Vier Senioren gründen eine Wohngemeinschaft

Die Theater-AG hatte für das Stück fleißig geprobt.

Ein Theaterstück frei nach den „Bremer Stadtmusikanten“ / Lesecafé in der Grundschule „Am Schildberg“

Ende Januar fand im Forum der Grundschule „Am Schildberg“ ein sehr gut besuchtes Lesecafé statt, zu dem der Arbeitskreis „Jung und Alt“, die Grundschule „Am Schildberg“, die AWO und der Paritätische Wohlfahrtsverband eingeladen hatte.
Die Theater-AG von Gabriele Schindler-Vogdt vom Arbeitskreis „Jung und Alt“, die auch beim JulsA-Projekt in der Nachmittagsbetreuung aktiv ist, hatte mit neun Schülern der dritten und vierten Klassen der Grundschule „Am Schildberg“ zusammen das Theaterstück „Vier Senioren gründen eine WG“ nach dem Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ geschrieben und eingeübt. Gern wollten die Kinder zeigen, was sie Tolles während der Nachmittagsbetreuung machten, worauf sie stolz sind und das sollen natürlich auch die Eltern sehen.
Nach den Begrüßungsworten von Schulleiterin Martina Starke, die kurz das JulsA-Projekt (Jung liest und spielt mit Alt) vorstellte, führte Franz Vogdt in das Theaterstück ein. Es ging um die Frage, was mit Oma und Opa passiert, wenn die Kräfte nachlassen und welche Ideen man entwickeln kann, um ein gutes Leben nach der Arbeit zu haben. Eine Antwort darauf gab das Theaterstück.
Esel Benny hat lange für seinen Herrn Säcke geschleppt und nun konnte er nicht mehr. Sein Herr zwang ihn durch Schläge zum Weiterarbeiten, doch das funktionierte nicht. Damit er nicht beim Abdecker landete, flüchtete er und traf auf Hund Max, der ein ähnliches Schicksal hatte. Auch er sollte getötet werden, weil er nicht mehr den Hof bewachen konnte. Also beschlossen Esel und Hund, sich zusammenzutun und nach Bremen zu gehen, um dort Musik zu machen.
Sie probten schon mal fleißig und stießen dann auf Kater Rufus, der zum Mäuse fangen zu alt war. Ihm drohte es, von seinem Besitzer ersäuft zu werden. Er bekam das mit und suchte das Weite. Die Idee, als Stadtmusikant nach Bremen zu gehen, fand er ganz toll und er schloss sich Benny und Max an.
Nun musizierten sie schon zu Dritt. Zuletzt trafen sie Hahn Kiki, der nicht mehr früh genug krähen konnte, nachdem die Sonne aufgegangen ist. Er sollte dafür in der Suppe landen, doch das wollte er natürlich nicht. Auch er ergriff die Flucht, stieß auf Benny, Max und Rufus. Er schloss sich ihnen an. Die vier musizierten zusammen und stellten sich vor, wie toll das Leben in Bremen als Stadtmusikant wäre.
Doch bis nach Bremen war es noch weit, es war kalt und sie wurden müde. Also legten sie sich hin. Geweckt wurden sie durch drei Räuberinnen, die eingebrochen waren, laut­stark eine Party feierten und reichlich Rotwein tranken. Die vier Tiere wollten auch ins Warme – bei dem Wetter draußen. Also vertrieben sie mit vereinten Kräften die Räuberinnen. Nachdem diese geflüchtet waren, dachten sich Benny, Max, Rufus und Kiki, dass es eine viel bessere Idee wäre, nicht nach Bremen zu gehen, sondern hier im Haus eine WG zu gründen. Nachdem sie sich erst einmal gestärkt hatten, wurden sie müde und legten sich schlafen.
Die Räuberinnen kehrten zurück. Sie dachten, dass die Luft rein wäre. Doch weit gefehlt – die Tiere erwachten und machten Lärm, woraufhin die Räuberinnen glaubten, dass es spuke. Mit gefährlichen Gespenstern wollten sie natürlich nichts zu tun haben. Das war ihnen zu unheimlich und sie ergriffen die Flucht. Also gehörte das Haus Esel Benny, Hund Max, Kater Rufus und Hahn Kiki. Der WG-Gründung stand nichts mehr im Wege. So überraschend endete das Theaterstück. Da die Kinder so fleißig Singen geübt haben, haben sie nach dem Theaterspielen noch zusammen mit Gabriele Schindler-Vogdt, die übrigens für den Esel einsprang, der an Scharlach erkrankt war, das Lied „Die Bremer Stadtmusikanten“ gesungen.
Abschließend sagte Gabriele Schindler-Vogdt noch einige Worte zum Entstehen des Theaterstücks. Die Kinder hätten es fast ganz alleine geschrieben. Sie habe nur kleine Anregungen gegeben. Es war übrigens auch die Idee der Kinder, den Tieren Namen zu geben, damit sie sich mit den Rollen besser identifizieren können. Das habe beim Textlernen enorm geholfen, wie es das Publikum erleben konnte, das von der Darbietung ganz begeistert war. Danach ging es gemeinsam zum Kaffeetrinken in die Mensa, wo es auch leckeren Kuchen gab, den die Mütter vom Förderverein der Grundschule „Am Schildberg“ gebacken hatten.