Vergnüglicher Streifzug durch Grand-Prix-Hits

Ernie und Bert kamen in der Show zu Ehren. (Foto: Mateo)

„12 Punkte für ein bisschen Frieden“ kommt bestens an / Großartige schauspielerische Leistung, imposante Stimmen

Axel Henniges, seines Zeichen Leiter des Fachbereiches III der Stadt Seesen, hat allen Grund zur Freude, denn das Theaterjahr 2012 wurde in der vergangenen Woche mit einer ausverkauften Vorstellung in Angriff genommen. Mehr noch: Der musikalisch-komödiantische Streifzug durch die mittlerweile 55-jährige Hit-Historie des „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ („12 Punkte für ein bisschen Frieden“) kam beim Publikum bestens an.
Die Seesener Aula wurde beim Auftritt der „Malente-Show“ quasi zum Studio einer Grand-Prix-Liveübertragung aus „Moldibeidschan“ umfunktioniert. Dabei galt es auch für die Theaterbesucher, eine Rolle zu übernehmen. Sie fungierten nämlich als Fans und wurden mit den entsprechenden Landesflaggen ausgerüstet. So schwangen die Gäste auf Kommando beispielsweise das bundesdeutsche oder das englische Fähnchen. Österreich war auch vertreten, allerdings gab’s nur eine einsame Jubel-Flagge für die erste Stuhlreihe – war das die „Strafe“ für die Punktevergabe von Austria-Juroren für deutsche Titel in den vergangenen Jahren?
Fazit des vergnüglichen Theaterabends: Zwölf Punkte für Peter und Vico Malente sowie Bianca Arndt und Christin Deuker, die die Schmunzelstory von Dirk Vossberg und Knut Vanmarcke von der ersten bis zur letzte Minute bravourös mit Leben erfüllten.
Mit einer großartigen schauspielerisch-tänzerischer Leistung, imposanten Stimmen, „irren“ Kostümen – der Wechsel erfolgte fast im Minutentakt – und aberwitzigen Frisuren zog das Quartett, das die Nordtour-Theater GmbH einmal mehr erfolgreich auf Tournee schickte, das Publikum in seinen Bann, strapazierte mit eindeutig-zweideutigen Gags und ironischen Anmerkungen zum „Grand-Prix-Zirkus“ die Lachmuskeln – und inspirierte nicht zuletzt zum Mitsingen.
Die Palette der Nr. 1-Gassenhauer reichte da von ABBAS „Waterloo”, Katja Epsteins „Theater”, Nicoles „Ein bisschen Friedens” bis hin zu Gildo Horns Nussecken und Stefan Raabs „Wadde hadde Du de da?” Klar, dass Malente & Co auch Lenas Grand-Prix Kracher „Satellite", mit dem Deutschland 2010 in Oslo triumphierte, in die Revue einbauten, und zwar gekonnt.
Nach dem zweistündigen Schlagerfeuerwerk erklatschte sich das Auditorium mit frenetischem Beifall zwei Zugaben. Gerd Jung