Viereinhalb Stunden Unterhaltung vom Feinsten

Das große Finale bildete den krönenden Abschluss eines beeindruckenden Abends mit Quasimodo Knöterich, Pestilenzia und Pampatut. Bei "Drunken Sailer" blieb keiner mehr auf den Stühlen sitzen.

2. Sehusa Folk- und Mittelalternacht: Ein Hauch von Sehusafest-Stimmung im März / Stehende Ovationen

Von Antonio Mateo, Seesen

Die Eckdaten glichen einem wissenschaftlichen Experiment: Rund 500 Menschen, für gut viereinhalb Stunden in einem großen Saal, mehr als 30 Kisten Bier, unzählige Flaschen Rotwein, zig Krüge Met und drei Musikformationen live zur Beschallung. Das Ergebnis, rein wissenschaftlich gesehen, 100 Prozent Erfolg! Nach dem Volltreffer von „Mittelalter Meets Skiffle“ im November 2010 stand bereits fest, dass es eine Wiederholung geben würde. Am vergangenen Freitag war es dann soweit, die Neuauflage setzte noch einen obendrauf. Noch mehr Zuschauer, noch mehr Musik, neue Gesichter und eine neue CD. Das neue „Knöterich“-Gesicht Eberhard Willeke, alias das „Saitenwunder aus dem Schildautal“, gab in der Aula seine Visitenkarte ab, zusätzlich zeichnete er verantwortlich für die grafische Gestaltung des neuen CD-Covers von „Pestilenzia“. Nur ein Beispiel von vielen für die freundschaftlichen Verbindungen zwischen den beiden Lokalmatadoren „Pestis“ und „Quasis“. Neu im Kreis der „Freunde“ das Duo „Pampatut“ aus Sachsen und Thüringen. Gemeinsam brachten sie den Seesener Musentempel zum Beben.
Den Auftakt machte dieses Mal „Quasimodo Knöterich“, gleich mit zwölf Titeln am Stück. Ungebrochen war die Leidenschaft für Skiffle und Folk in Seesen. Das Duo „Pampatut“ war an diesem Abend – für viele Zuschauer – die große Unbekannte im Programm. Für den ersten Eindruck gibt es bekanntlich keine zweite Chance, und Pampatut brauchte keine zweite Gelegenheit, das Herz der Seesener zu gewinnen. Nach dem ersten „HYPER – HYPER“ grölten rund 500 begeisterte Musikfans „UHI – UHI“ zurück. Derbe Lieder, fromme Choräle wechselten mit Witz, Charme und Humor. Ihre Songs „Behütet – das Blumenlied“, „Rundadinella“, „Müller“, „Feuerwasser“ und das „Abschieds-CD-Lied“ machten nur die Hälfte ihres Auftrittes aus. Mit ihren lockeren Sprüchen, der ihnen ins Gesicht geschriebenen Spielfreude und der ununterbrochenen Einbeziehung der Zuschauer, konnte sich keiner dem Duo auf der Bühne entziehen. Damit war die andere Hälfte ihres Auftritts gut angelegt. Anschließend sorgte „Pestilenzia“ in gewohnt kraftvoll spritziger Manier fürs tempogeladene Kontrastprogramm. Nur zwei Tage vor dem Konzert wurde die neue CD „Nuda Veritas“ (Die nackte Wahrheit) geliefert. In der Pause stieß der kleine Mittelalterbasar im Foyer auf eine ebenso große Resonanz wie das Konzert selbst. Neben Lederwaren, Schmuck, Met und „Allerlei Kram“, boten die Formationen auch ihre CDs an.
Die zweite Halbzeit – mit jeweils einem weiteren Part jeder Gruppe – stand der ersten Hälfte in nichts nach. Wie bereits vor zwei Jahren auch, war der gemeinsame Auftritt der „Quasis“, „Pestis“ und „Pampatut“ das „i-Tüpfelchen“ des Konzerts. Mit „I’ll tell me ma“, „Haul on the bowline“ und „Drunken Sailor“ machten die „Freunde“ auf der Bühne den „Sack zu“. Das Fazit: Die Wissenschaft staunte, das Volk jubelte und die 3. Sehusa Folk- und Mittelalternacht ist beschlossene Sache.