Viel Lärm...

Das Geschäft Rude Bikes in der Frankfurter Straße wird nach der gerade erst erfolgten Neueröffnung schon wieder geschlossen. Die Gründe hierfür erregten die Gemüter.

Für viel Lärm und Diskussionsstoff hat in dieser Woche die Nachricht gesorgt, dass das neue Motorradfachgeschäft „Rude Bikes” im Verlauf der Frankfurter Straße nur wenige Monate nach der Eröffnung bereits wieder schließt.

Was? Wieso das denn? Angeblich, so wurde einmal mehr auf einer Plattform für Seesen im sozialen Netzwerk gerüchteweise gemutmaßt, hatten sich Nachbarn respektive Anlieger über Ruhestörung bei der Stadt Seesen beschwert und der Betreiber musste seinen Laden daher flugs dicht machen. Das wiederum entrüstete die User-Gemeinschaft und viele sahen in der Stadtverwaltung die „bösen Buben”. Wie kann man nur so bescheuert sein, ein Motorradgeschäft zu verbieten, nur weil da ein bisschen Krach ist?, lautete der einhellige Tenor. Es müsste endlich Zeit werden, dass hier mal einer mit Verstand an die Macht kommt und so weiter und so fort... Sogar eine Demo sollte organisiert werden, um gegen diese „Schande” in Seesen vorzugehen. Derartige Nachrichten auf facebook-Seiten werden natürlich auch von den Mitarbeitern im Rathaus gelesen. Nachdem rathausintern keinerlei Beschwerden in Sachen Ruhestörung bekannt waren, hat sich der „Beobachter” an den Landkreis Goslar gewandt, um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Und es folgte die Erklärung: Wie ein Sprecher des Landkreises Goslar nämlich mitteilen konnte, wurde für das besagt Motorrad-Geschäft„Rude Bikes” im Januar 2017 ein Bauantrag wegen Nutzungsänderung auf einen Motorrad- und Quadshop mit Werkstatt gestellt (ehemals war hier ein Schuhcenter untergebracht). Im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens habe das Gewerbeaufsichtsamt des Landkreises Anfang März erklärt, dass dem Bauvorhaben nur zugestimmt werden könne, wenn durch ein schalltechnisches Gutachten nachgewiesen werde, dass die dort zulässigen Lärmgrenzwerte eingehalten werden. Ein entsprechendes Gutachten wurde bislang nicht vorgelegt, so dass die Baugenehmigung bislang eben auch nicht erteilt werden konnte, hieß es dazu seitens des Landkreises. Der „Beobachter” hat in dieser Woche auch mehrfach versucht, Geschäftsinhaber Kamill P. zu kontaktieren, um ein Statement zu erhalten. Leider vergeblich. Gegenüber der Stadt Seesen hatte er zuvor verlauten lassen, dass er den Motorradladen aus verschiedenen Gründen aufgeben müsse, darunter wegen Wirtschaftlichkeit, aber auch wegen Anwohnerbeschwerden. Er habe bereits eine Anstellung gefunden. Auch meldete er sich schließlich noch einmal über facebook zu Wort. Hier war wie erwähnt die Entrüstung, aber auch die Anteilnahme groß. Für die Unterstützung danke er, aber es stehe fest, dass der Laden geschlossen werde. Kamill P. bestätigte auch, dass mehrere Faktoren eine große Rolle spielen. Er wisse es zu schätzen, aber eine Demo oder sonstiges müsse niemand anzetteln. Am Ende viel unnützer Lärm, schade nur, dass Seesen um ein attraktives Geschäftsangebot ärmer ist....