•Ursprünge der Oberharzer Wasserwirtschaft im Pandelbachtal

Wurden erneuert: die Info-Tafeln im Pandelbachtal. (Foto: Pedroß)

Hinweistafeln über Wirken der Zisterzienser erneuert

Münchehof (Pe). Nachdem im Jahre 1188 Kaiser Friedrich I. Barbarossa dem Kloster Walkenried ein Viertel der Erzausbeute vom Rammelsberg geschenkt hatte, übernahmen die Zisterzienser sehr bald eine führende Rolle im Bergbau des Harzes. Mit dem Erwerb zahlreicher Forsten, Hütten und Bergwerke und dem damit einhergehenden Ausbau des Hüttenreviers und der Wirtschaftshöfe in der Grangie Immedeshusen konnte auch die Vermarktung der Produkte über die Stadthöfe Göttingen und Goslar hinaus verwirklicht werden.
Durch zusätzliche Einkünfte war es wieder möglich, neuen Grundbesitz und damit weitere Arbeitskräfte zu erwerben und Reichtum anzusammeln. So entwickelte sich dann aus der einstigen Naturlandschaft des Harzes durch das Montanwesen eine Kulturlandschaft, die noch heute vielfältige Beweise über diese Zeit vermittelt. Besonders bedeutsam ist – wie bereits verschiedentlich berichtet und durch den früheren Chronisten des Heimatvereins Münchehof e. V., Karl Bauerdorf (†) in der von ihm erstellten Chronik dargelegt, dass insbesondere im Pandelbachtal ein frühmittelalterliches industrielles Zentrum entstand, dessen Hinterlassenschaften noch heute in der Landschaft am Pandelbach erkennbar sind. Dies gilt insbesondere für die von den Zisterziensermönchen im frühen 13. jahrhundert erstellten Teich- und Gräbensysteme, die im Rahmen der Erzverhüttung zum Betrieb von Wasserrädern notwendig waren.
Auch die im Jahr 2004 durchgeführten archäologischen Grabungen bestätigten die zuvor schon beschriebenen Aktivitäten der Zisterzienser im Pandelbachtal sehr eindrucksvoll. Man kann sicher davon ausgehen, dass die Ursprünge der Oberharzer Wasserwirtschaft, die jetzt als Welterbe eingestuft wurde, im Pandelbachtal nahe dem Dorf Münchehof zu suchen sind. Anlass genug für den Ortsbürgermeister von Münchehof, den Initiator für die Anerkennung der Oberharzer Wasserwirtschaft, Prof. Dr. Roseneck, kürzlich auf diese Situation aufmerksam zu machen; Anlass genug aber auch für tüchtige ehrenamtliche Mitstreiter des Heimatvereins Münchehof e. V. die vor Jahren im Pandelbachtal aufgestellten Informationstafeln, die von der historischen Bedeutung dieses frühindustriellen Zentrums der Zisterzienser am Westrand des Harzes künden, wieder auf Vordermann zu bringen.
Und so war es für Klaus Beermann, Werner Fuchs, Alwin Karges und Wolfgang Meier erneut eine Selbstverständlichkeit, sich der durch die Witterungseinflüsse erkennbaren Schäden anzunehmen und die Informationstafeln zu erneuern und winterfest zu machen. Nun stehen sie dem interessierten Wanderer oder dem an der Historie interessierten Besucher des Pandelbachtales wieder uneingeschränkt zum Studium zum Verfügung.