VESUV: Nach 25 Jahren ist nun Schluss

Hildegard Reinecke (2. von links) war über viele Jahre das Gesicht des Vereins für Suchtvorbeugung bei jungen Menschen, kurz VESUV.

Verein verabschiedet sich mit großem medienpädagogischem Projekt

Angesichts der Notwendigkeit, verstärkt Medienerziehung zu betreiben, hat der VESUV (Verein für Suchtvorbeugung bei jungen Menschen) in diesem Jahr Seesener und Gandersheimer Schulen des Sek.I-Bereichs die finanzielle Unterstützung für Präventionsarbeit im medienpädagogischen Bereich zugesagt. Jeder Schule wurden jeweils 1000 Euro für Projekte zu Themen wie Handy-und Internetnutzung, Umgang mit sozialen Netzwerken, Computerspiele oder Cybermobbing angeboten. Die Schulen hatten dabei die Möglichkeit, den Verein Smiley e.V. für Workshops und Elternabende zu verpflichten, die Kosten hat der VESUV e.V. übernommen.

Die Oberschule Bad Gandersheim, das Roswitha-Gymnasium Gandersheim, die Oberschule Seesen und die Sehusaschule in Seesen haben dieses Angebot gern angenommen und so konnten hier etliche Veranstaltungen zu diesem relevanten Thema durchgeführt werden.
Mit diesem großen Präventionsprojekt wird der VESUV e.V. allerdings seine fast 25-jährige Arbeit einstellen und sich zum Ende dieses Jahres auflösen.
1991 wurde der Arbeitskreis Suchtprävention gegründet, aus dem sich dann 1995 der Verein für Suchtvorbeugung bei jungen Menschen (VESUV e.V.) entwickelte. Von Beginn an lag die Zielsetzung schwerpunktmäßig auf der Stärkung des Selbstwertgefühls der Kinder und Jugendlichen und der Förderung des Verantwortungsbewusstseins für sich und andere. „Wenn man möglichst früh lernt, sich selbst zu vertrauen, auch mit Niederlagen umzugehen und die Verantwortung für den eigenen Körper zu übernehmen, ist die Gefahr, in den Strudel irgendwelcher Abhängigkeiten zu geraten, wesentlich geringer“, sagt Hildegard Reinecke, die über all die Jahre quasi der Motor des Vereins war.
Aufgrund dieser Überlegungen organisierte der Verein in unterschiedlichen Zeiträumen verteilt auf die 24 Jahre die „Lampenfieber-Wochen“, gründete einen Kinderzirkus und bot Konzentrations- und Selbstbehauptungskurse an. Da effektive Präventionsarbeit möglichst früh ansetzen sollte, finanzierte man im Rahmen des Projektes „Eltern stark machen“ eine Kurzzeit-Elternberatung in Kindergärten und half eine Fortbildungsreihe für die ErzieherInnen aller Seesener Einrichtungen zum Thema Prävention auf den Weg zu bringen. Der VESUV bot etliche Veranstaltungen an, die die Sensibilität für das Thema „Sucht“ und „Selbstbestimmung“ erhöhen sollten – sei es durch informative Vorträge oder durch Wettbewerbe wie „0,0 für Tausend“, wo durch Prämienvergabe für Alkoholverzicht geworben wird.
Nun wird es für den Verein immer schwieriger, Aktionen zu initiieren. Das liegt in erster Linie daran, dass viele Projekte über Schulen laufen müssen und man dort mit so vielen anderen Aufgaben belastet ist. Außerdem wurden einige von den Organisatorinnen pensioniert und entfernen sich somit vom „Aktionsraum Schule“. Erfolgreiche Präventionsarbeit lebt aber von Vernetzung, um Synergien und Nachhaltigkeit zu erzielen. Aus diesem Grund hat der VESUV sehr engagiert im Seesener Präventionsrat mitgearbeitet. Hildegard Reinecke: „Leider ist dieses für eine Stadt wichtige Gremium eingeschlafen, was neue Initiativen und Aktionen sehr erschwert“.
All diese Aspekte hätten zu dem Beschluss geführt, den Verein VESUV aufzulösen.