Theater in Seesen: Fast durchweg heitere Kost in der Aula

Szene aus "Die Physiker". (Foto: bo)
 
Ein Charmeur bringt Viktor in Schwulitäten: "Wenn der Kuckuck dreimal ruft...". (Foto: bo)

Kulturamt präsentiert in der Spielzeit 2011/2012 fünf sehenswerte Stücke / Abo-Verkauf ab sofort, Einzelkarten ab 1. September

Seesen (G. J). Am Dienstag, 11. Oktober (siehe unten, die Red.), hebt sich der Vorhang in der Seesener Aula für die Spielzeit 2011/2012. Das Kulturamt der Stadt Seesen hat fünf sehenswerte Stücke ausgewählt eins mit Tiefgang, fünf überwiegend zur Stärkung der Lachmuskeln – eine bekömmlich Mischung.
Die Aufführung mit Tiefgang findet am Montag, 21. November, statt. Dann ist das Theater der Altmark Stendahl in Seesen zu Gast, und zwar mit Dürrenmatts „Die Physiker“ – der Klassiker zum Thema „Wissenschaft und Forschung“. Der geniale Physiker Möbius hat sich von der Welt in ein luxuriöses Nervensanatorium zurückgezogen. Er weiß, dass seine Formeln die Zerstörung der Welt bedeuten können. Auch zwei weitere scheinbar Irre sind hier untergebracht. Der eine hält sich für Einstein, der andere für Newton, doch in Wirklichkeit sind sie Vertreter des westlichen und östlichen Geheimdienstes und wollen Möbius jeweils für ihre Seite gewinnen. Möbius kann beide überzeugen, dass es der einzig richtige Weg ist, wenn alle drei, obwohl normal, als Irre im Sanatorium bleiben, um der Welt die fürchterlichen Konsequenzen seiner Entdeckungen zu ersparen.
Doch sie haben die Rechnung ohne die Leiterin des Sanatoriums – die einzig wirklich Verrückte – gemacht: letztlich war ihr Opfer umsonst.
Am Donnerstag, 5. Januar, geht im Musentempel am Sonnenberg die musikalische Comedie-Revue „12 Punkte für ein bisschen Frieden“ über die Bühne. Millionen Menschen lagen sich in den Armen, als Lena im Jahr 2010 den 55. Eurovision Song Contest für Deutschland gewann. Seit 1956 strahlt das größte musikalische Event der Welt eine ganz eigene Faszination aus – nun bringt Familie Malente hierzu eine mitreißende Show auf die Bühne. Das Auditorium erlebt einen unvergesslichen „Eurovision Song Contest“ mit den größten Hits aus 50 Jahren Eurovision. Denn „der schönste Grand Prix aller Zeiten“ widmet sich den musikalischen Sternen der Unterhaltungskunst dank Familie Malente mit viel Spaß und einer gehörigen Portion Ironie. Hits wie ABBAs „Waterloo“, Katja Ebsteins „Theater“, Nicoles „Friedens-Hymne“ bis hin zu Guildo Horns „Nussecken“ und Stefan Raabs „Wadde hadde dudde da?“ lassen das Grand-Prix-Fieber erneut steigen. Tolle Kostüme, ein entzückendes Bühnenbild und viel Musik versprechen einen wahren Augen- und Ohrenschmaus. – Zu den Darstellern Peter und Vico Malente: Gemeinsam stehen die beiden Schauspieler und Musicaldar- steller seit 1998 auf der Bühne. Begonnen haben sie ihre Karriere im legendären „Schmidts Tivoli Theater“ in Hamburg, wo sie unter anderem in über 400 Vorstellungen der Schlager-Revue „Fifty-Fifty“ zu se- hen waren. Unzählige Auftritte in der bekannten „Schmidt-Mitternachtsshow“ brachten den beiden bundesweite TV-Präsenz. – Mit vom Publikum umjubelten Schlager-Revuen wie „Souvenirs“ und „Mit 17 hat man noch Träume“ ging Familie Malente seitdem auf Gastspielreise durch ganz Deutschland.
Das Münchener Tourneetheater gibt am Donnerstag, 16. Februar, mit der Komödie „Wenn der Kuckuck dreimal ruft“ seine Visitenkarte ab. Viktor und Hilary leben auf einem Schloss und versuchen, dieses Anwesen trotz finanzi- eller Probleme zu erhalten. Die beiden führen seit Jahren eine glückliche und unbeschwerte Ehe. Eines Tages besucht der charmante Tourist Charles das Schloss, und Hilary verliebt sich Hals über Kopf in den Fremden. Weiter als bis zu einem Kuss haben die Verführungskünste des attraktiven Amerikaners aber noch nicht geführt, als Hilarys Mann, der die Sache zunächst mit vornehmbritischer Diskretion übergehen wollte, beschließt, seine Gattin zurückzuerobern. Zusammen mit Hattie, einer Freundin seiner Frau, lässt Viktor nichts unversucht, Hilary davon zu überzeugen, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns auch nicht grüner ist. Dabei begibt er sich auf gefährliches Terrain und letztlich muss der alte Butler eingreifen, um die Situation zu retten. – Über die beiden Hauptdarsteller: Dem Theaterpublikum ist Anja Kruse durch zahlreiche Bühnenauftritte bekannt. Daneben ist sie auch als Schauspielerin in Fernsehen erfolgreich (zum Beispiel in „Der Alte“ oder „Die schöne Wilhelmine“). – Christian Wolff gelang der Durchbruch als Schauspieler 1989 als Förster Martin Rom- bach in der Familienserie Forsthaus Falkenau.
Den Schlusspunkt der Spielzeit 2011/2012 setzt am 5. März 2012 das Altonaer Theater Hamubrg mit dem Schauspiel „Robin Hood“. Richard Löwenherz gerät auf seinem Kreuzzug ins gelobte Land in Gefangenschaft und Robin wird beauftragt, das Lösegeld zur Rettung Richards von Prinz John, dem Bruder des Königs, zu fordern. Kaum in England angekommen, muss er erfahren, dass der Prinz und der gefürchtete Sheriff von Nottingham kein Interesse haben, ihre gewonnene Macht wieder abzugeben. Robin wird geächtet und muss in den Sherwood Forest fliehen, der daraufhin zur gefürchteten Wegstrecke für Adlige und Reiche wird, denn die Bande von Little John, der sich Robin anschließt, nimmt sich vor, dem unterdrückten Volk zu helfen und gibt ihm einen Teil der durch die Regierung erpressten Steuereinnahmen zurück. Ein anderer Teil wird abgezweigt für die selbsternannte Lösegeldsammlung für Richard Löwenherz’ Befreiung. Mit gewitztem Charme und tollkühnem Mut schaffen es Robin und sein Gefolge immer wieder, dem Sheriff zu trotzen, bis dieser die Hochzeit mit der Maid Marian durchsetzen will. Das kann sich Robin, der inzwischen ebenfalls ein Auge auf Marian geworfen hat, nicht gefallen lassen. Es kommt zu einem der vielen auch kämpferischen Höhepunkte, die diese Geschichte zur Legende machte. Malcolm Ranson ist einer der gefragtesten Fechtdesigner und Regisseure der ganzen Welt. Er arbeitete unter anderem mit Anthony Hopkins, Jude Law und Bruno Ganz zusammen. Folgen wir ihm in eines der größten Mantel- und Degenabenteuer der Weltliteratur. – Nun auch für die Bühne!
Die Abonnements (fünf oder drei Stücke) sind ab sorfort im Rathaus (Zimmer 14) erhältlich; Einzelkarten werden hier ab 1. September angeboten.