Traditionelles Fuhrmannsfrühstück feierte 30-jährigen Geburtstag

Die Bornhäuser (von rechts) Werner Feldmann, Martina Wölk und Christine Frank sind mit Trecker samt Planwagen zum Neckelnberg angereist.

Der Harzklub-Zweigverein Seesen pflegt seit 30 Jahren am Neckelnberg das Garen der Harzer Fuhrmannswurst in heißer Glut. Vor genau 30 Jahren hat der Zweigverein die Tradition der Harzer Fuhrmannswurst aus Braunlage nach Seesen geholt. Und genau seit dieser Zeit veranstaltet der Verein, an Christi Himmelfahrt, das beliebte Fuhrmannsfrühstück an der Wanderhütte am Neckelnberg.

„In den 30 Jahren ist unser Fuhrmannsfrühstück nur zwei Mal ausgefallen, ein Mal wegen Starkregen und ein Mal gab es Probleme mit der Forst“, so Horst Schiller, 1. Vorsitzender des Zweigvereins Seesen. Am Donnerstag, sah es auch nicht so gut aus um das traditionelle Fuhrmannsfrühstück. Die dunklen Wolken machten dem Veranstalter Sorgen, aber am Ende blieben alle Gäste und die Würstchen trocken. Wenigstens von außen blieben die hungrigen Vatertagsausflügler an der Neckelnberghütte trocken, bevor es für einige „Bollerwagen-Trupps“ weiter in den Wald oder Park ging. Viele Stammgäste kamen nur der Wurst wegen an die Neckelnberg-Hütte, so auch Werner Feldmann aus Bornhausen der mit Freunden im Trecker samt Planwagen gut 40 Minuten von Bornhausen bis in den Harz gebraucht hat.

Aber nicht nur der „Bornhäuser-Clan“ wollte dabei sein, als der Wurst richtig eingeheizt wurde. Zahlreich strömten die Gäste aus allen Himmelsrichtungen an die „Schmorstätte“. "Die Gäste sind immer wieder fasziniert, dass die schmackhafte Wurst in der heißen Glut nicht verbrennt, aber solange die eingepackte Wurst gut bedeckt und nicht offen auf der Glut liegt brennt auch das Papier nicht an", erklärt der Vorsitzende weiter. Natürlich verrät er das spezielle Rezept der Wurst nicht – nur so viel: Es handelt sich um eine Mischung aus Schmor- und Schinkenwurst und mit einem Brötchen schmeckt diese Wurst besonders gut. Das Garen der Wurst ist schon etwas ganz besonderes. In Pergament- und Zeitungspapier eng gehüllt, muss die Harzer Fuhrmannswurst für 20 Minuten in heißer Glut begraben werden. Speziell dafür angefertigte Stiegen, nehmen rund 30 Würste je "Garvorgang" auf. Umso größer ist der Andrang bei der Ausgabe der Würstchen, denn wer sich nicht eine der 30 Würstchen ergattern konnte, musste weitere 20 Minuten auf die nächste „Wurst-Stiege“ warten.

Bereits gegen 7.00 Uhr in der Früh starteten die Helfer mit den aufwendigen Vorbereitungen an der Wanderhütte. Schließlich mussten ab 11.00 Uhr ausreichend Glut und heiße Asche zur Verfügung stehen um die leckere Wurstspezialität auf den Punkt garen zu können. Allerdings machte den Helfern das feuchte Holz zu schaffen, erst mit trockenem Kaminholz und Stroh konnte man das Feuer in Gang setzen. Noch vor dem Garen der Wurst fiel um 10.30 Uhr der Startschuss in Tag mit dem Christi Himmelfahrt Gottesdienst unter freiem Himmel. Zahlreiche Besucher verfolgten den Gottesdienst, sowie den Klängen vom Propstei-Chor Seesen. Parallel wurden bereits die ersten Würstchen für das Garen unter heißer Asche und Glut vorbereitet. Unzählige urig verpackte Fuhrmannswürstchen fanden so bis 13 Uhr hungrige Abnehmer.

Veranstaltungstipp: Am Abend des 5.Juli erwartet der Harzklub-Zweigverein Seesen, die Mittelalterformation "Pestilenzia" an der Neckelnberg Hütte.