Sterbehilfe: Bischof Weber tritt fur Starkung von Patientenrechten ein

Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber tritt in der Debatte um aktive Sterbehilfe dafur ein, das Leid und die Wunsche von Patienten starker zu respektieren. „Menschen wollen in Wurde sterben, und dazu gehort auch fur viele die Moglichkeit, am Ende selbst zu entscheiden“, sagte Weber in einem Vortrag zum Thema „Ethik am Lebensende“ am Dienstag in Braunschweig. Er mahnte zugleich, dass Leben nach christlicher Uberzeugung nicht von Menschen selbst gegeben oder genommen werden konne.
Eine moderne Rechtsordnung sollte dennoch besondere Grenzfalle respektieren und diese nicht mehr durch Vorschrift, Verbot oder Strafe normieren. „Die Verantwortung vor Gott verbietet es, selbstmachtig uber das Leben zu verfugen“, sagte Weber laut Redemanuskript. „Aber es gibt eine Grenze, jenseits derer das, was an sich ethisch richtig ist, nur noch eine Unbarmherzigkeit darstellt.“
Er sei sich bewusst, dass das Totungsverbot aufgeweicht werden konnte, wenn der Weg zur aktiven Sterbehilfe auch nur fur einen einzigen Grenzfall ein Stuck weit geoffnet wurde: „Dennoch ist das ethische Wagnis nicht aus der Welt zu schaffen. Es ist eine Gratwanderung. Unser Leben und unser Sterben sind solcher Art, dass es die eindeutigen Losungen mitunter nicht gibt.“
Der christliche Glaube nehme Leid ernst, indem er alles dafur tue, es zu lindern, sagte der Bischof. Er hob die Arbeit von Palliativmedizinern, der Hospizbewegung und anderen Helfern hervor, die sterbende Menschen begleiteten. (4084/3.9.12)