Tierhilfe Seesen droht das endgültige Aus

Rehpinscherdame „Hexe“ ist inkontinent und hat nur ein Auge. Sie ist nur eines von vielen Tieren mit einem harten Schicksal.

Der aktuelle Stand lässt keine Betreuung der notleidenden Tiere über den Sommer zu

Seesen (bo/mn). Die Tierhilfe Seesen und Umgebung steht vor dem Aus. Ein Spendenaufruf soll dem Verein nun helfen, das Ende zu verhindern. Die Verantwortlichen sagen, dass es bereits „5 vor 12“ ist und die Hilfe schnellsten erfolgen muss.
Tierschützerisches Engagement und die Einsicht in die vielfältige Not von kranken, verwahrlosten, misshandelten und im Stich gelassenen Haus- und Nutztieren bewog 2007 eine kleine Gruppe von Tierschützern einen Verein zu gründen und ihn als gemeinnützig anerkennen zu lassen, die Tierhilfe Seesen und Umgebung e.V.
Ziel des Vereins war und ist es, Menschen zu informieren und aufzuklären, ihnen in Fragen der Tierhaltung und Versorgung eine Anlaufstelle zu bieten.
Die eigentliche Aufgabe besteht aber darin alten und kranken, behinderten und schwer vermittelbaren Tieren einen Gnadenbrotplatz und damit eine endgültige Heimat zu geben. Aber auch die kostenintensive und schlafraubende Aufzucht von verwaisten Katzenbabys steht auf dem Aufgabenplan. Viele konnten sogar über die Jahre hinweg gut vermittelt werden.
In Seesen-Münchehof, dem Sitz des Vereins und das Zuhause der 1. Vorsitzenden Silvia Quittkat, leben derzeit rund 30 teilweise sehr scheue Katzen, zehn Hunde, ein Pony, Hühner, Enten, Gänse und Tauben, sowie zwei Zwerghamster.
Hinter jedem einzelnen Schützling steht ein meist trauriges Schicksal, wie zum Beispiel bei der Ponystute Bonny. Sie ist stark sehbehindert und durch frühere schlechte Haltung hat sie Probleme mit den Hufen. Natürlich ist sie nicht mehr reitbar und benötigt besondere Versorgung, die sehr kostspielig ist.
So auch die ängstliche Rehpinscherdame Hexe. Sie hat leider nur noch ein Auge und ist inkontinent, weil die Vorbesitzerin sie nicht rechtzeitig behandeln ließ. Oder der schwer kranke Schäferhund Charlie, der an Epilepsie und einer Schilddrüsenkrankheit leidet. Nur mit Medikamenten und durch regelmäßige Untersuchungen kann er ein fast normales Leben führen. Diese Schicksale stehen für viele weitere im Mittelpunkt der Tierschutzarbeit des Vereins.
Da „unsere“ Tiere also oft nicht mehr vermittelbar und krank sind, ist bei vielen Schützlingen ständige und teure tierärztliche Versorgung notwendig. Sie benötigen Spezial- oder Diätfutter, regelmäßig Medikamente und intensive Betreuung.
All das ist nicht nur arbeitsintensiv und anstrengend, sondern auch teuer.
Die Mitglieder und freiwilligen Mitarbeiter der Tierhilfe, vor allem aber Silvia Quittkat, leisten ihre Arbeit mit und an den Tieren natürlich ehrenamtlich. Dennoch entstehen für die Pflege und Versorgung monatliche Kosten von rund 2000 Euro, die der Verein zu tragen hat. Da die Tierhilfe keinerlei öffentliche Gelder erhält, ist der Verein ausschließlich auf Spenden angewiesen und somit vom Wohlwollen der Bürger abhängig.
Einige der Notfälle und Gnadenbrottiere haben Tierpaten, die zu ihrem Unterhalt beisteuern. Doch oft sind es nur kleine Beträge, die nicht annähernd die tatsächlichen Kosten des Patentieres decken. Dabei sind es nicht nur Tierarzt-, Futter-, Wasser- und Energiekosten, Katzenstreu, Spielzeug und Versicherungen, die regelmäßige bezahlt werden müssen. Besonders wenn ein Tier in einer Tierklinik behandelt werden muss, stößt der kleine Verein sehr schnell an seine finanziellen Grenzen. Besonders das vergangene Jahr hat stark dazu beigetragen, dass der Verein sich derzeit in einer sehr schwierigen finanziellen Lage befindet. Die Rücklagen des Vereins sind fast aufgebraucht und die Versorgung der Tiere ist über den Sommer hinaus aus der momentanen Sicht nicht mehr möglich. Deshalb bitten die Verantwortlichen des Vereins alle Tierfreunde und Tierschützer in Seesen und darüber hinaus den finanziell gebeutelten Verein zu unterstützen. Es werden Tierpaten, Geld-, Futter- und Sachspenden benötigt. Auch die Bereitschaft ein Tier bei sich zu Hause aufzunehmen würde sehr helfen.
Auf der Homepage unter www.tierhilfe-seesen.de kann jeder interessierte Tierfreund mehr erfahren. Bei Fragen und Anregungen, Hilfsangeboten und Bemerkungen besteht die Möglichkeit unter den Rufnummern (05381) 942535, (05381) 778257 Kontakt aufzunehmen. Der Verein möchte seine wichtige Arbeit für die Tiere gern auch in den nächsten Jahren weiterführen, doch dazu benötigt er dringend die Hilfe aller Bürger.
Spendenkonto: Braunschweigische Landessparkasse, Kontonummer 199.937.384, Bankleitzahl 250.500.00. Empfängername: Tierhilfe Seesen und Umgebung e.V. Patenschaftsanträge sind auf der Homepage unter Patentiere zu finden. Es können auch direkt Beträge auf das Konto unter dem Namen des Tieres überwiesen werden. Selbstverständlich gibt es auch eine Spendenquittung, wenn Name und Anschrift auf der Überweisung angegeben sind (Anmerkung d. Red.: Für die Angaben übernehmen wir keine Gewähr).