Tennis und mehr in Thüringen

Auf den Fahrrad-Draisinen wurde kräftig in die Pedale getreten.
 
Die TC-Senioren 60+ hatten rund um Mühlhausen ihren Spaß.

Senioren 60+ des TC Seesen starteten traditionsgemäß Richtung Mühlhausen / Draisinenfahrt und Besuch in Treffurt

Bereits zum neunten Male weilten die Senioren 60+ des Tennisclubs von der Kurparkstraße in der altehrwürdigen ehemaligen Reichsstadt und Thüringer Kreisstadt Mühlhausen im bereits gut bekannten „Sporthotel Mühlhausen“. Mittlerweile schon traditionell fahren die Oldies zweimal jährlich unter der sportlichen und touristischen Leitung des Ex-Thüringers und Mannschaftsführers Gerhard Wagner in die Kreisstadt des Unstrut-Hainich-Kreises, Mittelzentrum im Nordwesten des Freistaates Thüringen.
Die Stadt mit rund 35.000 Einwohnern ist für ihr reichhaltiges kulturelles Erbe sowie die zahlreichen Kirchen und historischen Bauwerke und die recht gut erhaltenen und begehbaren Teile der Stadtmauer bekannt. Sie war bis 1803 freie Reichsstadt und Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach und Thomas Müntzer sowie dessen Mitstreitern in den radikalreformatorischen Bewegungen mit den anschließenden Bauernkriegen und wurde im Dreißigjährigen Krieg nur nach hohen Zahlungen durch den Rat von Zerstörungen durch ihre Belagerer verschont.
Die Reise im VW-Bus von Hanno Blohm führte über Osterode, Herzberg, Rhumspringe und Duderstadt am Grenzlandmuseum vorbei und dann über gepflegte kleine Eichsfelder Dörfer über Nebenstrecken nach Mühlhausen. Strahlendes Wetter und eine grüne frühlingshafte Landschaft begleitete die zehnköpfige Reisegruppe. Im Sporthotel an der Kasseler Straße am ruhigen Stadtrand erwarteten die Vorharzer handgemachte Thüringer Klöße mit Blaukraut und Rouladen und köstlicher Sauce mit kühlem Pils und Nachtisch. Da fielen anschließend dem einen oder andern Tennisspieler die ersten Schritte auf den Außenplätzen doch recht schwer. Aber Coach Gerhard Wagner zeigte sich ziemlich hart; drei Runden Doppel und auch Einzel nach Zeit musste schon jeder Teilnehmer absolvieren, ehe es in die entspannende heiße Sauna mit Whirlpool oder an die abkühlende Theke ging. Am Abend erwartete eine deftige Thüringer Brotzeit die hungrigen und durstigen Mannen um das TC-Reiseteam.
Nach dem bekannt üppigen und schmackhaften Frühstück am nächsten Morgen ging es umgehend mit Tennis bis zum Mittag weiter. Danach steuerte man mit Bus und Pkw das zum Obereichsfeld zählende Dorf Lengenfeld/Stein an. Hier wartete eine Fahrt mit der Fahrraddraisine auf einer der schönsten Eisenbahnstrecken Deutschlands auf die Gruppe. Bei diesen Draisinen mit fünf Sitzplätzen müssen jeweils zwei Passagiere kräftig in die Pedale treten; die anderen sprechen bergauf Mut zu und konzentrieren sich auf die anstehende Abwechslung an den Halte- und Aussichtspunkten. Eine beeindruckende 240 Meter lange Viaduktbrücke sowie vier Tunnel, davon einer 1530 Meter lang, müssen durchfahren werden. Nach gut 15 Kilometern und anderthalb Stunden bergauf wurde der Wendepunkt Küllstedt erreicht. Eine Kaffeepause im umgebauten alten Bahnhof ersetzte die verlorenen Kalorien. Bergab erfolgte die Fahrt in einem Drittel der Zeit.
Weiter führte die Busfahrt in die historische und für ihre vielen liebevoll restaurierten Fachwerkbauten bekannte und bereits 1104 urkundlich erwähnte Stadt Treffurt im Werratal. Die Stadt wird von der weithin sichtbaren Burg Normannstein überragt. Vom 1550 erbauten Renaissance-Fachwerk-Rathaus, einem der schönsten der Region, ging es zu Fuß hoch zur mittelalterlichen romanischen Burganlage Normannstein. Hier genoss die Gruppe mit sichtlichem Appetit die kulinarischen Köstlichkeiten und ließ sich anschließend bei einer kleinen Führung den geschichtlichen und baulichen Werdegang der Burg als Wohnsitz der Treffurter Ritter im Dienste der Thüringer Landgrafen erklären. Der erlebnisreiche und anstrengende Tag wurde im Hotel noch mit einem kleinen Absacker beendet.
Tennis war am folgenden Morgen kurz nach dem Frühstück abermals angesagt; galt es doch, nicht nur eine Menge der Kalorien durch die Thüringer Spezialitäten wieder abzutrainieren. Schließlich will das Team den gewonnenen Titel des Vorjahres in den Doppel-Pflichtmatches möglichst verteidigen. Vorab wurde noch ein kleiner Rundgang zur Kulturstätte Schwanenteich, dem kommunalen Veranstaltungs- und Kulturzentrum der Stadt, vorgenommen. Nach dem Mittagessen ging es bei bestem Frühlingswetter mit dem VW-Bulli in angemessenem Tempo wieder Richtung Vorharz. Und beim Abschied vom netten Personal wurde mit der Managerin des Hotels bereits der nächste Besuch im Herbst dieses Jahres vereinbart.