Tödlicher Stich in den Hals

48-Jähriger gesteht Seesener Bluttat vor dem Landgericht Braunschweig

Am Montag dieser Woche wurde vor dem Landgericht Braunschweig der Prozess gegen einen 48-jährigen ehemaligen Seesener eröffnet, der am 15. Juli dieses Jahres im Alkoholrausch einen 37-jährigen Seesener getötet haben soll. Ereignet hat sich das Ganze im Bereich der Linnenstraße. Der „Beobachter“ hatte über die Tat seinerzeit berichtet.

Die Polizei wurde am besagten Tag gegen 16.35 Uhr von der 36 Jahre alten Verlobten des Opfers alarmiert. Der Notarzt und der Rettungsdienst kamen jedoch zu spät, um dem Mann noch helfen zu können. Er erlag kurz nach der Tat seiner schweren Verletzung.
Der Tatverdächtige flüchtete anschließend vom Tatort und wurde am Abend in einer anderen Wohnung von einem Sondereinsatzkommando der Polizei Niedersachsen festgenommen. Allerdings musste er dabei mit einem Elektroscho­cker erst einmal außer Gefecht gesetzt werden.
Tags darauf wurde der Beschuldigte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Braunschweig dem zuständigen Haftrichter beim Amtsgericht in Braunschweig vorgeführt. Es wurde Untersuchungshaftbefehl wegen Totschlags erlassen. Der Beschuldigte wurde in die Jus­tizvollzugsanstalt eingeliefert. Vor Gericht gab der 48-Jährige am ersten Verhandlungstag die Tat zu, allerdings habe er das Opfer nicht töten wollen. Kurz nachdem er wegen eines anderes Deliktes auf freien Fuß kam, machte er sich auf nach Seesen. Hier traf er auf alte Bekannte, darunter seine Ex-Freundin und ihr neuer Verlobter. Gemeinsam wurden in den folgenden Tagen mehrere Trinkgelage abgehalten, während derer sich der Streit zwischen dem 48-Jährigen und dem 37-jährigen späteren Opfer anbahnte.

Verlobte versuchte, die Blutungen zu stoppen



So soll der 37-Jährige eifersüchtig geworden sein. Im Verlauf des Streits habe das Opfer den 48-Jährigen aufgefordert, ihn doch abzustechen. Im Zuge der Auseinandersetzung soll der Mann dann tatsächlich ein Messer genommen und dem Opfer damit einen Stich in den Hals versetzt haben.
Wie die Verlobte in diesem Zusammenhang mitteilte, habe sie versucht, die Blutung mit Handtüchern zu stoppen. Vergeblich! Der Mann erlag noch am Tatort der Schwere der Verletzungen. Die Tatwaffe wurde später von der Polizei vor dem Gehsteig gefunden und sichergestellt. Das SEK, das die Wohnung stürmte, nahm den stark alkoholisierten dringend Tatverdächtigen fest. Die Verhandlung wurde am gestrigen Dienstag mit weiteren Zeugenbefragungen fortgesetzt. Bekannt ist, dass der 48-Jährige in der Vergangenheit immer wieder durch Gewaltdelikte aufgefallen war und dafür auch Haftstrafen verbüßt hat. Ein Urteil wird frühestens am 8. Januar erwartet.