Urkunden für vier Leader-Regionen

Die Leader-Regionen in Südniedersachsen haben am Dienstag im Harzhorn-Informationsgebäude die Anerkennungsurkunden erhalten.

2,4 Millionen Euro werden für die Entwicklung zur Verfügung gestellt

Knapp zwei Wochen ist es her, dass das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die künftigen Leader-Förderregionen bekannt gegeben hat. Mit dabei sind auch der Landkreis Northeim mit der Region Harzweserland, der Landkreis Göttingen mit der Region Göttinger Land, der Landkreis Osterode am Harz sowie aus dem Landkreis Goslar die Region Westharz mit den Städten Braunlage, Langelsheim, Seesen und Clausthal-Zellerfeld.
Vertreterinnen und Vertreter der genannten vier Regionen, haben Dienstag am Harzhorn – dem römisch-germanischen Schlachtfeld in den Gemarkungen Oldenrode und Harriehausen – aus den Händen von Matthias Wunderling-Weilbier, dem Landesbeauftragten für regionale Landesentwicklung Braunschweig, die Anerkennungsurkunden entgegengenommen. Mit vor Ort war auch Seesens Bürgermeister Erik Homann.

Das Land Niedersachsen will nach eigenen Angaben in der neuen Förderperiode bis 2020 bei der Regionalentwicklung verstärkt auf den so genannten Leader-Ansatz setzen. Nachdem alle bis zum 10. Januar eingereichten Wettbewerbsbeiträge von einer unabhängigen Bewertungsjury geprüft und bewertet wurden, erfolgte Ende April die offizielle Bekanntgabe der ausgewählten Leader-Regionen durch das zuständige Landwirtschaftsministerium (der „Beobachter“ berichtete ausführlich). So sind für die neue Leader-Förderperiode zukünftig 41 Aktionsgruppen anstatt der bisher 32 Leader-Regionen vorgesehen. Vor diesem Hintergrund werden auch die öffentlichen Gelder von bisher 64 Millionen Euro auf 100 Millionen Euro für die Projekte im ländlichen Raum deutlich erhöht.
Für die südniedersächsischen Regionen entfallen davon je nach Größe 2,4 Millionen beziehungsweise 2,8 Millionen Euro auf die jeweilige Leader-Region für den Förderzeitraum bis 2020.
Aus diesem Anlass überreichte der Landesbeauftragte des Amtes für regionale Landesentwicklung Braunschweig, Matthias Wunderling-Weilbier den ausgewählten Leader-Regionen im Infozentrum am Harzhorn eine Anerkennungsurkunde. Dabei würdigte er das Engagement im Rahmen der Erarbeitung des Regionalen Entwicklungskonzeptes und sprach den anwesenden, regionalen Vertretern seine Anerkennung aus.
Region erarbeitet Regionales Entwicklungskonzept (REK)

Als Wettbewerbsbeitrag für das Leader-Auswahlverfahren haben die jeweiligen Regionen in der zweiten Jahreshälfte 2014 das Regionale Entwicklungskonzept (REK) in einem „Bottum-up Prozess“ erarbeitet. Neben der Lokalen Aktionsgruppe waren weitere Wirtschafts- und Sozialpartner aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur, Tourismus und Soziales in den Entwicklungsprozess eingebunden und haben in dem REK die Handlungsbedarfe in der Region für die nächsten Jahre festgelegt.
Neuausrichtung soll
neue Möglichkeiten geben

Durch die Neuausrichtung des Leader-Ansatzes in der neuen Förderperiode sind die Gestaltungsspielräume der lokalen Aktionsgruppe erweitert worden. So waren in den jeweiligen Regionalen Entwicklungskonzepten Angaben zu den Förderhöhen und Förderschwerpunkten zu treffen, wodurch das besondere Profil und die Schwerpunkte der Region noch einmal hervorgehoben wurden. Hierdurch steigt einerseits sowohl der Anspruch an die Lokale Aktionsgruppe als auch andererseits deren Eigenverantwortung.
Die Bewilligungsbehörde für Leader-Maßnahmen ist das Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig, Geschäftsstelle Göttingen, die im Rahmen des Bewilligungsverfahrens die Förderfähigkeit von Leader-Projekten beurteilt und für die weitere Abwicklung zuständig ist.
Begrüßt wurden die Gäste im Informationsgebäude am Harzhorn von der stellvertretenden Northeimer Landrätin Gudrun Borchers, die zugleich darauf hinwies, dass die inhaltliche Arbeit in den Regionen jetzt erst beginnen müsse: „Ich kann aber hier schon einmal das kleine Resümee ziehen, dass sich der Aufwand und der Einsatz bisher gelohnt haben.“
Landesbeauftragter Matthias Wunderling-Weilbier dankte den Bürgerinnen und Bürgern aus den beteiligten Regionen dafür, dass sie sich bereits bei der Erstellung der Konzepte intensiv eingebracht haben. „Dies war Voraussetzung dafür, dass aus dem Leader-Programm bis 2020 nun immerhin zehn Millionen Euro in die gesamte Region Südniedersachsen fließen können“, so Matthias Wunderling-Weilbier, der zugleich darauf verwies, dass Südniedersachsen mit dem Südniedersachsenplan nun aus einem „Guss“ gefördert werden könne.
Im Verlauf der Veranstaltung, die im Info-Gebäude am Harzhorn stattfand, stellten die Vertreter der Förderregionen auch die jeweiligen Handlungsstrategien vor. So unterschiedlich diese im Detail auch erscheinen mögen, wurde doch bereits jetzt deutlich, dass es im Kern bis 2020 in der gesamten Region darum gehen soll, die großen Herausforderungen der demographischen Entwicklung zu bewältigen. „Das können wir schaffen, wenn wir weiter engagiert zusammen stehen“, brachte es Wunderling-Weilbier auf den Punkt.
Zur Erläuterung: Der Begriff Leader steht für (fanzösisch): Liaison Entre Actions de Développement de l’ Évonomie Rurale, übersetzt: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft.