TC-Tennis-Oldies wandern rund um den Oderteich

Wanderstiefel statt Tennisschläger: Sie nahmen an der Oderteich-Wandertour teil.

Hanno Blohm erläutert unterwegs Geschichte des Harzes

Seesen (bo). Die Tennis-Oldies von der Kurparkstraße absolvieren nicht nur erfolgreich die Punktspielrunde des Bezirks um die Vereins-Doppelmeisterschaft und tragen jährlich mehrere Matches gegen befreundete Vereine aus; sie laufen auch gemeinsam Langlaufski und erkunden insbesondere den heimatlichen Harz mit seinen vielen geschichtlichen und geologischen Besonderheiten.
Die diesjährige Exkursion unter der bewährten Leitung von Hanno Blohm führte vom Oderteich über den Sonnenberg zum Bruchberg und zurück zum Oderteich, eine historische Talsperre, die von St. Andreasberger Bergleuten in den Jahren 1715 bis 1722 erbaut wurde. Gemeinsam mit anderen Bauwerken des Oberharzer Wasserregals gehört diese zum UNESCO-Weltkulturerbe. Errichtet wurde die Odertalsperre, um über den Rehberger Graben die Wasserräder der St. Andreasberger Bergwerke mit Aufschlagwasser zu versorgen. Heute wird das Wasser dieses großen Staubeckens, das vor drei Jahrhunderten als größte und älteste Talsperre galt, auch zur Elektrizitätsgewinnung in einem alten St. Andreasberger Schacht genutzt.
Der Wanderweg führte anfangs durch einen Wald mit typischen Harzer Ur- oder Bergfichten in einem der ältesten Waldbestände im Nationalpark. Dieser Wald wurde vor Abholzung geschützt, um Bodenerosion zu verhindern und damit eine ausreichende Wassermenge im Oderteich sicherzustellen. Weiche moorige Wegstrecken, harte aus Quarzsandsteinen und Granit sowie solche aus ungezählten und wurzelüberwucherten Pfaden wechselten einander ab.
Hanno Blohm erläuterte die eindrucksvolle und spannende Geschichte des Harzes, die in einem Meeresbecken vor 400 Millionen Jahren begann und mit seiner Auffaltung vor 300 Millionen Jahren ihren ersten Höhepunkt hatte. Nachhaltig ging er auf die geologischen Besonderheiten des am nördlichsten gelegenen Gebirges Deutschlands ein; gilt doch der Harz als das geologisch vielfältigste der deutschen Mittelgebirge.
Beim abschließenden gemeinsamen Mittagessen im Berghotel Glockenberg am Ortsrand der alten Bergstadt genossen die Ausflügler den Blick auf den Matthias-Schmidt-Hang, der von einer imposanten Schafherde für die Skisaison kurzgehalten wurden. Auch die 550 Meter lange Sommerrodelbahn weckte das Interesse – aber mit Rücksicht auf das noch nicht verdaute schmackhafte Essen wurde doch auf die rasante Abfahrt verzichtet und im vertrauten VW-Bus die Heimreise angetreten.