Straße „Am Markt“ für Verkehr freigegeben

Die Sanierungsmaßnahme Am Markt ist quasi abgeschlossen. Gestern durchtrennte Bürgermeister Erik Homann im Beisein von Vertretern aus Rat und Verwaltung das Flatterband am Stadttor.

Erste Maßnahme des umfassenden Sanierungskonzepts für die Innenstadt fertiggestellt

Nachdem die Straße „Am Markt“ in den vergangenen Monaten von reger Bautätigkeit geprägt war, konnten die Arbeiten zur Umgestaltung der Straße nun abgeschlossen werden. Bürgermeister Erik Homann durchtrennte gestern ein rot-weißes Band und gab die neugestaltete Straße symbolisch für den Verkehr frei.

Im Rahmen der Umsetzung des städtebaulichen Sanierungskonzepts konnte damit die erste öffentliche Maßnahme fertiggestellt und ihrer Bestimmung übergeben werden.
Zielsetzung der Umgestaltung der Straße „Am Markt“ war es, die Gestaltung des öffentlichen Straßenraums zu verbessern, die Aufenthaltsqualität insbesondere für Fußgänger und Außengastronomie zu erhöhen und die Funktion der Straße als Eingangsbereich zum Innenstadtbereich zu betonen. Die Planungen hierzu erfolgten unter Einbeziehung der Einwohner. Erste Planungsskizzen zur Neugestaltung der Straße „Am Markt“ wurden in einer Einwohnerversammlung im Juli des vergangenen Jahres vorgestellt und diskutiert. Auf Grundlage der vorgestellten Varianten wurde anschließend die detaillierte Planung für die Neugestaltung der Straße erarbeitet, die der Öffentlichkeit in einer weiteren Einwohnerversammlung im November 2012 vorgestellt wurde. In dieser Versammlung wurden aus dem Kreise der Einwohner weitere Anregungen vorgebracht, die zum Teil in die weitere Planung mit eingeflossen sind. So wurde die Ausbauplanung beispielsweise um zwei weitere Baumstandorte ergänzt. Der ergänzten Ausbauplanung hatte der Rat der Stadt Seesen zugestimmt und damit die Weichen für eine Neugestaltung der Straße „Am Markt“ gestellt.
Mit den Bauarbeiten war Ende Februar 2013 begonnen worden. Die Straßenbauarbeiten konnten in wesentlichen Teilen im August fertiggestellt werden, so dass die Straße für die Durchführung des Sehusafestes Anfang September genutzt werden konnte. Aufgrund noch ausstehender Restarbeiten wurde die Straße anschließend zunächst lediglich für Anlieger und Fußgänger freigegeben, nicht aber für den öffentlichen Straßenverkehr. Die noch ausstehenden Arbeiten, wie beispielsweise die Pflanzung der Bäume, wurden nun weitestgehend abgeschlossen, sodass die Straße für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden konnte. Lediglich einige kleinere Restarbeiten, wie das Aufstellen von Fahrradbügeln und der Einbau von Sonnenschirmständern für die Außengastronomie, werden erst im Frühjahr 2014 erfolgen.
Die in der Vergangenheit für „Tempo 50“ ausgewiesene Straße wurde im Zuge der Umgestaltung als verkehrsberuhigte, niveaugleiche Mischfläche angelegt. Die vorrangig für den Fahrverkehr genutzten Bereiche haben eine Breite von 6,50 Meter und wurden in Betonrechtecksteinen mit Natursteingranulatvorsatz aus ockerbraunen Farbmischungen gepflastert.

Acht Linden und für das Stadttor Beleuchtung

Die überwiegend für den Fußgängerverkehr genutzten Bereiche haben eine Pflasterung mit Betonrechtecksteinen in einer ocker-sandgelben Farbmischung mit einem Vorsatz aus Natursteingranulat erhalten. Die Pflasterung der Verkehrsflächen erfolgte dabei im sogenannten Ellenbogenverband, lediglich im nordöstlichen Bereich wurde zur Hervorhebung der dort angelegten Platzfläche, die künftig der Außengastronomie dienen soll, eine Diagonalverlegung mit großformatigen Betonplatten in gleicher Farbgebung vorgenommen.
Die Parkplätze wurden mit Betonsteinen in der Farbgebung anthrazit gepflastert. Die insgesamt 23 neu angelegten Stellplätze weisen eine Breite von jeweils 2,75 Meter auf, so dass eine komfortable Nutzung der Stellplätze gegeben ist. Die Parkflächen Richtung Amtsgericht bleiben als Dauerparkplätze bestehen, auf der östlichen Fahrbahnseite wurde ein Parkscheinautomat aufgestellt. Außerdem stehen zwei Stellplätze zur Ladung von Elektrofahrzeugen zur Verfügung, die zurzeit während des Ladevorgangs kostenlos genutzt werden können – ein Service der Harz Energie.
Im Zuge der Umgestaltung wurden die in die Jahre gekommenen alten Bäume entfernt. Als Ersatz wurden acht Linden – die übrigens keinen Honigtau absondern sollen – neu gepflanzt. Die großzügig angelegten neuen Baumscheiben wurden durch Borde abgegrenzt und haben eine Unterpflanzung aus niedrigen Bodendeckern erhalten. Um die Bodendecker während der Aufwuchsphase zu schützen, werden die Pflanzbeete in den kommenden Monaten vorübergehend durch provisorische Holzeinfriedungen eingefasst.
Für die Beleuchtung wurde das zurzeit bereits in anderen Bereichen der Innenstadt eingesetzte Leuchtenmodell verwendet. Diese Lampen sind mit modernen Energiesparleuchten ausgestattet und entsprechen damit energetisch und technisch den auch künftig an die Straßenbeleuchtung zu stellenden Anforderungen.
Entsprechend des Beschlusses des Rates wurden außerdem im nördlichen Bereich zwei in Anlehnung an die „Fenster zum Harz“ gestaltete, beleuchtete Pfeiler, errichtet. Insbesondere für Besucher, die aus Richtung des Wilhelmsplatzes die Innenstadt ansteuern, wird damit künftig die Funktion der Straße als Eingang zum zentralen Innenstadtbereich betont.
Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich – einschließlich der durchgeführten Kanalbauarbeiten – auf rund 620.000 Euro. Die darin enthaltenen Kosten des Straßenbaus werden je zu einem Drittel vom Bund, dem Land und der Stadt Seesen aus Sanierungsmitteln finanziert.
Mit der Neugestaltung der Straße „Am Markt“ konnte die erste öffentliche Maßnahme im Zuge der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme umgesetzt werden. Im Rahmen des Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ sollen über mehrere Jahre hinweg vom Bund, vom Land Niedersachsen und der Stadt Seesen (jeweils zu einem Drittel) für öffentliche und private Sanierungsmaßnahmen Fördermittel in Höhe von insgesamt bis zu rund fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.
Das Sanierungsgebiet, in dem diese Fördermittel eingesetzt werden können, erstreckt sich vom Wilhelmsplatz bis zum Bahnhofsplatz sowie von der Bismarckstraße bis zur Poststraße. Als nächste Maßnahme soll im Jahr 2014 die Neugestaltung der Poststraße vorgenommen werden.
Nachdem im November dieses Jahres bereits erste Planungsüberlegungen in einer Einwohnerversammlung vorgestellt und erörtert wurden, wird zurzeit die Detailplanung für die Neugestaltung der Poststraße erarbeitet. Seitens der Stadtverwaltung ist vorgesehen, die Detailplanung für den Ausbau der Poststraße voraussichtlich im Januar/Februar 2014 in einer weiteren Einwohnerversammlung vorzustellen.