Über Kollekten, Kuratoren und Klimaschutz diskutiert

Landessynode Braunschweig plädiert bei Aufstellung von Kollektenplänen Eigenverantwortung der Gemeinden zu stärken

Seesen/Goslar (bo). Die braunschweigische Landessynode hat die Kirchenregierung gebeten, bei der Aufstellung künftiger Kollektenpläne die Eigenverantwortung der Kirchengemeinden stärker zu berücksichtigen. Sie sollen noch mehr als bisher über die Verwendung der Mittel entscheiden können, in der Erwartung, dass dadurch die Kollektenerträge gesteigert werden. Die Initiative geht auf einen Vorschlag von Domprediger Joachim Hempel (Braunschweig) zurück, der die Glaubwürdigkeit geringer Kollekten in Frage stellte. Für ehrenwerte Zwecke seien auch „ehrenhafte Beiträge“ nötig, sagte er am 2. Juni bei der Tagung der Landessynode in Goslar. Intensiv diskutierte die Synode die Frage, ob eine geänderte gesetzliche Grundlage notwendig sei, um dieses Ziel zu erreichen. Sie hätte eine Verfassungsänderung erfordert. Unter anderem Synodenpräsident Gerhard Eckels (Braunschweig) äußerte seine Zweifel, ob sich eine neue gesetzliche Regelung lohnt. Und Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer machte darauf aufmerksam, dass die Gemeinden bereits jetzt über viele Kollekten frei und eigenständig entscheiden können.
In einem geschichtlichen Exkurs beschrieb Pfarrer Harald Welge (Braunschweig) die Entwicklung des Kollektenwesens seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Dabei wurde klar, dass die Kollekte eine wichtige theologische Dimension besitzt, indem sie die Kirche als „Kirche für Andere“ kenntlich macht. Von einer gesetzlichen Neuregelung sah die Synode ab.
Außerdem hat die Landessynode das Landeskirchenamt gebeten, bis zum November 2012 ein Konzept für den Dienst der „Gemeindekuratoren“ zu erarbeiten. Dabei handelt es sich um ein vergleichsweise neues kirchliches Ehrenamt, das in Ergänzung zu anderen Ämtern in der Gemeinde die Präsenz der Kirche vor Ort sicherstellen soll. Ein entsprechendes Pilotprojekt wird in Zusammenarbeit mit der hannoverschen Landeskirche im Theologischen Zentrum Braunschweig koordiniert. Die Landessynode würdigte die Initiative und bat außerdem um eine vorläufige Rahmenordnung. Nach Abschluss der fünfjährigen Projektphase sei dann eine Ordnung für den Dienst und die Ausbildung der Gemeindekuratoren vorzulegen.
Besondere Aufmerksamkeit widmete die Synode darüber hinaus dem Thema Klimaschutz. Sie hat das Landeskirchenamt beauftragt, Energieleitfäden, Formulare, Checklisten und Schulungsunterlagen zu erstellen, die zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs führen sollen. Das Ziel dabei ist es, vorhandene Heizungsanlagen zu optimieren und das Nutzungsverhalten zu ändern, damit der Ausstoß von Kohlendioxid verringert wird. Außerdem soll ein Energie- und Emissionsminderungskonzept für die Gebäude der Landeskirche bis zum November 2013 erstellt werden. Wie Klaus Fischer, Diplomingenieur aus Salzgitter, deutlich machte, beteilige sich die Landeskirche damit an der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums.