Stille Hunde auf Schatzsuche

Komplett ausverkauft war die Aufführung der Stillen Hunde am vergangenen Sonnabend im Seesener Bürgerhaus.

Am Sonnabend begeisterte das Duo die Zuschauer im ausverkauften Bürgersaal

Tosender Applaus, schallendes Gelächter und ein ausverkauftes Haus. Bereits zwanzig Minuten vor 20 Uhr gab es am Sonnabend in der Stadtbücherei kein Durchkommen mehr. An diesem Abend waren die Stillen Hunde im Bürgerhaus zu Gast. Die beiden Schauspieler Stefan Dehler und Christoph Huber sind schon längst keine Unbekannten mehr in Seesen. Diesmal gaben sie ihre Darbietung zu Robert Louis Stevensons Weltroman „Die Schatzinsel” zum Besten. Eine große Herausforderung für die Lachmuskeln des Seesener Publikums.

Mit wenigen Requisiten und einer winzigen Bühne schaffte es das Duo, die Geschichte um die Schatzkarte gekonnt in Szene zu setzen. Eröffnet wurde die Aufführung der Stillen Hunde in der Bücherei im ersten Stock des Bürgerhauses. Bei einem Gläschen Rotwein oder einem alkoholfreien Getränk wartete das Seesener Publikum dort schon sehnlichst auf das Eintreffen der beiden Schauspieler. Die betraten dann auch pünktlich um 20 Uhr den Raum und eröffneten die Geschichte, indem sie sich auf einen Hocker stellten, um von dort oben aus, dicht umdrängt von den Zuschauern, abwechselnd die ersten Sätze des Buches vorzulesen. Als Dehler die Gäste aufforderte, ihm und seinem Schauspielkollegen Christoph Huber nach unten in den Bürgersaal zu folgen, ließen die sich nicht zweimal bitten.
Dort nahm die Geschichte um eine Schatzkarte und den jungen Jim Hawkins sofort Fahrt auf: Im englischen Gasthaus „Zum Admiral Benbow” quartiert sich der alte Seemann Bill Bones ein. Jim, der Sohn des Gastwirtes, hält für den trunksüchtigen Bones Ausschau nach einem Einbeinigen, vor dem der alte Seemann offensichtlich große Angst hat. „Alles verfluchte Landratten”, ruft Bones in die Publikumsreihen. Als Bones von einem Seemann aufgesucht wird, kommt es zu einem schlimmen Streit zwischen den beiden. Kurz darauf bricht Bones nach einem Schlaganfall tot zusammen. Jim findet nach seinem Tod die Karte einer Insel in seiner Seemannskiste. Neugierig macht er sich mit seinen Freunden auf die Suche nach dem Schatz, ohne zu ahnen, dass sie von Mördern und Dieben begleitet werden.
Mit ihren Improvisationen gelang es den Stillen Hunden durchgehend das Seesener Publikum mit einzubeziehen. Da fiel der betrunkene Bones schon einmal fast in die Zuschauer der ersten Reihe oder schmiss unangekündigt Geldstücke in die Menge, was den Spaßfaktor noch einmal enorm in die Höhe schnellen ließ. Mit einfachen Kostümen und wenig Schminke begeisterte das Duo auf ganzer Linie mit seiner Ins­zenierung des Abenteuerromans. Vor allem mit ihrer Spontanität – da wurde die Narbe, die eigentlich schon von Anfang an das Gesicht des Seemanns zieren sollte, erst während der Szene dort platziert – und Unbefangenheit konnten die Stillen Hunde die Zuschauerherzen auf ganzer Linie für sich gewinnen.