Versorgung schwerkranker Menschen verbessern

Palliativstützpunkt-Geschäftsführerin Susanne Kleine und Propst Thomas Gleicher als Vorsitzender des neugegründeten Vereins, der sich zum Ziel gesetzt hat, die palliativmedizinische Versorgung in der Region zu verbessern. 

Neuer Palliativstützpunkt Seesen nimmt am 1. November die Arbeit auf / Propst Thomas Gleicher Vorsitzender

Den Regionen Seesen und Bockenem sowie den Landkreisen Osterode und Goslar bietet der neue Palliativstützpunkt St. Vitus Seesen e.V. ab dem 1. November eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (ASPV) für schwerkranke Patienten, deren Angehörige sowie die an der Versorgung Beteiligten.
Der „Beobachter“ hat im Vorfeld mit dem 1. Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins, Propst Thomas Gleicher, sowie mit Geschäftsführerin Susanne Kleine gesprochen. Zum Vorstand gehören neben Thomas Gleicher als 2. Vorsitzender Dr. Rainer-Joachim Gloeckner, Dr. Gertrude Wachter, Dr. Bernd Schlemminger und Ilse Hartig.

Wie Thomas Gleicher erklärt, hat sich der Palliativstützpunkt St. Vitus Seesen e.V. zum Ziel gesetzt, eine Verbesserung der palliativmedizinischen Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen in Seesen und Umgebung flächendeckend zu entwickeln und sicherzustellen.
Das Ziel ist eine qualitativ hochwertige und würdevolle Begleitung, eine enge Zusammenarbeit zwischen der Basis und Spezialversorgung und eine sinnvolle Ergänzung von professioneller und ehrenamtlicher Tätigkeit.


Lebensqualität und Selbstbestimmung


Das Angebot der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung richtet sich an schwer- und schwerstkranke Patienten , die eine besonders aufwändige Versorgung benötigen, um nicht im Krankenhaus sterben zu müssen. „Unser Ziel ist es, deren Lebensqualität und Selbstbestimmung zu erhalten und zu verbessern. Es soll ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung – auch im Pflegeheim – ermöglicht werden. Entscheidend für unsere Tätigkeit sind der Wille des Patienten und die psychische und physische Entlastung seiner Familie“, erläuterte Geschäftsführerin Susanne Kleine.
Und weiter: „Unseren Patienten und den an der Versorgung Beteiligten stehen wir mit unterschiedlichen Inhalten und Umfang zur Verfügung. Unsere Tätigkeit richtet sich immer nach dem jeweiligen Bedarf des einzelnen Patienten.“
Neben einer reinen Beratungsleistung koordiniert der Palliativstützpunkt die Versorgung aller medizinischen Hilfsangebote, wie Pflegedienste, Hospizdienste, Seelsorger, Hausarzt, Palliativmediziner, Apotheker, Logopädie, Ergotherapie oder Physiotherapie, Teilleistungen zusätzlich zur hausärztlichen Leistung (z. B. spezielle Schmerztherapie) anzubieten oder auch die vollständige Versorgung zu übernehmen, wenn es der Wunsch aller Beteiligten ist.

Stützpunkt-Büro im
Altenzentrum St. Vitus


Das Büro des Palliativstützpunktes St. Vitus Seesen ist angegliedert an das örtliche Alten- und Pflegezentrum St. Vitus. Ansprechpartner ist Geschäftsführern Susanne Kleine, die mobil unter der Rufnummer 0160 - 7018881 erreichbar ist.
Sie erklärt: „Im Rahmen unserer Leistungen für die gesetzlichen Krankenkassen werden wir tätig, wenn uns der betreuende Arzt oder der entlassende Krankenhausarzt eine Verordnung ausstellt. Unsere Leistungen können die Patienten in Anspruch nehmen – ausschlaggebend ist hier immer der Wunsch und Zustand des Patienten.“
Um Qualität und Sicherheit für den Sterbenden und seine Familie leisten zu können, hat der Verein erfahrene und hochspezialisierte Ärzte und Pflegekräfte als Kooperationspartner für die Patienten im Einsatz.
Susanne Kleine: „Wir verfügen über hinreichende Erfahrung in der Koordination und ­pflegerischer Versorgung. Wir wissen kompetent, rasch und sicher zu handeln und sorgen für Zuverlässigkeit in der Erreichbarkeit.“
Den Patienten, deren Angehörigen, Ärzten und Pflegediensten steht rund um die Uhr eine gesonderte 24-Stunden-Hotline zur Verfügung. Unter dieser Hotline ist immer jemand erreichbar, der kompetenten Rat erteilen oder einen Hausbesuch durch einen qualifizierten Arzt oder Pflegedienst veranlassen kann. Der Patient wird mit Sorgen und Ängsten, Schmerzen, Übelkeit oder Luftnot nicht allein gelassen. Die Hotline ist unter (0151) 506 388 22 erreichbar.
Der Palliativstützpunkt ist eingebettet in die örtliche, vertragsärztliche und Stationäre Versorgung der Region. Durch die enge Verknüpfung seiner Mitglieder in die reguläre Versorgung vor Ort stellen wir ein Höchstmaß an Kommunikation und Kooperation sicher. Aber auch nur dann, wenn der Patient dies nachfragt.
Der Hospizverein Horizont Hospizinitiative Seesen hilft dem Patienten und seiner Familie unterstützend zu den ärztlichen oder pflegerischen Leistungen in der letzten Lebensphase zum Beispiel mit Gesprächen zur Verarbeitung von Gefühlen, die durch die Auseinandersetzung mit dem Tod entstehen. Er entlastet durch seine Anwesenheit die Angehörigen und unterstützt bei der Bewältigung unerledigter Wünsche und Probleme.
Für eine eventuell erforderliche stationäre Versorgung stehen die Asklepios Kliniken Schildautal Seesen, sowie für den Landkreis Osterode die Kliniken Herzberg, welche über eine geeignete Infrastruktur verfügen, bereit.
Für die spezifisch seelsorglichen Bedürfnisse der Patienten und ihrer Angehörigen sind die jeweiligen Ortsgeistlichen zuständig. Die evangelisch-lutherische Propstei Seesen ist im Vorstand des Palliativstützpunktes mit einem Seelsorger (Thomas Gleicher) vertreten, der bei Bedarf den Familien behilflich ist, den Kontakt herzustellen.