„Teenscouts“ sind Mittler und Helfer in einem

Voller Stolz präsentieren die 21 frischgebackenen „Teenscouts“ der Oberschule Seesen ihre Urkunden.

Integration neuer Schüler: 21 Kinder und Jugendliche der Oberschule Seesen absolvieren dreitägige Ausbildung

Der nicht versiegende Flüchtlingsstrom bestimmt derzeit die öffentliche Diskussion wie kaum ein anderes Thema. Doch während sich ein Großteil lieber aufs Reden verlagert – und das zuweilen wenig sachbezogen –, werden an der Oberschule Seesen Nägel mit Köpfen gemacht. Hier wird über die Möglichkeiten der Integration von Kindern und Jugendlichen aus den Flüchtlingsgebieten nicht nur diskutiert, hier wird das Problem aktiv angegangen.
Im Mittelpunkt dabei stehen die Schülerinnen und Schüler selbst, genauer gesagt 21 Jugendliche der Jahrgänge 6 bis 9. Sie haben an einer dreitägigen Ausbildung unter dem Titel „come together“ teilgenommen – zu deutsch „zusammenkommen“. Dabei dürfte klar sein, wer hier zusammengebracht werden soll: auf der einen Seite die etwa 50 an der Oberschule betreuten Jugendlichen aus anderen Nationen, von denen einige keine bis wenig Fremdsprachenkenntnisse haben (von Deutsch ganz zu schweigen) und manche noch nie eine Schule von innen gesehen haben, auf der anderen Seite ihre neuen Mitschülerinnen und Mitschüler an der Oberschule. Mit anderen Worten: Gerade neu an die Schule gekommene Jugendliche unterschiedlicher Nationen sowie Flüchtlinge sollen in den Schulalltag integriert und mit den Schulregeln vertraut gemacht werden.
Allen „Neuen“ soll der Start in der neuen Schul- und Lebenswelt erleichtert werden; die Schüler sollen zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen. Die projektbeteiligten Jugendlichen verstehen sich dabei als Mittler. Selbst haben sie sich übrigens den Namen „Teenscouts“ gegeben. Bei der entsprechenden Ausbildung blieben die „Scouts“ natürlich nicht auf sich allein gestellt. Als Projektverantwortliche standen ihnen Stephani Gobernack (Präventionsteam Polizeiinspektion Goslar), Claudia Hopp (Jugendschutz Landkreis Goslar) sowie seitens der Oberschule Lehrerin Tomke Giere und Schul-Sozialarbeiterin Nicole Nietzel zur Seite.
Sich gegenseitig helfen, füreinander da sein, gewaltfrei mit Konflikten umgehen, Verständnis und auch Interesse für andere Kulturen entwickeln – das ist mittel- und langfristig das Ziel des „come together“-Projektes. Eine Befürchtung im Vorfeld war sicherlich, dass die Sprachbarrieren sich als schwieriges Hindernis erweisen könnten. Doch weit gefehlt. „Zuerst waren wir alle ein wenig unsicher, aber dann funktionierte die Verständigung auch mithilfe von Zeichensprache erstaunlich gut“, schilderte beispielsweise Teenscout Aaron Wandelt (8c) seine Eindrücke. Außerdem war durch verschiedene spaßige Bewegungsspiele schnell das Eis gebrochen.
„Wir haben die Inhalte der Schulung laufend angepasst und die Ideen der Jugendlichen mit berücksichtigt“, berichtete Claudia Hopp über das gelungene Projekt. „Ich bin stolz auf euch“, meinte denn auch Schulleiterin Annegret Tuchtfeld. Jeder Teenscout helfe dabei, die Schule besser zu machen und erwerbe sich eine große Sozialkompetenz. So richtig beginnt die Arbeit nartürlich erst jetzt.
Als erste konkrete Projekthandlung wurde zunächst einmal ein Treffpunkt in der Pausenhalle eingerichtet. Dort können sich die Schülerinnen und Schüler beispielsweise zum Kartenspiel, zum Fußball oder zum Seilspringen verabreden. „Viel mehr Potenzial zum gegenseitigen Verstehen und Kennenlernen bietet aber noch die Nachmittagsgestaltung“, meinte Lehrerin Tomke Giere. Hier könne man beispielsweise gemeinsam international kochen, Bastelprojekte oder auch Videoprojekte starten.
Und das sind die frischgebackenen „Teenscouts“ der Oberschule Seesen: Annika Röbbel, Lennard Suhling, Niklas Rieke, Niklas Loske, Luca Diaz Canales, Jonas Mohrenstein, Jan-Lucas Bause, Niklas Martin, Hannah Brics, Josefine Chromik, Marvin Tute, Sunny-Milena Ruhe, Simone Marie Weidner, Alina Klukas, Ganusan Pathmanathan, Sarah Lüders, Aaron Wandelt, Jana Neubert, Jan Klose, Tony Schauzu und Jasmin Omeirat.