...und dann kam der Regen

Oliver Jung, hier in Begleitung einer hübschen Marketenderin, ist schon seit Jahrzehnten beim Sehusafest mit von der Partie.

Umzug fiel buchstäblich ins Wasser

Das Sehusafest Nr. 42 ist Geschichte.

Wieder einmal hatte sich der ausrichtende Historienfestverein sehr viel Mühe mit der Ausrichtung des größten Historienfestes in Norddeutschland gegeben. Und am Sonnabend wurden die Bemühungen belohnt. Tausende Seesener, aber auch viele auswärtige Besucher kamen zum Mittelalterfest in die Sehusastadt. Dichtes Gedränge herrschte bereits tagsüber und spät am Abend gab es fast kein Durchkommen mehr im Herzen der Stadt. Ganz so friedlich wie gestern berichtet, lief das Fest dann aber doch nicht ab. Am Sonnabendabend pöbelten laut Mitteilung der Polizei zahlreiche jugendliche Heranwachsende auf dem Festgelände. Mindestens einem Jugendlichen wurde daraufhin ein Platzverbot ausgesprochen. Die Stimmung sei teils sehr aggressiv gewesen. So hätten die Jugendlichen, vorwiegend mit Migrationshintergrund, die anwesenden Polizisten und auch die Hundeführer immer wieder provoziert und gereizt. „Die Jugendlichen waren hochaggressiv”, bestätigte ein Sprecher der Polizei und natürlich war auch Alkohol im Spiel gewesen. Schlussendlich sei es aber gelungen, deeskalierend zu agieren, so dass am Ende keine Straftaten zu verbuchen waren.
Am Sonntag dann gingen die bangen Blicke gen Himmel. Regen war von den Meteorologen prognostiziert worden und leider kam es genau so. Als sich der Umzug durch die Straßen der Stadt schlängelte, da setzten die ersten Tropfen ein und dann wurde es minütlich schlimmer. Am Ende waren nahezu alle Umzugsteilnehmer komplett durchnässt und viele mussten erst einmal die Kleidung wechseln.
Ob Schutten, Ritter, Zigeuner, Gaukler und viele weitere Akteure, die auch diesmal wieder die Tradition des nunmehr bereits 42. Sehusafestes aufrecht erhielten – sie alle sorgten bis der Regen kam, wieder für einen prächtigen und farbenfrohen Umzug, der sich seinen Weg durch die Straßen bahnte. Schade nur, dass der Regen dazwischen kam. Zwischenzeitlich war es im Anschluss an den Umzug auf dem Festgelände recht übersichtlich. Nach und nach kamen dann aber viele Besucher zurück und so herrschte an den Ständen und Buden und in den verschiedenen Lagern dann doch noch reges Treiben.
Der Eintrittspreis von sechs Euro sei weiterhin bewusst niedrig gehalten. Finanziell wird es für den Historienfestverein ohnehin immer schwieriger, das Fest auszurichten. Ein Grund auch, weshalb die Formation Cultus Ferox in diesem Jahr nicht mit von der Partie war. Erst nach 20 Uhr verließen dann die letzten Besucher das 42. Sehusafest – und das in der Gewissheit, dass Auflage Nr. 43 bereits in Planung ist. Man darf sich jetzt ein Jahr im Voraus freuen.