Verhandlungen für Diakonie drohen zu Scheitern

Ver.di leitet erste Stufe der Schlichtung ein

Der Streit in den Tarifverhandlungen zwischen der Diakonie in Niedersachsen und der Gewerkschaft ver.di eskaliert. Nachdem auch die vierte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis blieb, habe ver.di das drohende Scheitern erklärt und somit die erste Stufe der Schlichtung eingeleitet, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch in Hannover mit.

Die Arbeitgeber hatten laut ihrem Verhandlungsführer Jens Rannenberg ihr Angebot verbessert, jedoch eine Beteiligung der rund 37.000 Beschäftigten an der zusätzlichen Altersversorgung verlangt. Dies lehnt die Gewerkschaft kategorisch ab.
Ver.di fordert für die Beschäftigten mindestens 100 Euro und 3,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von einem Jahr. Die Arbeitgeber bieten laut Rannenberg nun 4,2 Prozent mehr Gehalt und eine Einmalzahlung von mindestens 160 Euro, jedoch bei einer deutlich längeren Laufzeit an.
Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Jens Havemann nannte das Angebot der Diakonie eine "Mogelpackung": Berechnet auf zwölf Monate hätten die Arbeitgeber lediglich 1,3 Prozent angeboten. Die einzelnen kleinen Erhöhungen ergäben zwar einmal in der Summe vier Prozent, dies allerdings erst im Jahr 2017. Hinzu komme die Selbstbeteiligung der Beschäftigten an der Zusatzversorgung. Damit liege das neue Angebot der Arbeitgeber sogar noch unter dem der Verhandlungen vom Dezember.
In den kommenden Tagen werden beide Seiten nun Schlichter benennen, die zunächst nur als Moderatoren beratend in die nächste Verhandlung eingreifen sollen. Die Diakonie wollte noch keinen Namen nennen. Ver.di will sich an den früheren hannoverschen Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg und den Bremer Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel wenden, sagte Havemann. Außerdem kündigte er für den 26. Januar erste Protestaktionen in Hannover, Braunschweig und Oldenburg an.