Tennet glaubt an Fertigstellung bis Ende 2015

Dem Wunsch der Bürgerinitiativen nach einer Erdverkabelung wird wohl nicht nachgekommen. Der Trassenbau wird sehr wahrscheinlich mit Mega-Masten realisiert. (Foto: Tennet)
 
Marius Strecker und Jens Siegmann von Tennet sichern große Kooperationsbereitschaft zu. (Foto: Strache)

AK Höchstspannung soll in „Runde Tische“ überführt werden / Bürgerinitiativen wollen weiter Erdverkabelung

Von Maximilian Strache, Seesen

Das Thema 380-kV-Leitung erfährt mit der Vorstellung der Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens (ROV) zum Verlauf der Hochspannungs-Trasse Wahle-Mecklar neuen Schwung. In der letzten Sitzung des Arbeitskreises Höchstpannung in diesem Jahr stellte Verfahrensführer Günter Piegsa die Ergebnisse den beteiligten Bürgerinitiativen, Kommunen und dem Netzbetreiber Tennet vor.
Den Untersuchungen des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesvertretung (Regierungsvertretung Braunschweig) zufolge, kommt für den Bau der Trasse die sogennante Variante 2 in Betracht. Diese sieht im nördlichen Abschnitt einen Trassenverlauf vom Umspannwerk Wahle über Söhlde, Baddeckenstedt, Holle, Bockenem, Lamspringe, Bad Gandersheim, Kreiensen, Einbeck zum Umspannwerk in Hardegsen vor. Der Landkreis Goslar ist somit aus den Plänen für den Bau der 380-kV-Leitung, sehr zur Freude der kommunalen Vertreter, ausgeschieden.
Im südlichen Abschnitt sieht die Variante 2 eine Trassenführung, ausgehend vom Umspannwerk Hardegsen, über Bovenden, Göttingen, Rosdorf, Dransfeld, Hannoversch-Münden bis zur Landesgrenze bei Staufenberg vor.
Die anwesenden Bürge­r­initiativen konnten dem Ergebnis des Raumordnungsverfahrens nichts Positives abgewinnen. Ihrer Forderung, eine Erdverkabelung zu prüfen, wurde in der Untersuchung nicht nachgekommen. Piegsa entgegnete diesem Vorwurf mit dem Hinweis, dass der Gesetzgeber eine derartige Prüfung nicht vorschreibe.
Der Netzbetreiber Tennet, vertreten durch Projektleiter Jens Siegmann und Marius Strecker als Stakeholderintegration, begrüßte die Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens und will das Planfeststellungsverfahren umgehend in die Wege leiten. Marius Strecker, dessen neu geschaffene Funktion in der Unternehmensstruktur von Tennet vorsieht, den Kontakt zu den verschiedenen Interessenvertretern zu unterhalten sowie bei der Strategiefindung und der Umsetzung eines nachhaltigen Geschäftsmodells mitzuwirken, versicherte, dass der Netzbetreiber die Kommunikation nach außen verbessern werde, um künftigen Missverständnissen vorzubeugen. Ferner erklärten Siegmann und Strecker, dass die Bevölkerung vor Festlegung der jeweiligen Maststandorte umfassend informiert werde.
Zuversichtlich zeigte sich Siegmann in Bezug auf die endgültige Fertigstellung des Trassenprojektes. Der Projektleiter geht davon aus, dass der gesteckte Zeitrahmen bis zum 31. Dezember 2015 eingehalten werden kann.
Der Arbeitskreis Höchstspannung soll Ende Januar 2012 erneut zusammenkommen, um die weitere Vorgehensweise endgültig abzustimmen. In der Arbeitskreissitzung am Donnerstag einigten sich die Mitglieder darauf, den Arbeitskreis aufzulösen und die weitere Zusammenarbeit an „Runden Tischen“ fortzusetzen. Diese Form der Zusammenarbeit soll für drei Abschnitte (Landkreise) unter Beteiligung von Vertretern des Netzbetreibers, der (Landes-) Planungsbehörde, der Gemeinden und Landkreise sowie des Landes und Bundes, der Bürgerinitiativen, der Umweltverbände und der Land- und Forstwirtschaft gebildet werden.
Die Trassengegner haben nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens gegenwärtig nur noch die Möglichkeit, auf Verfahrensfehler zu klagen, da das Ergebnis des Verfahrens „behördenverbindlichen Charakter“ besitzt.
Die Leitung des Arbeitskreises wird im Januar von Wolfenbüttels Landrat Jörg Röhmann übernommen. Der bisherige Leiter, Goslars Landrat Stephan Manke, gibt diese Funktion ab.