werden seit November vergangenen Jahres zwei Häuser der Wiederaufbau abgerissen und dabei derartiges Getöse veranstaltet, dass an das sonst ruhig und behagliche Leben in der Straße nicht mehr zu denken sei. So mache sich die Wiederaufbau nach Angaben von Rita Krege keine Gedanken über die Lärm- und vor allem die Schmutzbelastung. So ist der Wintergarten an ihrem Haus regelmäßig mit Staub überdeckt, dass sie gar nicht mehr mit dem Putzen nachkommt beziehungsweise schon eine professionelle Reinigungsfirma engagieren musste, deren Dienstleistung sie aus eigener Tasche bezahlte.
Ferner wünscht sich Rita Krege eine weitere Fleischerei mit einem Imbissangebot für Rentner in der Stadt. Ihrer Ansicht nach sei das bisherige Angebot zwar qualitativ gut aber für viele Geringverdiener und Arbeitslose kaum erschwinglich.
Wilhem Schöbel, der vielen in seiner Funktion als Vorsitzender der Verkehrswacht Seesen/Langelsheim/Lutter bekannt sein dürfte, machte seinem Unverständnis über die sogenannten „Brandwunden“ der Stadt Seesen, „die nie verheilen werden“, Luft. Gemeint sind unter anderem die Immobilie in direkter Nachbarschaft zur Grundschule Jahnstraße, die nach einem Feuer vor einigen Jahren vor sich hingammelt. Ferner ist Schöbel auch mit dem Anblick der ehemaligen Sägerei „Kruppa“ nicht einverstanden, wenn man von Herrhausen nach Seesen fährt. Und auch die Brandruine Fahlbusch stößt dem Verkehrswächter bitter auf. Er hofft, dass in diesen Bereichen endlich mal gehandelt wird, um das Erscheinungsbild der Sehusastadt nachhaltig zu verbessern. Solche Brandruinen seien nämlich alles andere als ein Hingucker.
Bärbel Schramm hingegen stört sich vor allem am Dreck auf den Straßen der Innenstadt. Für sie ist es nicht zu verstehen, warum so viele Menschen achtlos ihren Müll auf den Straßen und Gehwegen hinterlassen. Sie sieht dabei nicht ausschließlich das Ordnungsamt in der Verantwortung, sondern sie hofft, dass bei den Bürgern der Stadt ein radikales Umdenken eintritt. Ein Punkt der auch Leser Ulrich Liebich auf die Palme bringt. Er kann vor allem das Verhalten vieler Hundehalter nicht nachvollziehen, die die Hinterlassenschaften ihrer vierbeinigen Freunde achtlos auf den Gehwegen und Grünanlagen liegen lassen.
Leser Gerd Schnell wollte im Rahmen der Redaktionssprechstunde in Erfahrung bringen, wie es immer wieder passieren kann, dass in Veranstaltungshinweisen kapitale Fehler auftreten. Ferner wünscht er sich von der Redaktion eine noch genauere und umfassendere Berichterstattung über Kulturereignisse in der Region. So wünscht sich Gerd Schnell, dass über Konzertereignisse bereits mehrere Wochen vor der eigentlichen Veranstaltung berichtet wird, damit sich Interessierte auch rechtzeitig Karten besorgen können.
Die nächste Sprechstunde „Redaktion vor Ort“ im Café „Sieben Türme“ ist für kommenden Donnerstag, 12. März, von 10.30 bis 12 Uhr geplant. Den Fragen der Leser stellt sich dann Redaktionsvolontärin Corinna Herzog. Alle Interessierten sind erneut herzlich willkommen.