Volksbank-Verschmelzung aus Position der Stärke

Einstimmig: Alle 153 Vertreter der Volksbank Einbeck, die bei der Versammlung ihre Stimme abgaben, votierten für eine Verschmelzung mit der Volksbank Seesen.

Banken in Einbeck und Seesen fusionieren auf Augenhöhe

Einstimmig hat sich die Vertreterversammlung der Volksbank Einbeck für eine Verschmelzung mit der Volksbank Seesen ausgesprochen. Von einem wichtigen Schritt sprach der Volksbank-Vorstand. Die neue Bank wird Volksbank eG heißen, ihren Sitz hat sie sowohl Einbeck als auch in Seesen.
Drei besondere Herausforderungen stellten sich für die Bank, führte Vorstand Thorsten Briest aus: der demografische Wandel mit einem starken Bevölkerungsrückgang in der Region, der Strukturwandel und der Fachkräftemangel. Aber auch die Niedrigzinsphase wirke sich aus. Ständig gebe es Neuregelungen, die die Bank belasteten, und man wolle darauf nicht nur mit dem Rotstift regieren. Die Mitglieder erwarteten, dass die Zukunft der Bank langfristig gesichert werde. Ein Blick auf die Karte des künftigen Geschäftsbereich zeige die starke Präsenz in der Region. Die Volksbanken Einbeck und Seesen, so Briest, hätten die gleiche Geschäftsphilosophie, sei bildeten füreinander die ideale Ergänzung, und beide seien mit starkem Eigenkapital ausgestattet.
»Wir müssen nicht, sondern wir wollen diese Verschmelzung, sie ist eine Riesenchance für die Region«, betonte Briest. Bei allen Gesprächen seien Einbeck und Seesen gleichberechtigte Partner gewesen. »Seesen ist der beste Partner aus unserer Sicht.« Die jetzigen Mitglieder würden automatisch Mitglieder der neuen Bank. Der Wert eines Anteils liege in Seesen bei 150 Euro und in Einbeck bei 160 Euro. Die Differenz könne man sich auszahlen lassen oder zur Zeichnung weiterer Anteile nutzen.
Alle Arbeitsverhältnisse bleiben bestehen, man habe Regelungen gefunden, die »mehr als fair« seien, so Briest. Betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben, im Gegenteil: Vor dem Hintergrund, dass viele Beschäftigte demnächst altersbedingt in den Ruhestand treten würden, brauche man jeden Mitarbeiter. Ein größeres Haus werde mehr Möglichkeiten der Aus- und Fortbildung bieten, kündigte er an. Halbiert werde die Zahl der Vertreter: In Einbeck gebe es bisher ein Verhältnis von eins zu 50, in Seesen von eins zu 100. Die geringere Anzahl wolle man aber stärker einbinden. Der Standort Einbeck verliere seine Bedeutung nicht, Vorstandssitz sei dauerhaft Seesen und Einbeck. Dem Vorstand des verschmolzenen Instituts gehören Thorsten Briest, Dieter Brinkmann, Jörg Hahne, Wolfgang Keunecke und Andreas Wobst an. Der Aufsichtsrat besteht derzeit aus zweimal acht Mitgliedern, bis 2023 soll er auf zehn Mitglieder - sechs aus Seesen, vier aus Einbeck - verringert werden. Aus Einbeck wurden Horst Ebbighausen, Dierk Fingerhut, Jürgen Herbst, Gerd Huchthausen, Kai Lammers, Wilhelm Meyer, Bettina Sacher und Heinz-Ulrich Wolper gewählt. Weiter kündigte der Vorstand an, alle Filialen aufrecht zu erhalten, solange sie von den Kunden genutzt würden. Negative Veränderungen werde es somit nicht geben, die Entscheidungswege blieben kurz.

Heute Abend tagt die Vollksbank in Seesen. Der Beobachter wird aktuell berichten.