„Stroke Unit“ 2016 erneut zertifiziert

Stolz präsentieren Ärzte, Pfleger und Therapeuten das neue Zertifikat für die "Stroke Unit".

Asklepios Kliniken in Seesen wurde in 2016 erneut als überregionales Zentrum für die Schlaganfallbehandlung in Südniedersachsen bestätigt.

Die Schlaganfallstation der Klinik für Neurologie an den Asklepios Kliniken Schildautal wurde erneut von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe als überregionale „Stroke Unit“ zertifiziert. Durch das Qualitätsaudit der Zertifizierungsgesellschaft wurde der Nachweis erbracht, dass dieses Qualitätsmanagementsystem dem Qualitätsstandard entspricht. Die Qualitätsprüfung belegt einmal mehr, dass auf der Seesener „Stroke Unit“ die Behandlungen von Schlaganfallpatienten auf sehr hohem Niveau nach den aktuellen DSG-Standards durchgeführt werden.

Seit 1998 werden in der Klinik für Neurologie an den Asklepios Kliniken Schildautal in Seesen Patienten mit einem akuten Schlaganfall auf einer spezialisierten Schlaganfallstation, der sogenannten „Stroke Unit“, behandelt. Um die Behandlungsqualität sicherzustellen, wurde von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft ein Zertifizierungsverfahren für Schlaganfallstationen entwickelt, in dem eine systematische Prüfung sowohl der Prozess- als auch Strukturqualitätskriterien erfolgt. Bereits 1998 wurde der Stroke Unit in Seesen das Zertifikat erstmals erteilt. Damals erfolgte noch keine Unterscheidung in regionale und überregionale „Stroke Units“. Im Jahre 2003 wurde die Schlaganfallstation in Seesen als eine überregionale „Stroke Unit“ zertifiziert. Dieses Zertifizierungsverfahren muss seither in regelmäßigen Abständen erneut durchlaufen werden.

Seit Anfang Mai 2015 ist der Facharzt für Neurologie Professor Dr. med. Mark Obermann neuer Direktor des Zentrums für Neurologie in den Asklepios Kliniken Schildautal. In 2016 wurde die „Stroke Unit“ nun erstmals unter seiner Regie zertifiziert. Eine Besonderheit der „überregionalen Stroke Units“ sind die Neurovaskulären Netzwerke.

„Im Wesentlichen geht es beim Aufbau eines Neurovaskulären Netzwerkes darum, die Schlaganfallversorgung in der Region Süd-Niedersachsen zu verbessern und auch Patienten die zunächst in einem weniger spezialisierten Krankenhaus aufgenommen wurden, die Möglichkeit zu geben in einer spezialisierten Einrichtung wie der Unseren behandelt zu werden“, erklärt Professor Obermann gegenüber dem „Beobachter“.

„Hier können wir mit unserer Stroke Unit nun auch Thrombektomien und andere neuroradiologische Katheterinterventionen durchführen und schwer betroffene Patienten auf unserer spezialisierten neurologischen Intensivmedizin versorgen, so dass wir alle Schlaganfälle auf dem neuesten Stand der modernen Medizin versorgen können.“, betont der Arzt.

Die überregional zertifizierten „Stroke Units“ nehmen damit eine Sonderstellung ein. Sie greifen auf alle modernen Therapieverfahren zurück und können Ärzte aus anderen Fachabteilungen hinzuziehen. In Seesen wird der enge Kontakt mit Neuroradiologen, Neurochirurgen, Gefäßchirurgen und Kardiologen gepflegt. Dadurch ergibt sich ein verbreitertes Therapieangebot, besonders bei komplizierten Verläufen und schwer betroffenen Patienten.

Wer einen Schlaganfall oder auch nur eine vorübergehende neurologische Störung aufgrund einer Durchblutungsstörung des Gehirns, eine sogenannte transitorische ischämische Attacke erleidet, sollte dringend in stationäre neurologische Behandlung, und zwar auf einer spezialisierten Schlaganfall-Station, der „Stroke Unit“. In der Anfangsphase der Behandlung kommt es auf Geschwindigkeit an: Nach Schätzungen gehen bei einem Verschluss eines hirnversorgenden Gefäßes ein bis zwei Millionen Gehirnzellen pro Minute verloren! Deswegen lautet ein Slogan der Schlaganfallbehandlung „time is brain“, also „Zeit bedeutet Gehirn“. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall sollte daher der Rettungsdienst (Tel. 112 oder 19 222) gerufen werden. Wenn die Rettungsassistenten oder der Notarzt ebenfalls den Verdacht haben, nehmen diese Kontakt mit der nächstgelegenen geeigneten „Stroke Unit“ auf.