Unter die Trickfilmproduzenten gegangen

Bei diesem Trickfilm waren die beteiligten Zehntklässler selbst die Protagonisten.

„multimediamobil“ vor Ort: Kunsterziehung nach dem Geschmack der Zehntklässler der Oberschule Seesen

Die Begeisterung der Zehntklässer an der Oberschule Seesen war schon im Vorfeld groß. Kunstpädagogin Silke Pflanz hatte ihnen eröffnet, dass das „multimediamobil“ der Niedersächsischen Landesmedienanstalt für einen ganzen Schultag vor Ort sein würde.

Gestern nun, am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien, war es so weit. Das „multimediamobil“ für die Fortbildungsregion Südost kam ins Schulzentrum gerollt, und zwar in Person von Nadine Aggour. Die Medienpädagogin stand mit Rat und Tat zur Seite, als es zunächst für die Schülerinnen und Schüler der 10 b, aufgeteilt in fünf Gruppen, darum ging, einen eigenen Trickfilm von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt zu erstellen.
Bereits im Vorfeld hatten sich die Jugendlichen mehr oder weniger konkret eine Geschichte ausgedacht, die es in kleinen Teams umzusetzen galt. Und das ging mit vergleichsweise einfachen Mitteln. Eine Gruppe beispielsweise bediente sich selbst gebastelter Sprechblasen und Playmobilfiguren, eine andere setzte die eigenen Mitschüler als Protagonisten entsprechend in Szene, eine dritte nahm das „Storyboard“ wörtlich und bediente sich ausschließlich einer Tafel und Kreide als Hilfsmittel. Um den richtigen Effekt zu erzielen, gab es eine Menge zu beachten. Wann wählt man die Totale und wann ist die Nahaufnahme die bessere Lösung? Lieber die Vogel- oder doch die Froschperspektive nehmen? Zum Einsatz kamen übrigens jeweils hochauflösende Digitalkameras. Schließlich geht es bei dem Projekt inhaltlich vor allem um „das experimentelle und zielgerichtete Gestalten mit digitalen Medien sowie das Dokumentieren und Präsentieren eigener Gestaltungsprozesse mit Hilfe neuer Medien“. Das Equipment brachten die Nachwuchs-Filmproduzenten zum großen Teil selber mit.
Bei den Profis wird normalerweise mit einer Frequenz von 20 bis 25 Bildern pro Sekunde gearbeitet. „Ganz so genau wollten wir es dann doch nicht nehmen und haben uns auch mit Blick auf den Zeitfaktor auf zehn Bilder pro Sekunde beschränkt“, erklärte Nadine Aggour. Die Expertin trat vor allem in Aktion, als es am Ende um den Videoschnitt am Computer ging und damit den Trickfilmen der letzte Schliff verpasst wurde.
„Die Schüler waren mit großem Eifer bei der Sache, lernten eine Menge und hatten dabei auch noch Spaß“, bilanzierte eine sichtlich zufriedene Silke Pflanz. Sie überlegt nun, ob ein Besuch des „multimediamobils“ im Rahmen der Kunsterziehung an der Oberschule künftig nicht regelmäßig erfolgen könnte und sollte, zumal das Angebot kostenlos ist. In der kommenden Woche und dann im Februar sind aber erst einmal die anderen beiden 10. Klassen an der Reihe, um ihren ganz eigenen „Streifen“ zu produzieren.