Tolle Impressionen vom Sehusafest-Wochenende 2011

 

Besucher strömten diesmal in Scharen auf das Festareal

Wann hatte Seesen schon einmal so ein Bilderbuchwetter zum Sehusafest? Wohl kaum ein Besucher konnte sich daran entsinnen, schon bei Temperaturen von bis zu 30 Grad Celsius und Sonne pur das historsche Spektakel mitgemacht zu haben. Nicht wenige der Mitwirkenden „ölten“ unter ihren Gewändern, der Schweiß ran in Strömen, diejenigen, die luftig gewandet dem historischenTreiben beiwohnten, hatten es da natürlich besser. Der mittelalterliche Tross hielt dabei am Wochenende abermals Einzug in die Sehusastadt und drehte am Rad der Zeit. Salbenkrämer, Handwerker oder Spielleute, Jongleure, Rittersleut, Landsknechte,Zigeuner, Gaukler und Marketenderinnen bevölkerten den Stadtkern schon am frühen Samstagnachmittag und nahmen die Besucher beim 37. Sehusafest mit auf eine Zeitreise in die Epoche, die als die wohl dunkelste Zeit in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Der Historische Markt im Schlosspark und auch die Seesener Innenstadt verwandelten sich abermals in ein „Spectaculum“. Keine Frage – das Mittelalter, die Zeit der fahrenden Leute und Ritter – hatte hier Hochkonjunktur. Nicht zu übersehen beim Rundgang waren natürlich die zahlreichen Stände, die allerlei Leckerbissen feilboten. Auch die historischen Klänge von Laute, Trommel, Tamburin, Dudelsack und anderen alten Instrumenten kamen bei dieser Gelegenheit bestens an und vermochten auf musikalische Art einen Eindruck zu geben über jene Zeit, über die doch so vieles im Unklaren geblieben ist, eben weil so wenig überliefert wurde oder gar belegt ist.
Mitten im Markt-Trubel befanden sich amSamstag auch SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel und Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU), die gemeinsan mit den jeweiligen Bürgermeisterkandidaten Hanna Kopischke (SPD) und Erik Homann (CDU) die Nähe zu den Mitwirkenden suchten und sich das beeindruckende Spektakel damit nicht entgehen ließen.
Wie schon seit vielen Jahren übernahmen die 13 aus Carpentras angereisten Franzosen den vom Seesener Carpentras Verein vorbereiteten Stand. Mit provenzalischen Genüssen, nämlich Knoblauch und vielen Gemüsesorten, Wein vom Mont Ventoux, dazu die in Seesen schon legendäre Entenbrust, waren die Fahrzeuge, mit denen sie gekommen waren, sicherlich gut ausgelastet gewesen.
Neu im Angebot war hier die provenzalische Fischsuppe. Auch sie wurde gut geordert, war aber mit der darin liegenden Kartoffel wohl etwas der Gewöhnung bedürftig. Aber die Seesener und die angereisten Besucher des Feste sind ja lernfähig. Der Duft des Bratens und Kochens aus dem Stand und des davor ausgestreuten Lavendels erinnerte an das Flair der Provence.
Carpentras und Seesen haben bekanntlich jeweils weitere Partnerstädte. Besucher aus Wantage wurden beim Sehusafest 2011 gesichtet, und es waren aus der schönen Stadt Vevey am Genfer See, die mit Carpentras eine Städtepartnerschaft hat, auch einige gekommen, um am Sehusafest teilzunehmen und auch Land und Leute in Südniedersachsen kennenzulernen.
Zahlreiche Zuschauer verfolgten amSamstagnachmittag vor dem Museum zudem die Schlachtszenen aus dem 30-jährigen Krieg. Bis tief in die Nacht feierten die Seesener und ihre vielen Gäste beimSehusafest 2011 – und der gestrige Sonntag fügte sich da nahtlos an.